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  • Reisen
    Wie wir reisen – werden

    Wie wir reisen – werden

    Nachhaltigkeit, Overtourism und computergestütztes Hightech beeinflussen unsere künftige Art des Reisens immer mehr. Fünf Trends von Tinga Horny.

    Wohin die nächste Reise geht, steht nicht allein in den Sternen. Es ist vielmehr Studiengegenstand der Marktforscher und Experten. So hat der Reiseverlag Lonely Planet neben den aufstrebenden Trendzielen – etwa Sri Lanka, Kopenhagen und Piemont im nächsten Jahr – auch analysiert, wie gesellschaftliche Tendenzen das Reisen prägen.

     

    Computergestützte Realität: Virtual und Augmented Reality (AR), also computergestützte erweiterte Realität, sind in der Reisebranche keine Zukunftsmusik mehr. Zunehmend entwickeln sie sich zu Standardhilfsmitteln, mit denen Urlauber bereits von zu Hause aus Ziele und Hotelzimmer auskundschaften. Aber auch Museen und andere Touristenattraktionen erkennen das Potenzial dieser Technologie, denn sie bietet packende Perspektiven. Und nicht nur das: Paris im 18. Jahrhundert im Vergleich zu heute oder eine Tour durch das höchste Gebäude der Welt, den Burj Khalifa in Dubai – mit den visuellen Möglichkeiten von AR können virtuelle Einblicke erstellt werden, die in der Wirklichkeit nicht möglich sind.

    E-Autos statt Benziner: In der Mietwagenbranche sind umweltfreundliche Vehikel ein großes Thema, denn die Kundschaft will immer häufiger einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck bei ihren Fahrten hinterlassen. Allerdings sind die Flotten an die Länder mit der besten Infrastruktur für Elektrowagen gebunden. Es muss schließlich genügend Aufladestationen geben. Während Deutschland zu den Nachzüglern gehört, sind Norwegen, die Niederlande, Schweden und Frankreich, Großbritannien und China in Sachen E-Autos führend.

    Zurück zu den Ahnen: Wie viel Afrika, Asien, Europa oder Amerika steckt in mir? Ahnenforschung ist dank Internet und immer preiswerterer DNA-Analysen keine Frage des Geldes mehr. Wer wissen will, woher seine DNA stammt, kann diese bereits für unter 100 Euro testen lassen und wird staunen, dass fast jeder ein bisschen von der ganzen Welt in sich trägt. Zugleich erweist sich das Internet als große Hilfe, wenn es darum geht, Familienstammbäume zurückzuverfolgen und die eigene Geschichte zu erforschen. Lonely Planet schließt daraus, dass Reisen zurück zu den eigenen Wurzeln in einer sich ständig verändernden Welt ein wichtiger Trend sind.

    Zukunft Astrotourismus: Nicht nur, weil sich Milliardäre wie Richard Branson und Elon Musk derzeit einen Wettlauf liefern, wer es zuerst schafft, Touristen ins All zu schießen, ist diese Reiseform im Kommen. Allein die Tatsache, dass die totale Sonnenfinsternis über den USA 2017 mehr als sieben Millionen Menschen auf die Beine brachte, die das Ereignis verfolgten, weist auf einen Trend hin. Nicht viel weniger Beobachter werden erwartet, wenn es im Juli 2019 zu einer Sonnenfinsternis über Südamerika kommt. Aber nicht nur solare Großereignisse faszinieren das Publikum. Immer mehr Menschen – oft Millennials – begeben sich auf Trips, um Sterne, Polarlichter und andere Himmelsphänomene zu erleben.

    Weg von ausgetretenen Pfaden: Der Begriff Overtourism war in diesem Jahr in aller Munde. Venedig, Barcelona und Dubrovnik sind beängstigende Beispiele dafür, dass zu viele Touristen eine zerstörerische Kraft entwickeln. Die Frage dreht sich also darum, Massen zu entzerren und andere attraktive Regionen touristisch zu entwickeln. Potenzielle Alternativkandidaten sind Städte wie Toronto oder Ljubljana. Und als unterschätzte Naturregionen gibt Lonely Planet die dänischen Faröer-Inseln sowie die kanadischen Nationalparks an.

    02.12.2018, 01:13 Uhr

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