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    Noten für die Black Wings: Wer war die größte Enttäuschung?

    LINZ. Nach dem K.o. im Eishockey-Play-off-Viertelfinale gegen Bozen bleiben bei den Black Wings lange Gesichter zurück. Die OÖN werfen einen Blick auf eine verkorkste Saison und stellen den Spielern ein Zeugnis aus. Eines vorweg: Einen Einser hat niemand bekommen, einen Fünfer schon.

    29 Siege und 15 Niederlagen in 44 Grunddurchgangsmatches, 168:127-Tore, Rang drei.

    Vier Erfolge und sechs Pleiten in zehn Pick-Round-Partien, 29:36-Treffer, Platz vier.

    Play-off-Viertelfinal-Aus gegen Bozen mit dem Gesamtscore von 1:4.

    Allein an diesen Zahlen lässt sich ein klarer Abwärtstrend der Black Wings seit der internationalen Pause Anfang Februar erkennen. Seit 14. 2. haben die Linzer acht von neun Spielen verloren. Das frühe Saisonende hat sich gewissermaßen abgezeichnet und schlägt sich entsprechend in den "Schulnoten" nieder.

     

    Noch nicht brillant, aber sehr effizient

    Mike Ouzas (Einser-Goalie): Der Kanadier - von Trainer Rob Daum zwischenzeitlich auch öffentlich kritisiert - hat in dieser Saison nicht jene Konstanz aufs Eis gebracht, die ihn in der Vergangenheit ausgezeichnet hatte. In der Liste der EBEL-Torhüter steht er mit einer Fangquote von 91,5 Prozent auf Position sieben. Ein durchschnittlicher Wert. In den Play-off-Duellen mit Bozen kassierte er bis auf Spiel zwei in jedem Match zumindest ein vermeidbares Tor. Zu seiner Verteidigung: Gerade ein Keeper, auf dem so viel Druck lastet, hätte mehr Rückendeckung von seinem Coach benötigt. Note 4.

     

    Edel-Fan lässt Herzen höher schlagen

    Florian Janny (Zweier-Goalie): Wenn er gebraucht wurde, hat der junge Mann seinen Job über weite Strecken ordentlich erledigt. Bei einem 5:1-Sieg in Innsbruck schrammte er nur haarscharf an seinem ersten Shutout in der Erste Bank Liga vorbei. Note 3.

     

    Jonathan D'Aversa

    Jonathan D'Aversa (Verteidiger): Der Neuzugang aus Dornbirn hat trotz verkürzter Vorbereitungsphase wegen Pass-Problemen in Übersee eine solide Saison abgespult und defensiv einigermaßen überzeugt. Mit vier Assists Play-off-Topscorer der Black Wings. Er hätte allerdings aus seinen wuchtigen Schlagschüssen mehr herausholen müssen. Note 3.

     

    Brett Palin (Verteidiger): Auf ihn kann man sich verlassen wie anno dazumal auf Franklin MacDonald. Defensiv ist er eine Bank und setzt seinen Körper - und wenn es sein muss - auch die Fäuste ein. Offensiv hätte er durchaus auch Qualitäten, die er aber zu selten ausspielte. Doch das ist nicht sein Hauptjob. Ließ in den Play-offs nach. Plus-Minus-Statistik -7 (bei Toren und Gegentoren auf dem Eis). Note 3.

     

    Black Wings wieder mit Dorion

    Marc-André Dorion (Verteidiger): Für ihn war das Saisonende ganz besonders bitter. Im vorletzten Match (beim 4:5 n. V. in Bozen) erlitt er einen Seitenbandriss im Knie. Zuvor Leistungsträger. War allerdings schon torgefährlicher. Note 3.

     

    Wird Spannring wieder zum Dornbirn-Schreck?

    Erik Kirchschläger (Verteidiger): Bekam im Nationalteam mehr Einsatzzeit als in der heißen Phase der Meisterschaft. Obwohl im Grunddurchgang die Entdeckung der Saison, baute Daum in den Play-offs kaum auf den Linzer. Bitter: Das entscheidende Tor zum 4:5 n. V. im vierten Viertelfinale in Bozen ging auf seine Kappe. Junge Spieler machen eben auch Fehler. Hat sich im Sommer körperlich enorm entwickelt. Weiter so. Note 2.

     

    Das Abenteuer Champions League in Bildern

    Bernhard Fechtig (Verteidiger): Im Grunddurchgang und in Phasen der Pick Round oft nur siebenter Verteidiger oder auf der Tribüne. Der Vorarlberger steigerte sich aber in den Play-offs enorm und erledigte einen soliden Job. Schnörkel- und kompromisslos. Hat seine Fehlerquote minimiert. Note 3.

