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  • Reisen

    Leben wie Gott in – Dijon

    Die Franzosen feiern ihr "gastronomisches Essen". In Dijon, Hauptstadt des Burgund, soll im April 2022 ein ganzes Stadtviertel der Gastronomie ("Cité de la Gastronomie") eröffnet werden.

    Welch schöne Stadt, das ist die Stadt mit den hundert Türmen", soll der französische König Franz I. (1515-1547) gerufen haben, als er Dijon erblickte. Viele Türme stehen zwar heute nicht mehr, aber Dijon ist nach wie vor eine prachtvolle und geschichtsträchtige Stadt, berühmt für ihre vielfältigen Baustile ebenso wie für ihren Senf und die Burgunderweine.

    Seit 100 Jahren findet hier immer im Oktober/November 15 Tage lang die internationale Gastronomiemesse statt. Das wichtigste wirtschaftliche Ereignis in Burgund und die fünftgrößte internationale Messe Frankreichs lockt alljährlich bis zu 160.000 Besucher und 600 Aussteller an. Bis Herbst müssen Freunde guten Essens nächstes Jahr nicht warten, um sich kulinarischer Genüsse zu erfreuen. Im April soll vor den Toren der Altstadt auf einer Fläche von mehr als 6,5 Hektar ein eigenes Gastro-Viertel eröffnet werden. Der Gebäudekomplex auf dem Gelände des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses wird aus sanierten historischen Gebäuden aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert und zeitgenössischen Bauten bestehen und soll das Gelände auf das Niveau des 21. Jahrhunderts bringen. Neben Ausstellungen, Kochworkshops, immersiven Verkostungsplätzen und Lebensmittelgeschäften wird es auch drei Restaurants, einen Weinkeller und einen Schulungsraum geben.

    Darüber hinaus soll die Cité de la Gastronomie" eine Begegnungsstätte sein, in der französische Einwohner und internationale Touristen aufeinandertreffen. Pro Jahr werden eine Million Menschen erwartet.

    2010 wurde das so genannte "gastronomische Essen" der Franzosen in die Liste des immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. Drei Jahre später wählte Frankreich vier Städte aus, darunter Dijon, um das Netzwerk der Gastronomie zu gründen. Jede Stadt musste ein bestimmtes Thema behandeln. Die 155.000-Einwohner-Stadt im Osten Frankreichs widmet sich der Verbesserung und Förderung von Reben und Wein. Zudem sind die "Climats de Bourgogne", die Weinparzellen Burgunds, 2015 in die prestigeträchtige Liste der UNESCO aufgenommen worden.

    Senf, Trüffel und Ziegenkäse

    Weltberühmt gemacht hat die Stadt an der l’Ouche der gleichnamige Senf. Dijon und Senf, das ist eine lange Liebesgeschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Die letzte Senffabrik Dijons hat zwar 2009 ihre Tore geschlossen, heute macht sich jedoch der Verband "Moutarde de Bourgogne" für ein vom Dijon-Senf abweichendes Produkt stark, denn dieser wird nicht nur im Burgund hergestellt. Der "Senf aus Burgund" (Moutarde de Bourgogne) wird aus in Burgund geernteten und gelagerten Senfkörnern und burgundischem AOC-Aligoté oder -Chardonnay (mindestens 25 Prozent) hergestellt. Dies bestätigt das IGP-Siegel, das dieser Senf als einziger in Frankreich führen darf.

    Zu den Feinschmeckerprodukten des Burgund gehören darüber hinaus Trüffel und Ziegenkäse. Auf cremigem Rührei, in feinen Scheiben auf zart getoastetem Brot oder zu Geflügel, Nudeln, Kartoffeln oder einem Risotto entfaltet burgundischer Trüffel (tuber uncinatum) herausragende kräftige und feine Aromen, die wunderbar miteinander harmonieren, heißt es. Die kostbare "schwarze Perle" ist eine Herbstfrucht und wird im reifen Zustand von Mitte September bis Ende Jänner geerntet. So entfaltet sie ihren intensiven Wohlgeruch.

    Im äußersten Süden des Burgund ermöglichen die zwischen den Weinhängen eingestreuten Magerwiesen den Winzern eine bescheidene Ziegenzucht. Die Ziegen liefern Milch für die Herstellung von Käse für den Eigenbedarf und gleichzeitig Dung für die Rebstöcke. Der Ziegenkäse aus dem Burgund wird nicht gewendet, was dem Mâconnais AOP sein charakteristisches kegelförmiges Aussehen verleiht. Verzehrt wird der Käse traditionell als kleiner Imbiss, als kleine Nachmittagsmahlzeit, zum Aperitif oder als Teil einer Käseplatte. Serviert wird dazu natürlich ein Wein aus dem Mâconnais.

    OÖN, 31.12.2021, 00:04 Uhr

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