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    "Schiff ahoi!" mit Totenkopfflagge auf dem "Schwarzen Meer"

    WAIDHOFEN. Der Spaß im Waidhofner Rathaus stumpfte ab. Aber der "Bedarf an fundierter Kritik" zwingt die Liste "FUFU", weiterzumachen.

    Die Bezeichnung "Piratenliste" lässt Martin Dowalil durchgehen, obwohl die Binde mit dem Totenkopf auf seinem Oberarm viele zu einer Fehldeutung verleitet. Dowalil, der an besonderen Tagen noch immer Gebraucht-Uniformen aus dem Internet trägt und Baustadtrat der Liste "FUFU" im Waidhofner Rathaus ist, ist eingefleischter St.-Pauli-Fan und seit Jahren eingeschriebenes Mitglied bei dem legendären Hamburger Fußballverein.

    Die Anhängerschaft bei dem Fußballklub von St. Pauli, den die kleinen Leute und nicht die VIPs und Schickimickis ausmachen, ist genauso politisches Programm für "FUFU" wie der Kalauer des Listennamens "Farblose Unabhängige Formierte Uniformierte", der 2012 das erste Mal zur Kandidatur für eine Gemeinderatswahl eingereicht worden war.

    Satire war schon immer das Pulver, mit dem die Piratenliste als Freibeuter gegen "Freunderlwirtschaft und Machtgier" auf dem Schwarzen Meer Waidhofens ihre Kanonen lud. Für den Wahlkampf jetzt hat sich Dowalil die Stirn rasiert und nur einen Haarkranz stehen lassen: den "niederösterreichischen Machtkranz", wie er die Halbglatze nennt, der sich einst Landeshauptmann Erwin Pröll als "Landesfrisur" brüstete. In Anlehnung an die Verzichtserklärungen der WVP für ihr Vorzugsstimmenmodell hat Dowalil seine neun Mitstreitenden einen Wisch unterschreiben lassen, dass sie als Mündel der Besachwalterung durch ihren Listenführer zustimmen. "Von der Sache ist es ja dasselbe, was die WVP von ihren Kandidaten verlangt, und eine Verbiegung des Wahlrechtes", begründet Dowalil einen ernsten Hintergrund hinter der Klamaukaktion.

    Programmatisch legte die Liste "FUFU", die ihren jetzigen Sitz im Stadtrat und vier Mandate im Gemeinderat nicht nur verteidigen, sondern ausbauen will, neben einer Tabelle konkreter Vorhaben eine Themenliste vor, die sich "heute eh selber aufstellt", sagt Dowalil: "Klimaschutz etwa – das geht uns wie jeden auch in der Stadt an und das müssen wir fast bei jedem Beschluss jetzt mitberücksichtigen." Sehr verärgert ist der mittlerweilige Pröll-Doppelgänger darüber, dass ihn Bürgermeister Werner Krammer (VP) nach ein paar kritischen Worten als Baustadtrat schneide und ihm nunmehr Unterlagen vorenthalte. "Flachdächer im neuen Betriebsgebiet ohne Begrünung darauf hätte es mit mir nicht gegeben." Enttäuscht gibt er sich auch von der SP. Diese sei bei Missständen, die "FUFU" aufgedeckt habe, bei der Kritik nicht mitgegangen. Die Schlussfolgerung, die Dowalil daraus zieht: "Man sieht, wir von FUFU werden noch gebraucht."

    Hannes Fehringer, 15.01.2022, 00:04 Uhr

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