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  • Chronik

    Bub (9) schrieb Schultest im Freien: Eltern waren einverstanden

    VOITSBERG. Das Bild eines Schülers (9), der einen Test im Freien schreiben musste, verbreitete sich gestern in den Sozialen Medien wie ein Lauffeuer. Wie nun bekannt wurde, waren die Eltern mit der Absolvierung des Tests im Freien einverstanden und haben auch zugegeben, das Foto selbst gemacht zu haben.

    Ein Vorfall in der Volksschule Voitsberg, bei dem ein Neunjähriger mit Maskenbefreiung den Sachunterrichttest bei Minusgraden scheinbar vor der Schule schreiben musste, erregt die Gemüter. Mehrere Tausende Male wird das Posting binnen weniger Stunden geteilt, die Hintergründe des Bildes sind zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

    Am heutigen Freitag soll ein Dienstgespräch mit der Schulleiterin und der Klassenlehrerin stattfinden, bei dem sie Stellung beziehen können. Zudem wird betont, dass die rechtlichen Bestimmungen keine Möglichkeit vorsehen, schriftliche Prüfungen außerhalb des Schulgebäudes durchzuführen. "Das ist nicht üblich und in dieser Form sicher nicht zulässig", sagte der stellvertretende Bildungsdirektor Bernhard Just dem ORF Steiermark. Just deutete aber auch Konsequenzen für jene an, die aufgrund des Bildes über soziale Medien "Falschmeldungen verbreiten und Drohungen aussprechen". Die Polizei sei bereits involviert.

    Eltern wussten von dem Test 

    Der Vater des Kindes hat sich inzwischen zu Wort gemeldet und teilt die Hintergründe zum Bild mit der Kleinen Zeitung. "Meine Frau und ich haben die Fotos gemacht", sagt der Mann. Entstanden sei das Bild am 11. Jänner. Zu diesem Zeitpunkt war für die Eltern bereits klar gewesen, dass sie ihren Sohn von der Schule abmelden. "Wir haben in den Weihnachtsferien einen Termin bei einem Arzt bekommen, der eine Maskenbefreiung für unseren Sohn ausgestellt hat", so Fischer. Bei dem Arzt handelt es sich laut der "Kleinen Zeitung" um den impfskeptischen Grazer Arzt Klaus Bielau, der 2019 nach einer Impfgegner-Doku von der Ärztekammer angezeigt worden war.

    Warum genau der Bub eine Maskenbefreiung braucht, will der Vater nicht sagen. "Uns wurde mitgeteilt, dass das Attest von der Direktion nicht akzeptiert wird und wir ihn abholen müssen". Die Direktorin habe dem Vater mitgeteilt, dass sie die Verantwortung für 340 Kinder trage und deshalb nicht riskieren wolle, dass etwas passiert. 

    Doch warum musste der Bub nun am Dienstag bei Minusgraden einen Sachunterrichtstest schreiben? "Es war uns wichtig, dass mein Sohn noch an dem Test teilnimmt, bevor er die Schule verlässt, er hat sich drei Wochen lang darauf vorbereitet", sagt der Vater. Die Klassenlehrerinnen des Buben hätten sich daraufhin diese Lösung überlegt. "Das war anscheinend die einzige Möglichkeit, wie er den Test noch schreiben konnte." Die Familie fuhr aus diesem Grund am Dienstag für den Test zum Schulgebäude und brachte den Buben zum Klassenfenster. 15 bis 20 Minuten absolvierte der Neunjährige dann vor dem Fenster parallel zur restlichen Klasse den Test. "Die Direktorin hat zwar gemeint, in Zeiten wie diesen wäre der Test nicht so wichtig, aber wir haben gesagt, wir bestehen darauf, da ihn das Lernen belastet hat und dadurch wurde dieses Gewicht von ihm genommen."

    Dem Buben fiel der Abschied von seiner Schule sichtlich schwer. "Ich mochte meine Lehrerinnen sehr und werde meine Freunde vermissen", sagt er.

     

    nachrichten.at, 14.01.2022, 10:27 Uhr

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