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    Rettung für Frauen in Wohnungsnot: Caritas unterstützt beim Neustart

    Rettung für Frauen in Wohnungsnot: Caritas unterstützt beim Neustart

    Das Projekt Krisenwohnen erleichtert die Rückkehr in ein normales Leben

    Vor dem Sommer stand Silvia Huber (Name geändert) mit ihren zwei Kindern auf der Straße. Grund für die Delogierung waren psychische Probleme ihres Mannes, von dem sie sich dann auch trennte. Mit ihren Kindern zog die Mutter ins Auto. Für zwei Monate. Dann stand der Schulbeginn vor der Türe, " und die Kinder müssen ja irgendwo gemeldet sein", wandte sich die verzweifelte Frau an die Caritas.

    "Solche Fälle werden bei uns vorgereiht", sagt Michaela Haunold. Unter ihrer Leitung startete die Caritas 2013 mit einer Garconniere das Projekt Krisenwohnen. Schnell kristallisierte sich heraus, dass vor allem Frauen mit Kindern Bedarf haben. "Denn in Notschlafstellen dürfen Kinder nicht übernachten, und in betreuten Wohneinrichtungen für Frauen mit Kindern gibt es meist lange Wartelisten", sagt Franz Kehrer, Direktor der Caritas in Oberösterreich. Obdachlosigkeit von Frauen sei oft unsichtbar, konkrete Zahlen gebe es nicht.

    Sexuell ausgenützt

    Dass obdachlose Frauen nicht auffallen, hat verschiedene Gründe. Viele schlüpfen bei Familie oder bei Bekannten unter, auch sogenannte "Zweckpartnerschaften" sind häufig. Weniger elegant formuliert das Haunold: "Da geht es oft um sexuelle Gefälligkeiten für einen Schlafplatz." Auch psychische Gewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle. Besonders wenn Kinder mit betroffen sind, nehmen Frauen viel Leid auf sich, um ja nicht das Sorgerecht zu verlieren.

    Heuer stockte die Caritas das ausschließlich durch Spenden finanzierte Angebot beim Krisenwohnen von vier auf elf Plätze auf, die meisten für Frauen. Pro Platz, also pro Familie, zahlen die Betroffenen 200 bis 400 Euro pro Monat. "In den sechs Monaten, die die Menschen bei uns bleiben, können sie Geld für einen Neuanfang ansparen. Bei Wohnungen werden oft bis zu sechs Monatsmieten an Kaution verlangt", sagt Kehrer, der auch die Politik mit in die Pflicht nimmt. Leistbarer Wohnraum, entsprechende Förderungen, Krabbelstuben- und Hortplätze mit realistischen Öffnungszeiten – speziell für Alleinerzieherinnen – stehen auf seiner Wunschliste. Die Caritas bietet für Frauen neben dem Krisenwohnen zum Beispiel auch ein Tageszentrum und ein Mutter-Kind-Haus in Linz. 

    Im November bittet die Caritas bei der Elisabeth-Sammlung um Spenden, unter anderem für wohnungslose Frauen. Mehr Infos unter www.caritas-linz.at

    (dh), 09.11.2018, 00:04 Uhr

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