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    Erster Gerichtstermin im Fall Leo: Alle zittern mit

    Erster Gerichtstermin im Fall Leo: Alle zittern mit

    MITTERKIRCHEN/ORLANDO. Nach knapp zweieinhalb Monaten der Unsicherheit könnte es heute im Fall des während seines USA-Besuchs inhaftierten Mühlviertlers Leo S. eine erste Entscheidung geben.

    Für 9 Uhr Ortszeit wurde am Gericht in Sarasota im US-Staat Florida eine gerichtliche Anhörung angesetzt. Bei dieser Anhörung geht es darum, ob sich der 18-Jährige, dem Sex mit seiner 15-jährigen Internetbekanntschaft vorgeworfen wird, schuldig bekennt. Das tut er nicht. Gleichzeitig laufen intensive Verhandlungen zwischen der Verteidigung des 18-Jährigen und der Staatsanwaltschaft, die drohende Haft von bis zu 15 Jahren in eine Geldstrafe umzuwandeln.

    Auch wenn der Gerichtsort tausende Kilometer entfernt ist: Die Anteilnahme an Leos Schicksal in der Heimat ist ungebrochen. Vor allen in Mitterkirchen im Machland, dem Wohnort der Familie im Bezirk Perg, fiebern viele Menschen mit Leo S. und dessen Angehörigen mit.

    Hoffen auf Leos Heimkehr

    "Wir warten auf die Entscheidung und hoffen, dass wir ihn und seine Familie in der nächsten Woche in unserer Gemeinde empfangen können", sagte gestern Bürgermeister Herbert Froschauer (VP). Ins selbe Horn stößt Gabriel Burian von der Freiwilligen Feuerwehr. Die Kollegenschaft hoffe, "dass es gut ausgeht", wie der Vize-Feuerwehrkommandant gestern sagte.

    Nach wie vor können viele nicht fassen, dass der Fachschul-Absolvent, der am 30. Juli in Florida festgenommen worden war und dann insgesamt 235 Stunden unter zum Teil widrigsten Bedingungen in Haft gesessen ist. "Wir sind alle total erschrocken, als die Nachricht im Ort die Runde gemacht hat. Die Fotos von Leo in der orangefarbenen Häftlingskleidung waren furchtbar. Ich hoffe sehr, dass Leo jetzt begnadigt wird", sagt Andreas Lanzinger. "Selbstverständlich drehen sich momentan viele Gespräche über sein Schicksal", sagt Martina Holzmann. "Man kann sich ja gar nicht vorstellen, was Leo und seine Familie in den vergangenen Wochen mitgemacht haben. Ich hoffe nur das Beste für ihn". Etwa, dass der 18-Jährige mit einer Geldstrafe davonkommen möge. Für diesen Fall kann sich Holzmann gut vorstellen, dass die Mitterkirchner eine Hilfsaktion finanzieller Natur starten – etwa mit einem großen Benefiz-Fest.

    "Viele schreiben, dass sie für Leo gespendet haben und dass sie hoffen, dass es eine gute Wende in dem Fall gibt", sagt Bürgermeister Froschauer. Auf dem von ihm initiierten Spendenkonto seien mittlerweile rund 50.000 Euro eingegangen.

    Video: 

    Betroffenheit auch an HTL Perg

    Mitgenommen hat die Verhaftung des Mühlviertlers auch dessen ehemalige Lehrer an der HTL in Perg. Hier hat Leo im Mai die vierjährige Fachschule für Informationstechnik abgeschlossen. "Uns allen an der Schule geht Leos Schicksal nahe. Wir hoffen inständig, dass er bald wieder in Österreich sein kann", sagt Schuldirektor Christian Reisinger.

    Gerhild Niedoba und Bernhard Leitner, 14.09.2018, 00:04 Uhr

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