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    Facebook allein war Dominic Heinzl zu wenig

    Facebook allein war Dominic Heinzl zu wenig

    In seiner Auszeit vom Bildschirm hat sich der 54-Jährige auf dem Motorrad die Welt angesehen – jetzt ist der Moderator mit einer eigenen Society-Sendung auf ATV in den Vorabend zurückgekehrt.

    Fast hätte man ihn schon vergessen. Das wäre Dominic Heinzl wahrscheinlich gar nicht recht gewesen. Immerhin war der 54 jährige Niederösterreicher lange Zeit der König des Vorabends, der Stachel im Stöckelschuh der Society, der Promi-Einflüsterer und ironische Kommentator des bunten Geschehens schlechthin.

    Jetzt ist endlich eingetreten, was er sich schon lange gewünscht hat: Vergangenen Sonntag ist er mit einer Society-Sendung in den Vorabend zurückgekehrt. "Heinzl und die VIPs" läuft ausgerechnet auf ATV, jenem Sender, bei dem er mit "Hi Society!" seine größten Erfolge feierte.

    Tiefer Fall bei Aftershow-Party

    "Ich mache das seit der Matura. Im Prinzip liebe ich an diesem Job, dass man sehr viele interessante Menschen trifft. Am meisten vermisst habe ich in den vergangenen Jahren, Menschen davon zu erzählen, was passiert ist. In letzter Zeit war es so, dass ich außer meinen Facebook-Freunden niemandem erzählen konnte, wenn ich eingeladen war – das ist für jemanden, der sehr mitteilungsbedürftig ist, ein bisserl schwach", sagt er.

    Heinzl startete seine Karriere gleich nach der Schule bei Ö3. Nach seinen Erfolgen, die er später bei ATV feierte, holte ihn der ORF mit dem Societymagazin "Chili" zurück.

    Doch schon bald folgte der tiefe Fall – und das nicht nur quotentechnisch, sondern auch im wörtlichen Sinne, als er nach einem Schlag von Rapper Sido bei einer Aftershow-Party zu Boden ging. Dem Ganzen vorangegangen waren Beleidigungen nach einer Live-Übertragung von "Die große Chance", angeblich hatte der Deutsche den Österreicher "Hampel" genannt, der sich mit einem "Depp" revanchierte.

    Heinzls Vertrag beim ORF wurde nicht verlängert. Nach seinem Aus beim ORF hat Dominic Heinzl seine Zeit in "Schnupperpension" verbracht, wie er selbst sagt. Eine durchwegs lehrreiche Erfahrung: "Ich bin positiv denkend, und man darf ja nicht ätzen, ich habe 29 Jahre lang täglich – zuerst bei Ö3, dann bei ATV, dann beim ORF, dann bei W1 – eine Sendung moderiert, und wenn dann einmal Jahre kommen, wo weniger ist, muss man das anderweitig nutzen. Ich habe mir die Welt angesehen. Ich war in der Karibik, in der Südsee, in der Antarktis, ich habe Amerika mit dem Motorrad durchquert."

    Die Rückkehr hat sich schon angekündigt: "Ab 2016 war ich dann wieder für ATV tätig, zum Beispiel beim Beachvolleyball oder beim Oktoberfest, und habe anlassbezogen die Society-Geschichten gemacht", sagt er.

    Am Geld liege es nicht, dass er unbedingt Sendungen machen will, es ist der innere Antrieb, der ihn nicht loslässt. Beharrlich verfolgt hat er sein Ziel während seiner Abwesenheit vom Bildschirm auf jeden Fall: "Wann immer die Möglichkeit da war, habe ich gesagt: ,Hallo hier bin ich, wenn ihr mich braucht, ich wäre da.‘ Aber ich bin nicht Klinken putzen gegangen. Wenn nicht gleich eine Tür aufgegangen ist, habe ich mich hingesetzt und habe gewartet."

    Ob auch die Zuseher auf seine Rückkehr gewartet haben, bleibt spannend. Bei der Auftaktfolge "Heinzl und die VIPs" vergangenen Sonntag schalteten lediglich 83.000 Zuseher ein. Kommenden Sonntag um 19.45 Uhr sollen es mehr werden – immerhin wird Heinzl unter anderem über das Treffen zwischen Entertainer Thomas Gottschalk und Kanzler Sebastian Kurz berichten.

     

    Society Archiv

    Mit einer neuen Kategorie in seiner Sendung will Dominic Heinzl auch seine älteren Fans begeistern – mit Fundstücken aus dem Archiv. Blickte er in der Auftaktsendung von "Heinzl und die VIPs" vergangene Woche auf ein Interview mit einem sehr jungen Roland Düringer und einer ebenso jungen Nina Proll anlässlich des Erfolgs von "Hinterholz 8" zurück, so gibt es diesen Sonntag ein Gespräch zwischen Moderator und Entertainer Alfons Haider und Heinzl zu sehen. Ersterer ließ Haare für seine Rolle im Musical "The King and I", Letzterer hatte sich seine Glatze nur aufgeklebt.

    Society-Archiv

     

    Julia Evers, 14.09.2018, 04:49 Uhr

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