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    "Er hat unser Rennen zerstört"

    "Er hat unser Rennen zerstört"

    SHANGHAI. Formel-1-Grand-Prix von China: Der WM-Führende Vettel wurde von Verstappen gerammt und landete nur auf Rang acht – Red-Bull-Pilot Ricciardo krönte turbulentes Wochenende.

    Beim Überraschungssieg von Daniel Ricciardo und Red Bull Racing in China haben sich die WM-Favoriten Blößen gegeben. Weltmeister Lewis Hamilton (Mercedes) wurde beim dritten WM-Saisonlauf in Shanghai Vierter, der zweifache Saisonsieger und WM-Leader Sebastian Vettel im Ferrari nach unverschuldeter Kollision mit Max Verstappen nur Achter.

    Für den Australier Ricciardo war es eine echte Sternstunde mit Wechselbädern der Gefühle. Um ein Haar hätte er das Rennen verpasst, denn der Motorwechsel am Samstag an seinem RB14 war nur Sekunden vor dem Qualifying beendet worden. "Danke, danke an das Team", jubelte Ricciardo, "das ist jetzt euer Lohn!" Manchmal müsse man einem Rennen eben seinen Stempel aufdrücken. "Ich mag es nicht, langweilige Rennen zu gewinnen", sagte der "Dauergrinser" auf dem Podium.

    "Es war mein Fehler"

    Für die "Bullen" wäre in diesem verrückten Rennen sogar ein Doppelsieg möglich gewesen. Das aber "verhinderte" Verstappen. Viel zu ungestüm fuhr der 20-Jährige zwölf Runden vor Schluss in der Spitzkehre Vettel innen ins Auto, kassierte dafür eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe und wurde Fünfter. Der erboste Vettel schaffte gerade noch Platz acht.

    Erstmals zeigte sich Verstappen danach einsichtig. "Es war mein Fehler, das ist nicht gut", gab der draufgängerische Niederländer zu. Sowohl die Attacke gegen Hamilton als auch jene gegen Vettel waren nicht sehr überlegt. "Zumindest bei Sebastian hätte ich auch noch eine Runde warten können", sagte Verstappen.

    Vettel, der in der Weltmeisterschaft nur noch neun Punkte Vorsprung (auf Hamilton) hat, sparte im Ziel nicht mit Kritik. "Man hat ja gesehen, dass es auf seine Kappe geht", verwies er auf Verstappen. "Er ist lange genug dabei. Wir hatten die ganze Zeit Rückenwind. Da ist es aus dem Windschatten noch leichter, sich zu verschätzen", sagte der Deutsche: "Wir hatten Glück, dass wir weiterfahren konnten. Aber er hat das Rennen von uns beiden zerstört, wir hätten beide auf das Podium kommen können."

    Immerhin hatte der 20-jährige Verstappen nach dem Grand Prix die Größe, sich sofort bei Vettel zu entschuldigen. "Das fand ich gut", betonte der Ferrari-Star: "Er hat eingesehen, dass er es versaut hat, ist direkt zu mir gekommen und hat das nicht über die Medien gemacht."

    "Da war der Wurm drin"

    Hamilton fand wenig Trost darin, dass er zum 28. Mal in Folge in die Punkte gekommen war und damit den von Kimi Räikkönen gehaltenen Rekord brach. Er ist nun bereits sechs Rennen ohne Sieg. Teamchef Toto Wolff gab angesichts der Tatsache, dass Mercedes nun erstmals in der bisher so erfolgsverwöhnten Turbo-Hybrid-Ära drei sieglose Rennen in Serie zu Buche stehen hat, zu: "Das ganze Wochenende war der Wurm drin. Wir müssen jetzt unseren Krempel zusammenkriegen."

    Ganz ernüchternd war das Wochenende für Mercedes freilich nicht. Valtteri Bottas landete knapp neun Sekunden hinter Ricciardo und knapp vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen auf Platz zwei.

    16.04.2018, 00:04 Uhr

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