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    Bis Skifahren des Leiwandste ist

    Bis Skifahren des Leiwandste ist

    "Zickezacke – hoihoihoi" war gestern – heute lernen Kinder das Skifahren mit Gummibärli und Après-Ski-Hits. Julia Evers sah zu.

    Aller Anfang ist schwer, doch der beim Skifahren oft noch viel schwerer. Warum sollte man sich mit schweren, rutschigen Bretteln an den Füßen einen Hang nach oben quälen, nur um dann beim Versuch, nach unten zu düsen, ohnehin hinzufallen?

    So ganz sind die Bedenken des Kindes, 4, nicht von der Hand zu weisen. "Mag nicht Ski fahren", heißt es da mit trotzigem Gesichtsausdruck samt von der Kälte idyllisch geröteten Backen. Trotz Zauberteppich und lauter Après-Ski-Musik-Untermalung in der textlich kindgerechten Variante: Ski fahren lernen ist immer noch mühsam. Da braucht es freundliche und erfahrene Skilehrer wie Manuela von der Skischule Koch in Obertauern, die den Kindern das Immer-und-immer-wieder-Ausprobieren schmackhaft machen.

    Endlich! Der erste Bogen gelingt, flugs steht das Kind wieder am Zauberteppich auf dem Weg nach oben. Endlich blicken durch die Schneebrillen glückliche Augen über den roten Backerln, und die Eltern atmen in ihrem Versteck – erste Regel: nicht beim Skikurs stehenbleiben! – erleichtert aus.

    Bis Skifahren des Leiwandste ist

    "Heute haben die Kinder oft nicht mehr so viel Durchhaltevermögen wie früher. Sie geben bald mal auf beim Skifahrenlernen", erzählt Hermann Koch, der Inhaber der gleichnamigen Skischule. Er weiß seit 1977, wie man großen und kleinen Menschen das Skifahren beibringt. Einerseits vermutet er die Gründe für die frühere Erschöpfung in der Erziehung, andererseits auch daran, dass schon junge Menschen viel vor Fernseher, Computer und Handy säßen und körperliche Belastungen nicht mehr so gewohnt seien.

    Doch immer noch gilt: "Sobald sie normal eine Stiege nach oben gehen können", sind sie alt genug, um Ski fahren zu lernen.

    Natürlich nur, wenn die Grundvoraussetzungen stimmen: "Wir hatten auch schon Kinder, die den Pflug einfach nicht zusammengebracht haben, bis wir dann entdeckt haben, dass sie die Skischuhe verkehrt herum angezogen hatten."

    Nach dem Schnee ins Wasser

    Schnee, Schnee, Schnee: Nicht nur in Zeiten wie diesen, in denen es vielerorts zu viel davon gibt, ist der in Obertauern sicher wie sonst kaum wo. Familien und Nachwuchs-Skifahrer will der Skiort wieder mehr in den Fokus rücken, erzählt Thomas Steiner vom Hotel Steiner. Er hat den Familienbetrieb vor 20 Jahren im Alter von 19 Jahren übernommen, seitdem sind er und seine Frau ständig damit beschäftigt, das Angebot zu verbessern. Ein großer Wellness-Bereich samt verschiedenen Saunen, Hallenbad, Whirlpool ist das eine, ein freundlicher Kinderbereich und ein Jugendspielraum das andere, damit sich Familien in dem gelben Tempel gleich neben der Piste auch wirklich wohlfühlen. Die Balance zwischen kinderfreundlich und erwachsenengerecht gelingt – nicht zuletzt durch das kreative Essen, das an den Tisch serviert gleich noch einmal an Eleganz-Punkten gewinnt.

    Und so ein schön angerichtetes, wohlschmeckendes Mahl, das tut auch den Kindern gut. Denn vormittags essen sie das, was mittlerweile zur Grundausrüstung jedes Skilehrers gehört – Gummibärli in rauen Mengen. "Damit motivieren wir die Kinder", sagt Koch. Damit sie zuerst im Pizzaschnitten-Stil und später dann sogar "Pommes" oder im Parallelschwung, wie man früher dazu gesagt hätte, über die Pisten düsen.

    Bis Skifahren des Leiwandste ist

    Und damit die Eltern auch da ruhige Minuten haben und keine Ängste erleiden, dass die Kinder aus dem Sessellift fallen, hat sich Obertauern etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Auf einem Seil werden sowohl Sessellift als auch Gondeln nach oben transportiert – die Gondeln, damit die Skilehrer ihre ganze Gruppe im Blick haben.

    Und die Kinder? Die juchzen mittlerweile bei ihren kurzen Abfahrten. Die Backerl sind immer noch rot, aber das, was sie rufen, hat sich verändert: "Mag nicht aufhören mit dem Skifahren!"

    12.01.2019, 07:18 Uhr

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