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  • Gesundheit
    DRCONGO-HEALTH-EBOLA

    Ebola hat Millionenstadt erreicht

    KINSHASA. Das lebensgefährliche Ebola-Virus hat in der Demokratischen Republik Kongo nun auch eine Großstadt erreicht.

    Aus der Millionenstadt Mbandaka im Nordwesten des Landes sei eine Ebola-Erkrankung gemeldet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag in Genf mit.

    WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyeus sprach von einer "beunruhigenden Entwicklung". Bei dem Ausbruch handle es sich um den gleichen Virusstamm wie bei der verheerenden Ebola-Epedemie in Westafrika 2013.

    Die WHO hatte vergangene Woche über den erneuten Ebola-Ausbruch im Kongo informiert, bei dem bereits 23 Menschen starben. Bisher war der Ausbruch aber auf die abgelegene Bikoro-Region der Provinz beschränkt gewesen, etwa 150 Kilometer von Mbandaka entfernt.

    Bisher nur in isolierten Regionen

    Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen schätze die Situation nach Bekanntwerden des jüngsten Ebola-Falls in der "geschäftigen Hafenstadt" als "äußerst ernst und besorgniserregend" ein, wie Notfallkoordinator Henry Gray erklärte. Es sei nun wichtig herauszufinden, wie die Krankheit in die Stadt gekommen sei. WHO-Afrikadirektor Mathidiso Moeti versicherte, die Organisation bemühe sich, die Kontakte des Erkrankten schnell zurückzuverfolgen.

    Es ist bereits der neunte bekannte Ausbruch der Viruskrankheit in dem zentralafrikanischen Land seit 1976. Bisher betrafen die Ausbrüche laut Ärzte ohne Grenzen aber nur sehr isolierte Regionen.

    Impfkampagne soll starten

    Die WHO will in dieser Woche mit einer Impfkampagne im Kongo beginnen. Dafür soll ein experimenteller Impfstoff zum Einsatz kommen. "Wir haben so gute Werkzeuge wie nie zuvor, um Ebola zu bekämpfen", erklärte WHO-Chef Tedros.

    Vorige Woche hatte ein hochrangiger WHO-Vertreter vor einem "großen städtischen Ausbruch" gewarnt, sollte das Virus es nach Mbandaka schaffen. Am Donnerstag kündigte die Organisation an, 30 Experten in die etwa 1,2 Millionen Einwohner zählende Hafenstadt zu schicken, um die Lage zu prüfen.

    Ende 2013 hatte eine verheerende Ebola-Epidemie mehrere westafrikanische Staaten heimgesucht. In den folgenden Monaten starben in Guinea, Sierra Leone und Liberia rund 11.300 Menschen an dem Virus. Die WHO bestätigte nun, dass es sich beim aktuellen Ausbruch im Kongo um den gleichen Virusstamm wie bei dieser tödlichsten Ebola-Epidemie überhaupt handle.

    Ebola ist eine oft tödliche Virus-Krankheit. Die Übertragung geschieht durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten. Der Ebola-Virus gilt vielen als besonders schreckenerregend, weil er leicht übertragbar ist und schnell zum Tod führen kann.

    WHO berief Notfallsitzung ein

    Nach dem Auftauchen eines ersten Ebola-Falls in einer Großstadt im Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine virtuelle Notfall-Sitzung einberufen. Die Konferenz, bei der Experten aus aller Welt per Audio- oder Videoschaltung miteinander sprechen, findet Freitagmittag statt, wie ein WHO-Sprecher am Donnerstag in Genf sagte.

    An der Sitzung nehmen Spezialisten teil, die die WHO im Fall von möglichen "Gesundheitskrisen von internationaler Bedeutung" beraten. Es geht darum, festzustellen, ob der Ebola-Ausbruch im Kongo als solche Krise zu betrachten sei und welche Maßnahmen dann zu ergreifen wären.

    Bei dem Infizierten handelt es sich um einen Patienten in Mbandaka, einer Stadt mit fast 1,2 Millionen Einwohnern. Dort ist es wegen der vielen Menschen, die teils eng zusammenleben, deutlich schwieriger, einen Ausbruch der ansteckenden Krankheit unter Kontrolle zu halten. Es ist der dritte bestätigte Ebola-Fall im Kongo. Die anderen beiden mit Ebola Infizierten lebten in Bikoro etwa 150 Kilometer von Mbandaka entfernt im Nordwesten des Landes.

    nachrichten.at/apa, 17.05.2018, 16:03 Uhr

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