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    Wie geht’s jetzt weiter, Black Wings?

    Wie geht's jetzt weiter, Black Wings?

    LINZ. Eishockey: Langzeit-Trainer Rob Daum wackelt gehörig – Treueschwur der Sponsoren.

    "Sportlich und finanziell war diese Eishockey-Saison ein Misserfolg, da braucht man nicht um den heißen Brei herumzureden." Christian Perthaler, Manager des EHC Liwest Linz, stehen die Sorgenfalten ins Gesicht geschrieben. Die Black Wings hatten das Potenzial, extrem hoch zu fliegen – sie sind aber tief gefallen. Erstmals seit 2011 im Play-off-Viertelfinale gescheitert, kein Champions-League-Ticket, durch die Bank lange Gesichter in der Kabine und auch bei den Klub-Granden.

    Zeugnis für die Black-Wings: Hier geht's zur Notenvergabe

    Was die Zukunft bringt, steht noch in den Sternen. "Wir müssen zuerst intern viel reden und klären, wohin der Weg geht", betonte Perthaler. Fix ist bis dato nur, dass der angezählte Coach Rob Daum morgen zu einem Team-Meeting bitten und Einzelgespräche mit den Spielern führen wird. Am Sonntag (17 Uhr) steigt in den VIP-Räumlichkeiten der Keine-Sorgen-EisArena die Abschlussfeier. Mit der Verkündung von Vertragsverlängerungen oder Neuzugängen ist noch nicht zu rechnen.

    Wie groß der Umbruch im Team sein wird, hängt auch davon ab, wer Coach sein wird. Daum hat noch einen Vertrag bis 2018, kann aber bis 7. Mai von einer Ausstiegsklausel Gebrauch machen. In der Führungsetage der Wings gibt es eine eindeutige Tendenz für eine Veränderung, Präsident Peter Freunschlag weiß aber, dass eine frühzeitige Trennung von Daum mit erheblichen Kosten verbunden wäre: "Er ist ja ein Großverdiener."

    Nach dem Viertelfinal-K.o. hat der EHC im Prinzip keinen wirtschaftlichen Spielraum, eine Erhöhung des 3,9-Millionen-Euro-Saisonbudgets schließt Freunschlag aus: "Dafür hätten wir deutlich weiter kommen müssen."

    140.385 Fans in Linz

    Gut, dass die Sponsoren dem Verein auch in schwierigen Zeiten die Stange halten. Freunschlag: "Es hat kein Einziger gesagt, dass es ihn nicht mehr interessiert." Das ist ebenso positiv zu bewerten wie die Zuschauerstatistik: Zu den 30 Saison-Heimspielen der Linzer pilgerten nicht weniger als 140.385 Fans – damit ist der EHC die überlegene Nummer eins.

    Die Leistungsdaten sehen weniger rosig aus: Bozen hat den Aufstieg geschafft, ohne ein einziges Powerplaytor zu benötigen. Die Wings hatten eine inferiore Scoring-Effizienz – 5,43 Prozent. Die Einser-Sturmlinie Mc Lean-DaSilva-Lebler war nur ein Schatten ihrer selbst und stand bei nahezu allen Gegentreffern im Viertelfinale auf dem Eis. Dazu kommt die unglückliche Performance von Goalie Mike Ouzas – und natürlich Verletzungspech.

    "Wir waren das bessere Team", sagt Daum trotzig. Auf öffentliche Einzelkritik verzichtet er: "Ich will niemanden vor den Bus werfen."

    Trotzdem braucht es jetzt eine knallharte Analyse – und eine Verbesserung n der Abteilung Fitness. Diesbezüglich läuft der Draht zu Experten auf der Gugl heiß.

    Von Urlaub kann also keine Rede sein – das gilt auch für Österreichs Teamspieler Altmann, Kirchschläger, Lebler, Oberkofler, Hofer, die die Linzer Fans noch einmal in Aktion sehen werden. Und zwar beim Ländermatch gegen Schweden am 5. April (20.20).

     

    "Niemand wird mehr als bisher verdienen"

    Peter Freunschlag, Präsident des EHC Liwest Linz, ist nach dem frühzeitigen Saisonende seiner Eishockeycracks hörbar angeschlagen: "Für uns war das ein Schock, damit haben wir nicht gerechnet", kommentierte der Unternehmer das Viertelfinal-Aus gegen Bozen.

    Für ihn geht es "in den nächsten 14 Tagen" – vermutlich aber viel länger – an den Verhandlungstisch. Nur sieben Spieler (Ouzas, Piché, Dorion, Kirchschläger, Fechtig, Lebler, Hofer) haben Verträge für die kommende Saison. Wer sonst noch bleiben will oder darf, kann jedenfalls mit keiner Gehaltserhöhung rechnen: "Nach so einer Saison wird niemand mehr als bisher verdienen", spricht Freunschlag ein Machtwort. Jene Agenten, die mit glorreichen Statistiken aus der "regular season" gewunken und das große Geld für sich und ihre Schützlinge gewittert haben, werden ihre Forderungen reduzieren müssen oder auf Granit beißen. Joel Broda und Dan DaSilva sind demnach Wackelkandidaten.

    Sie könnten bleiben

    Bei Rick Schofield soll es ganz gut aussehen, Jonathan D’Aversa, Mario Altmann und auch die rekonvaleszenten Lukas-Brüder spielen in den Zukunftsplanungen eine Rolle. Robert trainiert nach seiner schweren Gehirnerschütterung mit dem Nachwuchs, Philipp bekommt einen Spezialschuh der "Orthopädie Rauscher" angepasst. Gut möglich, dass der 37-jährige Kapitän irgendwann auch ein Trainerkandidat für den EHC sein wird, im Moment ist das aber noch kein Thema.

    Gerade Typen wie die Lukas-Brüder, die den Play-off-Geist verkörpern, haben den Black Wings in der heißen Phase der Meisterschaft gefehlt. Etliche Beobachter und Kenner der Szene vermissten den unbändigen Willen, diesen grandiosen Zusammenhalt, dieses "Einer für alle, alle für einen" im Team.

    Unermüdliche Arbeiter sind ohne Frage Patrick Spannring und Kevin Moderer. Auch Daniel Oberkofler hat sich in der K.o.-Phase enorm gesteigert. Doch es könnte passieren, dass der EHC dieses Trio verliert. Die Stürmer werden sowohl von Graz als auch von Dornbirn heftig umworben.

    Bei Brett McLean, Kyle Klubertanz, Brett Palin und Curtis Loik stehen die Signale auf Abschied. Und wie sieht’s mit Neuzugängen aus? Danny Irmen (Meister mit Linz 2011/12, zuletzt Ingolstadt) wurde dem EHC angeboten, eine Rückkehr von Andrew Kozek aus Nürnberg ist auch denkbar.    (alex)

    Alexander Zambarloukos, 09.03.2017, 00:05 Uhr

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