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    "Wir wollen unsere eigene Geschichte schreiben"

    "Wir wollen unsere eigene Geschichte schreiben"

    SANKT PETERSBURG. Samuel Umtiti war Frankreichs umjubelter Held nach dem 1:0-Sieg über Belgien im WM-Semifinale. Die Kür zum "Man of the Match" kam nach seinem Goldtor in der 51. Minute nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

    Der 24-jährige Verteidiger des FC Barcelona bildet gemeinsam mit Raphaël Varane (25/Real Madrid) ein nahezu unüberwindbares Bollwerk in der Defensive, auch offensiv setzen die beiden Akzente. Varane traf beim 2:0-Erfolg über Uruguay im Viertelfinale.

    Umtiti ist in Kameruns Hauptstadt Jaunde geboren, fußballerisch bei Olympique Lyon gewachsen und 2016 bei der Heim-EM international durchgestartet. Die Zeitung "Le Parisien" schwärmte von dem Duo, das "vielleicht die wahre Identität dieser französischen Mannschaft widerspiegelt: bereit sich zu zerreißen, um zu überleben und zu gewinnen und dabei liebevoll beim Gegner zu treffen".

    "Großes geleistet"

    Umtiti setzte auch eine "Tradition" im französischen Team fort: Vier der jüngsten sechs Tore der Franzosen in einem WM-Halbfinale gingen auf das Konto von Verteidigern. 1982 gegen Deutschland (3:3, 4:5 i. E.) traf Marius Tresor, 1998 gegen Kroatien (2:1) war zweimal Lilian Thuram erfolgreich.

    Nun träumt ganz Frankreich von einer Wiederholung des Triumphs von 1998, Umtiti legt allerdings keinen Wert auf Vergleiche mit der Vergangenheit. "Sie haben ihre Arbeit 1998 gemacht, wir machen jetzt unsere. Wir wollen unsere Geschichte schreiben", sagte Umtiti vor dem Finale am Sonntag (17 Uhr) in Moskau.

    "Wir wissen, dass wir schon Großes geleistet haben. Jetzt gibt es noch ein Spiel, damit wir etwas ganz, ganz Großes leisten", betonte "Big Sam".

     

    Die frustrierten Belgier erwiesen sich nach dem WM-Aus als schlechte Verlierer. Mehr dazu hier.

     

     

    WM-Pressestimmen:

    L’Equipe, Frankreich: „Mit dem Kopf in den Sternen. Fantastisch in der Spielbeherrschung und der Strategie, haben Les Bleus Belgien erstickt, um sich ins Finale der Weltmeisterschaft zu hieven. Die Equipe Frankreichs ist im Finale, das ist komplett verrückt. Sie hat es gemacht, als wäre es das Normalste der Welt.“

    Le Parisien, Frankreich: „Les Bleus im Paradies. Nach 20 Jahren erleben wir einen neuen Traum, getragen von einer Jugend, die einem Lust macht, sie zu mögen. Man muss die Musik abdrehen und den Ton abstellen, um uns daran zu hindern, nach Moskau zu tanzen, um den zweiten Stern des Weltmeisters zu bekommen.“

    Le Soir, Belgien: „Ein kleines Tor hat den ganzen Unterschied gemacht. Ein kleines Tor, das einen Traum in Realität oder ewiges Bedauern verwandelt, je nachdem, auf welcher Seite man steht.“

    El País, Spanien: „Konkret und solide, italienisch oder auch simeonesk (nach Atlético-Madrid-Trainer Diego Simeone/Anm.), wenn man so will, hat sich Frankreich ins WM-Finale gepflanzt.“

    12.07.2018, 00:04 Uhr

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