     

    Mario Altmann (Verteidiger): Seine Stolpereinlage an der blauen Linie hat die 0:2-Niederlage gegen Bozen im dritten Viertelfinale eingeläutet. Seine Vorstellungen bis Winter waren eher enttäuschend, im Jänner steigerte sich der Wiener aber deutlich und lieferte gute Defensivarbeit ab. Note 3.

     

    Kyle Klubertanz (Verteidiger): Der Amerikaner wurde in der Länderspielpause anstelle des verletzten Robert Lukas aus Krefeld geholt. Nach Anlaufschwierigkeiten steigerte er sich von Spiel zu Spiel, aber nicht so, dass er zum Faktor wurde. Für ihn hätte die Saison noch länger dauern können. Note 4.

     

    Robert Lukas (Verteidiger): Gleich zwei Mal verletzt, erst war's die Schulter, dann eine schwere Gehirnerschütterung. Zuvor relativ solide und weit weniger fehleranfällig als noch in der Spielzeit 2015/16. Sein Typ hat in den Play-offs gefehlt. Note 3.

     

    Sébastien Piché (Verteidiger): Slatistisch der beste Offensivverteidiger der Erste Bank Liga (elf Tore, 34 Assists), manchmal mehr Stürmer als Defender und in seinen Aktionen nur schwer einzuschätzen. Immer wieder zwischen Genie und Wahnsinn unterwegs. Ganz stark im Powerplay, kommt mit Tempo und Schlagschuss. In den Play-offs erwies er seinem Team mit einem Stockstich in Spiel eins gegen Bozen einen Bärendienst. Der Kanadier wurde für drei Matches gesperrt, alle gingen verloren. Note 4.

     

    Laurens Ober (Stürmer): Er hatte nicht extrem viele Saisoneinsätze, aber wenn er da war, fiel er positiv auf. Vor allem durch seine Physis. Ordentliche Play-offs. Note 3.

     

    Brian Lebler (Stürmer): Der gebürtige Klagenfurter kämpfte nach einer enttäuschenden Saison in Ingolstadt in den ersten Wochen um seine Form, kam dann immer besser in Fahrt und schaffte es mit 33 Toren sogar auf Platz eins der EBEL-Schützenliste. Ausgerechnet vor den Play-offs warf den 28-Jährigen eine Viruserkrankung zurück, er verlor vier Kilogramm. Traf körperlich angeschlagen nur im ersten Play-off-Match. Sein Back-Checking ist ausbaufähig. Plus-Minus-Statistik in den Play-offs: -6. Note 3.

     

    "So gewinnst du in keiner Liga"

    Ryan Potulny (Stürmer): Der US-Amerikaner wurde engagiert, nachdem sich Rob Hisey eine Schulterblessur zugezogen hatte. Startete mit drei Assists im ersten Heimspiel vielversprechend, war lange Zeit auch solide (vor allem in seiner Defensivarbeit), baute dann aber stark nach. In den Play-offs kaum noch ein Faktor. Note 4.

     

    Wie konnte so etwas passieren?

    David Franz (Stürmer): Setzt seinen Körper richtig ein, kämpft verbissen und macht die Drecksarbeit. Solider Job in der 4. Linie. Das war in Ordnung. Note 3.

     

    McLean "ersetzt" die Lukas-Brüder

    Brett McLean (Stürmer): Nach einer überragenden Einstandssaison mit smarten, intelligenten Moves und überragenden Spielmacher-Qualitäten ließ der Kanadier 2016/17 alles vermissen, was ihn auszeichnet. Der mittlerweile 38-Jährige hatte Probleme mit dem Tempo, seine Passes wurden ungenauer, defensiv ziemlich schwach. Bezeichnend seine Plus-Minus-Statistik in den Play-offs: -8. Note 5.

     

    Joel Broda (Stürmer): Trainer Daum bezeichnete ihn als "Pferd", weil er so unwiderstehlich die Flügel beackert und einen unglaublichen Schuss drauf hat. In der Regular season gelangen ihm Hattricks, in vielen Matches erzielte er das Game winning goal. Mit 30 Treffern und 20 Vorlagen die Nummer 15 in der EBEL-Scorerwertung. In den Play-offs spielte der Kanadier seine Qualitäten nur selten aus, auch wenn er zwei Mal in der Serie gegen Bozen traf. Phasenweise liefen die Viertelfinalmatches völlig an ihm vorbei. Note 3.

