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  • Rieder Volkszeitung

    Die zehn goldenen Regeln für eine funktionierende Begegnungszone

    RIED. Die Regeln zur Vorbereitung, denn: In Ried gilt diese Verkehrsform derzeit noch nicht.

    "Was bitte ist in einer Begegnungszone erlaubt?" – Fragen wie diese wurden nach dem vorwöchigen Bericht über die geplante Begegnungszone in Ried an die Redaktion der OÖNachrichten gerichtet. Vorweg: In Ried gibt es noch KEINE Begegnungszone, die Verordnung dafür liegt noch nicht vor. Es gelten daher alle Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung (StVO).

    Wir haben die wichtigsten Punkte aus der Straßenverkehrsordnung sowie aus einer Informationsbroschüre des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zusammengestellt. Begegnungszonen sind seit 31. März 2013 gesetzlich verankert und unter § 76c der Straßenverkehrsordnung definiert. Darin heißt es: "Die Behörde kann, wenn es der Sicherheit, Leichtigkeit oder Flüssigkeit des Verkehrs, insbesondere des Fußgängerverkehrs, dient, oder aufgrund der Lage, Widmung oder Beschaffenheit eines Gebäudes oder Gebietes angebracht erscheint, durch Verordnung Straßen, Straßenstellen oder Gebiete dauernd oder zeitweilig zu Begegnungszonen erklären." Was sind nun die goldenen Regeln für ein Funktionieren der Begegnungszone? Wir geben Antwort auf diese Frage:

    1. In Begegnungszonen dürfen die Lenker von Fahrzeugen Fußgänger weder gefährden noch behindern, haben von ortsgebundenen Gegenständen oder Einrichtungen einen der Verkehrssicherheit entsprechenden seitlichen Abstand einzuhalten und dürfen nur mit einer Geschwindigkeit von höchstens 20 km/h fahren. Lenker von Kraftfahrzeugen dürfen auch Radfahrer weder gefährden noch behindern. (Quelle: StVO)

    2. In Begegnungszonen dürfen Fußgänger die gesamte Fahrbahn benützen. Fußgänger dürfen den Fahrzeugverkehr jedoch nicht mutwillig behindern. (Quelle: StVO)

    3. Wenn es der Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs dient und aus Gründen der Sicherheit des Verkehrs keine Bedenken dagegen bestehen, kann die Behörde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h erhöhen. (Quelle: StVO)

    4. Verkehrszeichen werden lediglich am Anfang und am Ende der Zone eingesetzt, um die Verkehrsteilnehmer über die Zonenbegrenzung zu informieren. (Quelle: KFV)

    5. Alle Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt und müssen aus diesem Grund stärker aufeinander Rücksicht nehmen. (Quelle: KFV)

    6. KfZ dürfen nur an gekennzeichneten Stellen parken. (Quelle: KFV)

    7. Das Nebeneinanderfahren von Radfahrern ist gestattet. (Quelle: KFV)

    8. Jeglicher Fahrzeugverkehr ist gestattet, ebenso das Rollschuhfahren. (Quelle: KFV)

    9. Die Begegnungszone zählt zum fließenden Verkehr und ist daher – im Gegensatz zur Wohnstraße – nicht gegenüber anderen Verkehrsflächen benachrangt. Es gelten allgemeine Vorrangregeln. (Quelle: KFV)

    10. Die Anbringung von Schwellen, Rillen, Bordsteinen und dergleichen sowie von horizontalen baulichen Einrichtungen ist in verkehrsgerechter Gestaltung zulässig, wenn dadurch die Verkehrssicherheit gefördert oder die Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit unterstützt wird. (Quelle: StVO)

    Das Kuratorium für Verkehrssicherheit gibt folgende Empfehlung ab: "Gewissenhafte Vor- und Grundlagenarbeit ist aus Sicht des KFV einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren von Begegnungszonen. Dazu gehört vor allem die intensive Bürgerbeteiligung, um Ängste und Bedürfnisse der verschiedenen betroffenen Gruppen schon in der Planungsphase zu berücksichtigten. Begegnungszonen müssen ein Gemeinschaftsprojekt von Raumplanern, Verkehrstechnikern, Vertretern der Politik sowie Anwohnern, ortsansässigen Gewerbetreibenden und Interessensverbänden, vor allem der Behindertenverbände, sein."

     

    In der Rieder Innenstadt sind die Tiefbau-Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Eine Verordnung der Begegnungszone muss durch die Stadtgemeinde Ried erst erfolgen. Dazu sind noch Vorarbeiten notwendig: Nachdem die Möblierung (Poller, Bänke etc.) erfolgt ist, muss ein Verkehrstechniker ein Gutachten erstellen – erst dann kann die Verordnung erlassen werden.

     

    Winterdienst: Auch hier gilt für Hausbesitzer eine wichtige Regelung, die im § 93 der StVO festgelegt ist: Wenn kein Gehsteig vorhanden ist (so wie derzeit in einigen Gebieten der Rieder Innenstadt), müssen die Hausbesitzer einen ein Meter breiten Streifen entlang der Häuserfronten schneefrei halten.

    Roman Kloibhofer, 20.11.2014, 00:04 Uhr

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