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    Wasserstoff-Tankstelle von Fronius ist serienreif

    THALHEIM. Das in Thalheim entwickelte Pilotprojekt „SOLH2UB“ soll dem Treibstoff der Zukunft zum Durchbruch verhelfen.

    Umweltfreundliche Antriebslösungen sind eine wirksame Waffe gegen die drohende Klimakatastrophe. Bei Fronius wird seit vielen Jahren daran geforscht. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Gestern präsentierte Geschäftsführerin Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß am Forschungsstandort Thalheim die österreichweit erste innerbetriebliche Wasserstoff-Tankstelle. Sie soll demnächst in Serie gehen. Die Fronius-Chefin ist überzeugt: „Die Zukunft der Fortbewegung kann nur ohne fossile Brennstoffe stattfinden. Und genau hier setzen wir mit unserer Wasserstofftechnologie an.“

    Video: So sieht die Solar-Wasserstoff-Tankstelle aus.

    800 Kilometer Reichweite

    Die Tankanlage ist ein technischer Alleskönner. Sie erzeugt Solarstrom, verwandelt die grüne Energie in Wasserstoff und speichert diesen unter hohem Druck. Als Nebenprodukt entsteht Heizwärme. Betankt wird die interne Firmenflotte, die bei Fronius vorerst nur aus zwei Fahrzeugen besteht, doch es sollen bald mehr werden.

    An einem Tag produziert die Tankstelle vier Kilo Wasserstoff. Mit einer Tankfüllung von sechs Kilo schaffen Autos mit Brennstoffzellen 800 Kilometer Reichweite. 27 Kilo Speicherkapazität pro Tankstelle reichen für 3600 Kilometer. Weil die Kapazität noch begrenzt ist, bietet sich „SOLH2UB“ fürs Erste im kommunalen Bereich an. Doch die Fortschritte sind erstaunlich. Das Unternehmen forscht seit 16 Jahren in der Wasserstoffenergie

    Ein weiterer Forschungsschwerpunkt steht unter dem Schlagwort „24 Stunden Sonne“. In Thalheim widmen sich 550 Mitarbeiter einer Zukunft ohne fossile Brennstoffe. Für technische Laien klingt die Unternehmensstrategie wie ein spanisches Dorf. Sie steht im Wesentlichen auf drei Beinen: der Sektorenkoppelung, einer intelligenten Steuerung von Elektrizität, Mobilität und Wärme. Der Einbindung von Photovoltaik in die Strommärkte in Form dezentraler Netzwerke, so genannten „Blockchains“, die Verbrauchern eine direkte Vernetzung ermöglichen.

    Ein dritter Baustein auf dem Weg zur „24-Stunden-Sonne“ zielt ab auf die Optimierung der schadstofffreien Energie und auf mehr Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz.

     

     

    Erik Famler, 11.10.2018, 04:37 Uhr

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