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    Unfruchtbarkeit, Eheprobleme und Trump: Michelle Obama redet Klartext

    Unfruchtbarkeit, Eheprobleme und Trump: Michelle Obama redet Klartext

    WASHINGTON. Die am Dienstag erschienene Biografie der ehemaligen First Lady bricht viele Tabus.

    Acht Jahre lang musste sie ihre Gefühle hinter der Fassade der makellosen First Lady verbergen. In ihrer gestern erschienenen, in mehr als 20 Sprachen übersetzten Biografie "Becoming" redet Michelle Obama nun erstmals Klartext, bricht viele Tabus und lüftet so manche Geheimnisse.

     

    Kindheit und Jugend: Die heute 54-Jährige wuchs in einem ärmlichen Teil Chicagos auf. Der Vater repariert Boiler, die Mutter verdient als Sekretärin Geld dazu, sobald Michelle und ihr Bruder Craig in die Schule kommen. "Wir waren arm", schreibt Obama, aber ihre Eltern legten Wert auf Ausbildung und brachten ihr früh bei, ihre Meinung zu sagen. Und weil ihr Vater an Multipler Sklerose erkrankte, beschloss sie, etwas Besonderes zu machen. An der Eliteuniversität Princeton studierte sie Soziologie, in Harvard dann Jus.

    Die Ehe mit Barack: "In dem Moment, in dem ich zuließ, überhaupt etwas für Barack zu empfinden, überfluteten mich die Gefühle – eine überwältigende Welle von Lust, Dankbarkeit, Erfüllung und Bewunderung", schreibt Michelle Obama über ihren einstigen Praktikanten in der Anwaltskanzlei. Barack war allerdings nicht der erste Mann, mit dem sie Sex hatte. Sie berichtet auch von den Problemen, schwanger zu werden, von der Fehlgeburt und dass dem Paar schließlich künstliche Befruchtung half, die beiden Töchter zu bekommen. Auch aus ihren Eheproblemen macht sie kein Geheimnis und erzählt offen darüber, wie die Eheberatung ihre Beziehung gerettet hat. Mit ihren intimen Geständnissen will sie Mut machen und andere ermutigen.

    Das Leben im Weißen Haus: Schonungslos berichtet sie auch von ihrer Zeit im Weißen Haus, den Belastungen und den Anfeindungen. Unter anderem davon, wie Donald Trump immer wieder die Spekulationen anheizte, dass Barack Obama gar nicht in den USA geboren und somit kein Amerikaner sei. "Das war gefährlich, weil er absichtlich Extremisten und Verrückte angestachelt hat", schreibt Michelle Obama. "Was wäre gewesen, wenn ein Verrückter mit einer geladenen Waffe nach Washington gefahren wäre? Was, wenn diese Person unsere Mädchen gesucht hätte? Donald Trump hat mit seinen lauten und rücksichtslosen Sticheleien die Sicherheit meiner Familie gefährdet. Und das werde ich ihm niemals verzeihen."

    Politische Ambitionen: Auch zu ihren eigenen politischen Ambitionen äußert sie sich sehr deutlich: "Ich habe keine Absicht, jemals für ein Amt zu kandidieren", schreibt sie. "Ich war noch nie ein Fan von Politik, und meine Erfahrung der vergangenen zehn Jahre hat wenig dazu beigetragen, das zu ändern." Sie sei vielmehr der Meinung, dass man nicht in die Politik gehen müsse, um etwas zu bewirken und anderen zu helfen. Das wolle sie mit ihrem Buch vermitteln. (hei)

    • Michelle Obama: "Becoming – Meine Geschichte", Goldmann-Verlag, 544 Seiten, 26,80 Euro

    14.11.2018, 00:04 Uhr

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