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    Hamilton erbte Baku-Sieg von Bottas und nahm Vettel die WM-Führung ab

    Hamilton erbte Baku-Sieg von Bottas und nahm Vettel die WM-Führung ab

    BAKU. Formel 1: Den Triumph vor Augen fiel der finnische Mercedes-Pilot mit Reifenschaden aus.

    "Ich bin vom Glück geküsst worden", gab Lewis Hamilton gestern in Baku zu. Der Formel-1-Weltmeister profitierte im Grand Prix von Aserbaidschan von Missgeschick und Fehlern einiger Rivalen und feierte im vierten Rennen seinen ersten Saisonsieg. Zudem übernahm der Mercedes-Pilot die WM-Führung von Ferrari-Star Sebastian Vettel, der nach dem vierten Platz vier Punkte zurückliegt.

    Hamilton profitierte vom Pech seines Teamkollegen Valtteri Bottas, dem drei Runden vor Schluss auf der Fahrt zu seinem vierten GP-Sieg ein auf der Strecke liegender Teil den rechten Hinterreifen aufschlitzte. Kurz zuvor hatte sich Vettel nach einem ungestümen Überholversuch gegen den führenden Finnen verbremst und wurde von Hamilton, dem späteren Zweiten Kimi Räikkönen sowie dann auch noch vom Renn-Dritten Sergio Perez mit dem Force India überholt. "Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben. Valtteri ist ein außergewöhnliches Rennen gefahren und hätte den Sieg verdient gehabt. Aber ich nehme es natürlich", sagte Hamilton.

    Nach den vielen Unfällen des Vorjahres, als Vettel sich einen Wut-Rempler gegen Hamilton erlaubt hatte und Dani Ricciardo aus dem Chaos als sensationeller Sieger hervorging, begann das Rennen auch diesmal mit einigen Blechschäden. Weshalb das Safety-Car früh raus musste.

    Red-Bull-Crash in Runde 41

    Die Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Shanghai-Sieger Daniel Ricciardo kamen sich immer wieder in die Quere. In Runde 41 passierte dann das Unvermeidliche: Ricciardo rauschte ins Heck des Niederländers. "So etwas darf nicht passieren. Beide müssen so viel Hirn haben", schimpfte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko. Die Teamführung von Red Bull verlangt von den zwei Piloten nun eine Entschuldigung vor den Mitarbeitern. Weil Trümmerteile die Strecke übersät hatten, kam erneut das Safety-Car.

    Vettel, in Baku zum dritten Mal in dieser Saison aus der besten Position gestartet, hatte lange Zeit geführt, doch nach der Safety-Car-Phase lag Bottas mit besseren Ultrasoft-Reifen vor ihm. Der Deutsche wechselte auch auf diesen Reifentyp und attackierte den Finnen auf der Jagd nach seinem 50. GP-Sieg. "Nach der Safety-Car-Phase waren die Reifen kalt", begründete Vettel sein Problem dann beim Verbremsen. "Es war auch ein bisschen eine Lotterie." Er sah den Tag aber insgesamt positiv. "Es war auch sehr viel Gutes im Rennen."

    "Es war einfach nur Pech"

    Bottas dürfte sich das dagegen gestern nicht gedacht haben. "Wir alle haben gesehen, was passiert ist. Es war einfach nur Pech. Aber ich werde darüber hinwegkommen", sagte der Finne.

     

    Ecclestone gekontert

    Lewis Hamilton hat mit seinem Baku-Erfolg auch dem entmachteten, früheren Formel-1-Zampano Ecclestone die Antwort auf sportliche Weise gegeben. Der hatte gemutmaßt, dass der Weltmeister nicht mehr der sei, der er einmal war. Mercedes-Teamchef Toto Wolff nahm die Stichelei gelassen. Ecclestone „werfe eine Handgranate, und es ist dann in den Blättern“, sagte der Wiener.

     

    30.04.2018, 00:04 Uhr

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