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    Im "Distance Learning" eigene Firma gegründet

    WOLFERN. Im Corona-Lockdown lernte HAK-Maturant Clemens Kräter daheim. In der Küche tüftelte er ein Smoothie-Pulver aus

    Während des vorjährigen Lockdowns in der Corona-Pandemie musste der HAK-Schüler Clemens Kräter aus Wolfern seinen Laptop und sein Schulzeug aus der Bank im Klassenzimmer räumen. Die angehenden Handelsakademiker mussten wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ins "Distance Learning" im Heimunterricht wechseln.

    In den Lernpausen und in seiner Freizeit zu Hause setzte der 18-jährige Maturant gleich den Lehrstoff seiner Professoren in die Praxis um: Er gründete seine erste Firma.

    Der junge Wolferner wusste von der Erkenntnis der Ernährungswissenschafter, dass die Österreicher viel zu wenig Obst essen würden. Mit den Fruchtsäften und Smoothies, die es in den Supermärkten und Drogerien gibt, war der junge Mann aber nicht zufrieden. "Zum einen verbrauchten die Fruchtsäfte ungemein viel Plastikverpackung, zum anderen neigt das Pulver für Smoothies in den Dosen während des Gebrauchs zum Verklumpen." Dazu erhob Kräter den Anspruch, dass ein verpackungssparendes Instant-Smoothie nach seinem Geschmack nur aus Früchten aus biologischer Landwirtschaft hergestellt werden darf und aus sonst gar nichts. Die Küche zu Hause wurde dann das Entwicklungslabor für sein "Frumotion"-Pulver, das er für den Einzelgebrauch in Papierbriefchen abfüllte.

    Für die erste Charge bezog er aus dem Bio-Handel zerriebene gefriergetrocknete Erdbeeren, die er mit einem Bananenpulver vermengte. Über jede Mischung führte er penible Aufzeichnungen, bis er die Rezeptur fertig hatte. "Es ist wie beim Bierbrauen nach dem Reinheitsgebot", beschreibt er die Tüftelei, "es sind nur ganz wenige völlig natürliche Zutaten und es kommt dann auf die richtige Mischung und Textur bei dem Erzeugnis an", sagt Kräter.

    An die ganze Familie wurden dann Gläser und Löffel verteilt, damit sie sich für Verkostungen das Pulver mit Wasser zu einem Smoothie verrühren konnte. Mittlerweile hat der eigene Geschmacksnerv und jener der Verwandtschaft drei Geschmacksrichtungen – "Erdbeer/Banane", "Heidelbeere/Waldbeere" und "Pfirsich/Mango" – geformt: ganz ohne Stabilisatoren und künstliche Aromen, versteht sich.

    Das Trockenpulver liefert für den Beginn ein deutscher Gefriertrockner, Kräter will seine Rohstoffe schon bald bei heimischen Bio-Landwirten bestellen, die über die nötigen Maschinen verfügen.

    Über Internet-Versand hat der Wolferner im November mit seinem "Frumotion"-Smoothiepulver den Markt betreten. 300 Säckchen hat er seither bereits verkauft. Was seine GmbH, zu deren Gründung er 10.000 Euro aus seinen Ersparnissen aufbringen musste, noch nicht in die schwarzen Zahlen befördert hat. "Wir haben ja eben erst begonnen", weiß Kräter, dass es für den Erfolg auch etwas Geduld bedarf.

    Beschleunigen soll das Wachstum seiner jungen Firma eine Kapitalspritze, die sich Kräter aus der Gründer-TV-Show "2 Minuten 2 Millionen" auf "Puls 4" holen will. Auf die Fragen von Jurymitgliedern wie Hans-Peter Haselsteiner oder Leo Hillinger, was denn die Neuheit und der besondere Vorteil an seinem Produkt sei, macht sich Kräter schon jetzt gefasst: "Der Kunde kann absolut naturbelassene Smoothies trinken, ohne dabei Müll anzuhäufen." Die Bewerbung an den Privatfernsehsender will er dieser Tage abschicken. "Ich glaube", sagt er zuversichtlich, "dass unser Unternehmen genau ins Sendeschema passt." Und einer der Investoren in die Firma einsteigt. Bis dahin will sich Kräter für sein "Frumotion" die Schuhsohlen ablaufen – und daneben die Matura machen.

    "Frumotion" Pulver für Smoothies. Frumotion GmbH, Wolfern, www.frumotion.com

    Hannes Fehringer, 13.01.2022, 00:04 Uhr

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