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  • Reisen
    Die Transsibirische lässt keinen kalt

    Die Transsibirische lässt keinen kalt

    In seiner neuen Reiseabenteuer-Show erzählt Zug-Liebhaber Gerhard Liebenberger, warum er in der legendären Eisenbahn selbst im eisigen Winter ins Schwitzen kam.

    Eine Zugfahrt hat vor zehn Jahren die Weichen im Daseinsfahrplan des heute 40-jährigen Gerhard Liebenberger neu gestellt. Dementsprechend trägt die neue Reiseabenteuer-Show, mit der der Salzburger in Oberösterreich auf Achse ist, den Untertitel "Wie unendliche Weite mein ganzes Leben veränderte".

    Im Winter 2009 nahm sich der studierte Kommunikationswissenschafter eine Auszeit von seiner Werktätigkeit als Citymanager von Seekirchen am Wallersee und stieg in den Zug, der ihn ab Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn bis nach Peking brachte. Fortan stellte er den Job aufs Abstellgleis, um als Andersreisender auf Schienen die Welt zu durchstreifen.

    Viermal hat er sich seither der legendären Verbindung hingegeben, die 9288 Kilometer von Moskau nach Wladiwostok oder in sechs Tagen durch Russland und die Mongolei in die chinesische Hauptstadt führt. In der kalten Jahreszeit sei die Strecke besonders reizvoll, wenn eine extreme Kältewelle den gewaltigen Baikalsee erstarren lässt und das Eis dick genug ist, um Lastwagen zu tragen. "Der Winter gehört zu Sibirien, und auch die Auseinandersetzung mit den Temperaturen", sagt Liebenberger, den bei minus 35 Grad Celsius die verschnupfte Nase schmerzte.

    Die Transsibirische lässt keinen kalt

    Im überheizten Zug ist es bei plus 30 Grad hingegen "kuschelig warm". Die Waggons werden mit Kohleöfen befeuert, wohl auch aus Gründen der Sicherheit. Denn ein längerer Stromausfall würde sich nicht nur aufs Gemüt frostig auswirken. "Zwei Schaffner sind in jedem Wagen rund um die Uhr im Dienst, kümmern sich darum, dass der Samowar stets heißes Wasser für Tee spendet, befreien die Stufen von Schnee und Eis, halten die Toiletten sauber und schauen auf uns", sagt der Reisende mit dem Zug zu Zügen.

    Einmal war er im Luxuszug "Zarengold" mit Ausflugsprogramm und Reiseleitung unterwegs. Als selbsternannter Andersreisender bevorzugt Liebenberger allerdings die Fahrt in sogenannten Regelzügen, die drei Klassen anbieten, vom Abteil zu zweit bis zum offenen Waggon ohne Abteile und Türen, in denen 54 Passagiere kreuz und quer sitzen und schlafen. Diese dritte Klasse mit drei Betten übereinander ist die günstige, das oberste Bett das billigste – und Liebenberger am liebsten. "Man hat null Privatsphäre, dafür ist es richtig abenteuerlich. Man isst und trinkt zusammen und schafft es allen Sprachbarrieren zum Trotz, sich zu unterhalten. Wer sich individuelles Reisen zutraut, hat hier richtig Spaß."

    Im nächsten Winter locken den Salzburger wieder ferne Schienen: die einzige, nur 1,6 Kilometer lange Zugstrecke über den Mekong in Laos und die langsamen Züge auf alten Gleisen in Myanmar.

    Vortrag "#Transsibirien": Ried/I. (13.2., Riedberg Pfarrsaal, 19.30); Bad Schallerbach (25.2., Atrium, 19.15); Wels (26.2., Kornspeicher, 19.30); Bad Hall (27.2., Gästezentrum, 19.30); Linz (12.3., Volkshaus Dornach, 19.30); Enns (14.3., d’Zuckerfabrik, 19.30), Attnang-Puchheim (2.4., Maximilianhaus, 19 Uhr).

     

    Zur Person

    Zur person

    Name: Gerhard Liebenberger, geboren in der Steiermark, glücklicher Single mit Wohnsitz in Salzburg (wenn er nicht gerade unterwegs ist)

    Beruf: Andersreisender mit Zug zu Zügen

    Internet: andersreisen.net, transsibirien.com (mit allen Vortragsterminen und Kartenverkauf)

    Bernhard Lichtenberger, 10.02.2019, 12:40 Uhr

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