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  • Leitartikel

    Die Schätze in einer stürmischen Zeit

    Wenn plötzlich nicht mehr jeder Ort und Gipfel erreichbar ist.

    Es ist Winter und es gibt Schnee. Sehr viel Schnee. Was für eine Überraschung, dass uns dieses jährlich wiederkehrende Phänomen in vielen Lebensbereichen wie etwa beim Autofahren immer wieder auf dem falschen Fuß erwischt. Und doch fühlt sich in diesen Tagen alles etwas anders an. In Linz oder Wels ist von der weißen Pracht so gut wie keine Spur. Im Salzkammergut, in der Pyhrn-Priel-Region oder auch Teilen des Mühlviertels sind die Schneemassen dagegen erdrückend. Straßen werden gesperrt, Orte wie Gosau waren von der Außenwelt abgeschnitten, und Kinder haben "schneefrei", weil kein Weg mehr zur Schule führt oder dieser Weg eben zu gefährlich ist. Es herrscht Ausnahmesituation in diesen Landesteilen.

    Es ist ein Winter wie damals, hört man ab und zu Ältere sagen. Trotzdem ist es anders, weil so viel Schnee in so kurzer Zeit gefallen ist und deshalb im gesamten Land hohe Lawinengefahr herrscht. Noch nie hat es über einen so langen Zeitraum eine derartig kritische Lawinensituation in Oberösterreich gegeben – ein weiteres Ausrufezeichen des Klimawandels nach der langen Trockenheit und Hitze des vergangenen Rekord-Sommers. Die Intensität, mit der der Winter nun über uns hereingebrochen ist, ist ebenso einzigartig.

    Wir sind aber mittlerweile bestens vorbereitet auf die extremen Situationen. Allein in Ebensee gibt es 382 Schutzbauwerke gegen Lawinen, in Hallstatt sind es 325. Ohne diese Bauwerke wäre ein geregeltes Siedlungsleben nicht möglich.

    Und doch zeigt uns die Natur Grenzen auf. In einer Welt, in der alles vernetzt ist, bauen sich mit den Schneemassen Barrieren auf. Plötzlich ist nicht mehr jeder Ort, jeder Gipfel für jeden Einzelnen von uns erreichbar. In diesen Augenblicken besinnen wir uns auf Stärken, die in der Hektik des Alltags oft verloren gehen. Wir erkennen, dass Zusammenhalt wertvoll ist. Dass wir ganz besondere wertvolle Schätze in unseren Reihen haben: Bergretter, Feuerwehrmänner und freiwillige Helfer der verschiedensten Organisationen. Diese Menschen sind es, die uns in diesen kritischen Situationen zur Seite stehen, Wege freiräumen, Menschen retten und nicht selten ihr eigenes Leben riskieren, nur um anderen zu helfen. Sie alle haben sich besondere Anerkennung und Dank verdient. Und zwar weit über die Zeit hinaus, wenn der Schnee längst wieder geschmolzen ist.

    Roland Vielhaber, 11.01.2019, 00:04 Uhr

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