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    "Critical Mass" in Linz: Radfahrer festgenommen

    LINZ. Bei einem Treffen von Radfahrern, die bei einer gemeinsamen Protest-Ausfahrt auf den nicht motorisierten Verkehr aufmerksam machen wollten, kam es Freitagabend in Linz zu einer Festnahme.

    "Critical Mass" wird die weltweite Bewegung genannt, bei denen Radfahrer sich scheinbar zufällig und unorganisiert treffen, um bei einer gemeinsamen Protest-Ausfahrt auf ihre Rechte im Individualverkehr aufmerksam zu machen. 

    Freitagnachmittag fand sich diese "kritische Masse" in der Gruberstraße ein, um auf den Straßen von Linz zu protestieren. Mehrere Streifenwagen rückten an, um die Fahrt nach wenigen Minuten zu beenden. "Die Teilnehmer halten sich nicht an Verkehrsregeln und fahren nebeneinander auf der Straße", sagt Karl Pogutter, Stadtpolizeikommandant von Linz. Nach einem verbalen Schlagabtausch wurde ein Radfahrer von der Polizei festgenommen. "Er konnte sich nicht ausweisen und wurde deswegen mitgenommen. Das ist ein ganz normales Prozedere", sagt Pogutter. 

    Bei den Aktivisten stößt das Verhalten der Polizei auf Unverständnis. "Wir sind alle freundlich geblieben, aber plötzlich kamen Einsatzwagen aus allen Richtungen", sagt ein Teilnehmer. Die "Critical Mass Linz" wolle sich das Radfahren als Gruppe nicht verbieten lassen. Der festgenommene Radfahrer ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. 

    Veranstalter von Polizei "entsetzt"

    Die Veranstalter der "Critical Mass" haben sich in einer Stellungnahme Samstagfrüh "entsetzt" vom Einsatz der Linzer Polizei gezeigt.

    "Die friedlich auf der Straße fahrenden Gruppe wurden von einem Großaufgebot an Polizei eingekesselt, einer der Teilnehmer wurde herausgepickt und bedrängt. Da er sich nicht ausweisen konnte wurde ihm die Festnahme angedroht und diese auch letztendlich durchgeführt. Sein Fahrrad blieb einfach liegen, und musste durch andere Teilnehmer der Critical Mass gesichert werden" heißt es in der Aussendung. 

    Die Linzer Polizei habe die Veranstaltung bislang immer toleriert. "Aus praktischen Gründen wird natürlich auch nebeneinander gefahren – auch um die teilnehmenden Kinder zu schützen. Diese unverhältnismäßige Eskalation der Polizei ist unverständlich, untragbar und kann nur der Einschüchterung dienen." Man wolle sich nun eine gemeinsame Antwort überlegen.

    Einsatz gefilmt

    Der Einsatz der Polizei, die mit sieben Streifenwagen zur Auflösung der Veranstaltung anrückte, wurde von den Teilnehmern gefilmt. In diesem Video ist allerdings auch zu sehen, dass der Radfahrer vor seiner Festnahme  auf die Fragen der Polizei entweder gar nicht oder mit einem gelangweilten "Gähnen" antwortete. 

     

     

    Gabriel Egger, 31.08.2018, 19:56 Uhr

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