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    Bestechung mit Prostituierten: Skandal im Biathlon weitet sich aus

    Die Welt-Anti-Doping-Agentur erhebt in ihrem neuen Bericht heftige Vorwürfe gegen den Biathlon-Weltverband (IBU). Demnach soll Russland den IBU-Präsidenten mit Prostituierten bestochen haben.

    Der WADA-Bericht, welcher der ARD vorliegt, erklärt, dass die Vorwürfe gegen die IBU weit über die Vertuschung von Dopingproben hinausgehen.

    In Österreich werde gegen insgesamt zwölf Personen ermittelt, sagte Oberstaatsanwältin Ingrid Maschl-Clausen von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Korruptionsvorwürfe würden zwei der Beschuldigten betreffen, sagte die Juristin ohne Namen zu nennen.

    Zudem wird gegen Betreuer und Sportler des russischen Biathlon-Teams ermittelt. Der russische Verband soll den mittlerweile zurückgetretenen IBU-Präsidenten Anders Besseberg bestochen haben, um nicht sanktioniert zu werden. Demzufolge wurden dem Norweger Jagdausflüge nach Russland und Prostituierte vermittelt. 

    Auch der vor zwei Jahren erfolgten Vergabe der Biathlon-WM 2021 an die russische Stadt Tjumen sollen unlautere Geldflüsse vorausgegangen sein. Laut WADA gingen bis zu 100.000 Euro an Mitglieder des IBU-Boards. Die Vergabe an Tjumen wurde vor einem Jahr wegen des öffentlichen Drucks schließlich zurückgenommen.

    Bei Resch liefen viele Fäden zusammen

    Auch die deutsche IBU-Generalsekretärin Nicole Resch kommt in dem Bericht vor. Sie soll die alleinige Aufsicht über das Doping-Verwaltungsprogramm sowie die biologischen Pässe der Sportler gehabt haben. Andere IBU-Mitarbeiter soll der Zugang verwehrt geblieben sein.

    Dies habe laut den Darstellungen dazu geführt, dass in der abgelaufenen Saison im Welt- und IBU-Cup 17 von 22 russischen Biathleten gedopt teilnehmen hätten können - ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

    Besseberg kontert

    Besseberg hatte in den vergangenen Tagen bereits, einige Anschuldigungen herunterzuspielen. 

    "Ich habe gehört, die WADA hat die Untersuchungen initiiert. Ich denke, sie sind in einer deprimierenden Situation. Sie haben nur Rodtschenkow (Whistleblower Grigorij Rodtschenkow, d. Red.) als Zeugen und sonst nichts. Und es ist klar, dass ihm niemand glaubt", sagte Besseberg der norwegischen Tageszeitung Dagbladet: "Ich denke, sie (die WADA, d. Red.) bekommen ein bisschen Panik."

    OÖN-Sport, 16.04.2018, 14:09 Uhr

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