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    Der ÖSV kramt in seinen Archiven

    Präsident Schröcksnadel betreibt in der Causa Kahr Ursachenforschung.

    Es war eine Reaktion, die man vom Österreichischen Skiverband längst erwartet hätte. Als deren Präsident Peter Schröcksnadel in Südkorea auf die kürzlich gegen Ex-Trainer Charly Kahr erhobenen Vorwürfe der sexuellen Belästigung angesprochen wurde, verwies der Tiroler das nicht ins Reich der Vergangenheit. Der 76-Jährige versprach vielmehr, ernsthaft den Dingen nachgehen zu wollen.

    Der Zeitpunkt der Veröffentlichung stimmte ihn zwar wie schon im Fall Toni Sailer (vor den Hahnenkammrennen) nachdenklich – das vor Olympia "aufzukochen" sei eigenartig –, aber das mindere seinen Aufklärungswillen nicht: "Wir wollen in unseren Archiven nachschauen, die Mühe haben wir uns bis jetzt nicht gemacht." Fest stehe: Sollte an irgendwelchen Vorwürfen was dran sein, werde man sich entschuldigen müssen. Jedenfalls wolle man nachschauen. Schröcksnadel hält unmissverständlich fest: "Jeder Fall tut uns leid." Wie viel sich tatsächlich findet, bleibt offen. Erst unlängst hatte ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner darauf verwiesen, dass manches Schriftstück durch einen Wasserrohrbruch verlorengegangen sein könnte.

    ÖSV-Team "indirekt belastet"

    Dass man ihm mit den Enthüllungen schaden wolle, glaubt Schröcksnadel nicht: "Aber dem Verband schadet man natürlich." Im gleichen Atemzug verweist der Tiroler, seit 1990 im Amt, auf seine Umstrukturierungen: Früher hätte der Ski-Pool im Verband das Sagen gehabt, das sei vorbei, laufend würde etwas verbessert. Und jetzt würde man zudem in kleinen Trainingsgruppen arbeiten: "Die Gefahr, dass da was passiert, ist sehr klein."

    Die aktuelle Debatte schade den Aktiven unmittelbar in Pyeongchang nicht, "aber indirekt belastet es immer. Ich werde mit der Mannschaft reden." Einer Sache ist sich Schröcksnadel sicher: "Es läuft weder gegen einen Athleten, noch einen Trainer oder Funktionär des ÖSV ein Verfahren. Es wird sich herausstellen, was da ist. Aber die heutige Zeit betrifft das sicher nicht."

    Florian Madl, 12.02.2018, 00:04 Uhr

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