     

    Ohne Top-Verteidiger stand Linz auf verlorenem Posten

    Philipp Lukas (Stürmer): Der Leader der vierten Linie war in den Play-offs wegen einer Fußverletzung, die eine Operation erforderlich machte, "nur" noch Non-playing-captain und der Mentor in der Kabine. Als Spieler wäre er mit seiner Erfahrung und seiner Einstellung Goldes wert gewesen. Vor der Blessur war es eine ordentliche Saison. Note 3.

     

    Der nächste Verletzte

    Rick Schofield (Stürmer): Führte die dritte Linie, hatte aber auch Qualitäten für mehr. Stark in Über- und Unterzahl. Wenn fit, dann meistens gut. Musste wegen Bänderrissen in der Schulter um die Play-offs zittern, im ersten Viertelfinale gegen Bozen war nach fünf Minuten wegen neuerlicher Schulterprobleme Schluss. Im letzten Play-off-Saisonmatch versuchte er es mit starken Schmerzen. War Torschütze und einer der Besten in diesem mit 3:4 verlorenen Spiel. Note 2.

     

    Fabio Hofer (Stürmer): Sehr stark und mit guter Trefferquote bis in den Dezember. Danach Ladehemmung, die ihn bis zum Saisonende nicht loslassen wollte. Ein Play-off-Tor. Note 3.

     

    Curtis Loik (Stürmer): Der Saisonauftakt war einigermaßen vielversprechend. Danach gelang ihm extrem wenig. Zeigte seine Qualitäten nur in einem Match, das war Spiel vier in den Play-offs. Note 4-.

     

    Patrick Spannring (Stürmer): Wenn Play-off-Zeit ist, blüht der Stürmer so richtig auf. Ein echter Fighter, der auch Gegner beeindrucken kann. Unermüdlicher Arbeiter. Note 3.

     

    Kevin Moderer (Stürmer): Für ihn gilt das Gleiche wie für Spannring. Seine Play-off-Vorstellung war absolut in Ordnung. Note 3.

     

    Der 27. Schuss führte die Linzer zurück in die Spur

    Stefan Gaffal (Stürmer): Einer der Pechvögel der Saison. Nach ordentlichem Start in der dritten Linie setzten ihm Verletzungen zu. Zwei Mal musste eine Schleimbeutel-Geschichte im Fuß operativ behandelt werden, zwischendurch machte dem Youngster sogar eine leichte Blutvergiftung zu schaffen. Note 3.

     

    Vom Dopingtest zum Teambuilding

    Daniel Oberkofler (Stürmer): In den Play-offs der vielleicht (spiel)stärkste Linzer und auch zweimaliger Torschütze in der Serie gegen Bozen. Auch er hat den in der K.o.-Phase erforderlichen Step gemacht. Grunddurchgang und Pick Round verliefen eher mittelmäßig, da hätte er noch torgefährlicher sein können. Note 3+.

     

    Dan DaSilva (Stürmer): Lange Zeit Topscorer der Erste Bank Liga. Letztlich 32 Tore und 40 Assists. Der Kanadier hatte einen großartigen Lauf von August bis Dezember, da gelang ihm fast alles. Anschließend haderte er mit dem Abschluss, in den Play-offs war er total verunsichert und ließ beste Chancen ungenützt. Schwaches Back-Checking. Seine Plus-Minus-Statistik in den Play-offs: -6. Note 3.

     

    Die Wings zittern um jungen Verteidiger

    Niklas Mayrhauser (Verteidiger/Stürmer): Er hatte nicht viele Saisonauftritte, als Teil der vierten Linie in den Play-offs aber ebenfalls sehr ordentlich unterwegs. Physisch gut. Note 3.

     

    Comeback auf die lange Bank geschoben

    Rob Hisey (Stürmer): Zu Beginn der Saison hatte man den Eindruck: Er kommt wieder in Fahrt. Die ersten Matches liefen ganz ordentlich, dann suchte ihn eine Verletzung nach der anderen heim: Kiefer, Auge, Schulter. Der Kanadier bekam zwar nach zwischenzeitlicher Abmeldung eine zweite Chance, die vermochte er aber nicht zu nützen. Wurde im Februar nach Wolfsburg transferiert. Note 4.

    Für eine Benotung zu wenig eingesetzt: Dominic Divis, René Swette, Gerd Kragl, Stefan Freunschlag, Mate Gaspar

    Markus Prinz und Alexander Zambarloukos, 08.03.2017, 20:55 Uhr

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