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    Hitze verlangsamt das Denken

    Hitze verlangsamt das Denken

    Sommerliche Temperaturen machen nicht nur körperlich schlapp, sondern auch geistig müde – wie eine Studie nun bewies

    Hohe Temperaturen im Schlafzimmer vermindern das Denkvermögen. Das geht aus einer US-Studie hervor, die die morgendliche Reaktionsschnelligkeit von Studenten während einer Hitzewelle in Boston untersucht. Umweltmediziner der Harvard School verglichen dazu Leistungen von Studenten vor, während und nach einer Hitzewelle.

    Ein Teil der gesunden jungen Leute lebten in einem Studentenwohnheim mit Klimaanlage, die anderen wohnten in einem Gebäude ohne Kühlung. Neben den Temperaturen berücksichtigten die Forscher während der zwölf Tage auch die Lärm- und Feuchtigkeitsbelastung in den Räumen sowie die Schlaf-, Trink- und Aktivitätsmuster der Studenten. Diese mussten jeden Morgen gleich nach dem Aufwachen auf ihren Smartphones kurze Tests machen: Etwa einfache Rechenaufgaben lösen.

    Auch junge Leute leiden

    Während der fünftägigen Hitzewelle, die auf fünf Tage sommerliche Normaltemperaturen gefolgt war, stieg die Reaktionszeit der Studenten ohne Klimaanlage deutlich an: Für ihre Antworten in einem Wörtertest brauchten sie gut 13 Prozent länger als ihre Studienkollegen, die kühlere Nächte hinter sich hatten. Um einen ähnlichen Prozentsatz sanken ihre bei einem Rechentest erzielten Punkte.

    Die meiste Forschung zu Auswirkungen von Hitze auf die Gesundheit wurde bisher an Risikogruppen, etwa Älteren, gemacht. So entstand der Eindruck, dass die Allgemeinbevölkerung durch Hitzewellen nicht beeinträchtigt wird, sagte Mitautor Jose Guillermo Cedeno Laurent. Diesen blinden Punkt habe man mit der Studie angehen wollen. Die Studie, die erstmals gesunde und junge Menschen untersucht, zeige aber, dass eine sich erwärmende Erde weitreichendere gesundheitliche Probleme mit sich bringen könne, als bisher angenommen.

    12.07.2018, 00:04 Uhr

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