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  • Reisen

    Wer da nicht in die Luft geht

    Reisen in der Pandemie oder wie ein Virus das Fliegen zu einem Abenteuer macht, auf das man gerne verzichten könnte.

    In Zeiten wie diesen … leider kommt auch diese Geschichte nicht ohne die seit Corona kursierende Floskel aus. Denn in Zeiten wie diesen bescheren Flugreisen alles andere als ein erhebendes Gefühl bei denen, die es in die Ferne zieht. Zum Beispiel in die USA, die erst seit 8. November 2021 Ausländer wieder ins Land lassen. Selbst schuld, mag eingewendet werden, schließlich rate auch das österreichische Außenministerium "von nicht unbedingt notwendigen Reisen" ab. Seinen engsten Familienkreis nach drei Jahren zu Weihnachten wieder einmal zu besuchen, darf unter notwendig eingeordnet werden.

    Die Pandemie hat uns gelehrt, mit Ein- und Beschränkungen zu leben – und dennoch fordern Covid-19-Maßnahmen heraus, ehe es über den Großen Teich geht. Man informiert sich auf der Internetseite des Außenministeriums (bmeia.gv.at) über die zu erfüllenden Voraussetzungen, die einem auch die Fluglinie (in unserem Fall Lufthansa) per Mail einige Tage vor Abflug mitteilt: Man muss vollständig geimpft sein (was für US-Bürger und unter 18-Jährige nicht gilt) und über ein negatives Covid-Testergebnis (Antigen oder PCR) verfügen, "das innerhalb von einem Tag vor Abflug ausgestellt wurde". Eine Formulierung, die verunsichert, weil ursprünglich von einer 24-Stunden-Frist die Rede war. Ein Beispiel zur Präzisierung: Sie erhalten ihren negativen Bescheid am Vortag, um 8 Uhr früh; dieser gilt am nächsten Tag bis zu einer Abflugzeit um 23.59 Uhr.

    Kläglich gescheitert

    Nun empfiehlt die Fluglinie, die erforderlichen Dokumente zur digitalen Überprüfung vorab hochzuladen. Ein Versuch, der kläglich scheitert, weil das Impfzertifikat als "ungültig" ausgewiesen wird, was es allerdings nicht ist. Man probiert es mehrmals – vergeblich. Entnervt wird aufgegeben und zum Online-Check-in gewechselt. Auch dort wünscht man die Zertifikate im PDF-Format. Das Impfzertifikat wird angenommen (ist ja auch gültig), doch plötzlich hat das Antigen-Testergebnis seine Daseinsberechtigung verwirkt. Leichter Anflug von Verzweiflung. Bis man das kleine Kasterl entdeckt, mit dem per Klick-Hakerl bestätigt wird, dass man die nötigen Dokumente am Flughafenschalter vorlegen werde. Und schon hat man seine Bordkarte in der Tasche.

    Wen interessiert’s?

    Dem nicht genug. Die US-Gesundheitsbehörde CDC verlangt von allen Passagieren, dass sie vor dem Abflug ein Formular ausfüllen, das als PDF herunterzuladen und auszudrucken ist. Es umfasst fünf Seiten, auf denen man mit zwei Kreuzerln und einer Unterschrift bestätigt, dass man geimpft oder genesen und getestet ist. Den meisten Platz nimmt eine Auflistung von Gründen ein, wieso man von diesen Pflichten ausgenommen ist. Am Lufthansa-Schalter in München interessiert sich für dieses Dokument niemand, das bewege nur die Amerikaner bei der Einreise. Es sei vorweggenommen: In Los Angeles krähte kein Hahn danach.

    Längst zeigen sich paranoide Züge. Wo lauert ein Amtshandelnder, der am Impfstatus zweifeln und die Einreise verweigern könnte? Also moppelt man doppelt, nimmt sein Zertifikat papieren als auch digital auf dem Handy mit, und weil’s eh schon wurscht ist, geht auch noch der gelbe Impfpass mit auf Reisen.

    In den Terminals am Flughafen München gilt, so steht es überall geschrieben, FFP2-Maskenpflicht – dass trotzdem Menschen mit den hellblauen OP-Masken umtriebig sind, mag daran liegen, dass diese bei manchen Airlines auch genehm sind.

    Von einer befreundeten Facebook-Gruppe ("Grumpy Travellers") bekam man vorab den Zund, dass für die Ankunft in Los Angeles eine Online-Registrierung vorgeschrieben ist – widrigenfalls man mit einer Strafe bis zu 500 Dollar zu rechnen habe. Eine Info, die erst kurz vor der Landung seitens der Crew kundgetan wurde. Und schon wurden nervös die Mobiltelefone gezückt …

    Ein letzter Tipp: Versuchen Sie nicht, Unklarheiten über eine Hotline zu entnebeln. So viel Geduld hat niemand, erst recht nicht in Zeiten wie diesen.

    Bernhard Lichtenberger, 15.01.2022, 00:04 Uhr

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