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  • Reisen
    Das Leben in Valencia genießen

    Das Leben in Valencia genießen

    In Valencia geht es glücklicherweise etwas beschaulicher und ruhiger als in Barcelona zu. Thomas Streif hat sich davon überzeugt, dass die drittgrößte Stadt Spaniens der "großen Schwester" um nichts nachsteht.

    Der Duft von Früchten, Gewürzen, Fisch und frisch gekochten Spezialitäten zieht einen unweigerlich in den Mercado Central in Valencia. In einer der ältesten Markthallen Europas tummeln sich hunderte Einheimische und Touristen auf der Suche nach kulinarischen Genüssen. Hier schlägt das Herz von Valencia, der drittgrößten Stadt Spaniens.

    Ein Städteurlaub in Spanien abseits der bekannten Metropolen Barcelona und Madrid ist hier an der Südostküste besonders empfehlenswert. Noch ist die Hafenstadt mit ihren rund 800.000 Einwohnern touristisch nicht überlaufen, das könnte sich in den kommenden Jahren ändern. Seit heuer gibt es Direktflüge ab Wien. In etwa zweieinhalb Stunden ist man in der drittgrößten Stadt Spaniens, in der an 300 Tagen im Jahr die Sonne scheint.

    Vom lebhaften Alltag in der Markthalle bis zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Altstadt sind es nur wenige Minuten. Valencia wird die "Stadt der Seide" genannt. Vom 14. bis ins 18. Jahrhundert war der Seidenhandel das wichtigste Gewerbe in der Stadt. In der Lonja de la Seda (Seidenbörse) kann man sich auf die Spuren der Seidenhändler begeben.

    Das Leben in Valencia genießen

    Umstrittene Touristenattraktion

    So stolz die Valencianer auf ihre historische Altstadt mit der Kathedrale und den großen, prächtigen Plätzen sind, so ambivalent stehen die Einheimischen zur Stadt der Künste und Wissenschaften. Das vom bekannten valencianischen Architekten Santiago Calatrava geplante futuristische Viertel am Rande des Túria, eines trockengelegten, acht Kilometer langen Parks, der auch die "grüne Lunge der Stadt" genannt wird, setzt sich aus modernen, futuristischen Gebäuden zusammen. Die Oper, das Wissenschaftsmuseum oder das größte Aquarium Europas, das Oceanográfic, ziehen die Blicke auf sich. Die Kosten für die imposanten Bauwerke sollen rund 1,3 Milliarden Euro ausgemacht haben. Viel und eigentlich nicht wirklich vorhandenes Steuergeld für eine touristische Attraktion, die man – zugegebenermaßen – gesehen haben sollte.

    Wo Österreich 0:9 unterging

    Auf Spurensuche der wohl bittersten Stunde der österreichischen Fußballnationalmannschaft kann man sich im Mestalla-Stadion begeben. 1999 lief Österreich in Valencia in ein 0:9-Debakel gegen Spanien. Das Stadion, in dem der FC Valencia seine Heimspiele austrägt, gehört mit seinen extrem steilen Tribünen, von denen man von allen Sitzplätzen eine sehr gute Sicht auf das Spielfeld hat, zu den sehenswertesten in Europa. Es werden täglich einstündige Stadiontouren angeboten.

    Das Leben in Valencia genießen

    Lange Nächte in Valencia

    Nach dem Ligaspiel des FC Valencia – einem ziemlich bescheidenen 1:1 gegen Celta de Vigo – geht es in das lebendige und trendige Studenten- und Fortgehviertel Ruzafa, wo sich kreative Tapas- und Cocktailbars aneinanderreihen. Bei den Einheimischen ist dieser Stadtteil der letzte Schrei in Sachen Kultur- und Nachtleben. Wenn man erst nach 22 Uhr isst, können die Nächte in Valencia, begleitet von einigen Krügen "Agua de Valencia", einer "gefährlichen" Mischung aus Orangensaft, Sekt, Zucker, Gin und Wodka, lang werden.

    Nach einer kurzen Nachtruhe bietet sich am Morgen danach als Abschluss der Städtereise noch ein Abstecher zum kilometerlangen, flachen Sandstrand an. Anders als in Barcelona findet sich hier fast immer problemlos ein ruhiges Plätzchen, um sich vom Trip durch das vielfältige und lebendige Valencia zu erholen.

     

    Essen und Trinken

     

    Die Paella ist das absolute Nationalgericht in der Region Valencia. Kein Wunder, der weiße Reis wird nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt auf Feldern in Albufera angebaut. Ansonsten gibt es in der Stadt unzählige Tapas-Bars. Wer noch kleinere Häppchen will, sollte eine Pintxo-Bar besuchen. Die Pintxos, kleine belegte Weißbrote, liegen auf der Bar. Man nimmt sie sich einfach selber. Probieren sollte man eine Horchata, eine kühl servierte Erdmandelmilch. Wer es stärker will, bestellt eine „Agua de Valencia“ (Orangensaft, Sekt, Zucker, Gin, Wodka).

     

    Thomas Streif, 24.11.2018, 15:00 Uhr

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