• Black Wings

    "Mein Bauchgefühl sagt, dass es passt"

    LINZ. Linz-Manager Perthaler engagierte den US-Amerikaner Ward (54) als Trainer.

    Troy Ward, wer? Der neue Eishockey-Cheftrainer des EHC Liwest Linz ist in Europa ungefähr so bekannt, wie es 2011 Rob Daum gewesen war, ehe er die Black Wings auf Anhieb zum Meistertitel (2011/12) führte. Also ein „No name“, dem ein ausgezeichneter Ruf vorauseilt. Die Spielerkarriere des 54-jährigen Amerikaners ging zwar schon mit 27 unaufgeregt auf College-Niveau zu Ende, dafür machte er auf Trainerebene große Sprünge. Bis hinauf in die NHL zu den Pittsburgh Penguins (1997– 2000), bei denen er als Assistant Coach Stars wie Jaromir Jagr oder Alexej Kowalew unter seinen Fittichen hatte.

    Das war für Ward kein Problem, denn für den smarten US-Guy sind Namen nur Schall und Rauch. Bei ihm steht der Mensch im Mittelpunkt. Er mag gute und ehrliche Typen, die in Linz die nötige Sommer-Fitness mitbringen sollen, um neu durchzustarten.

    Vertrag bis 2019

    Ward, der auch ein zweites Angebot vorliegen hatte, wird erstmals in Europa arbeiten. Mit den Wings einigte er sich auf einen Zweijahresvertrag. Ohne Ausstiegsklausel, aber mit Vorschusslorbeeren.

    Die Trainer-Verpflichtung sollte dem EHC helfen, starke Legionäre (im Angriffsbereich) an Land zu ziehen. Wie man so hört, ist der Name Ward in Spielerkreisen mit einem „Wow“ verbunden.

    Auch die Ex-Linzer Danny Irmen, Kyle Klubertanz und Chad Rau arbeiteten unter Ward, der in seiner Laufbahn schon viele „Diamanten“ geschliffen hat. Die Auszeichnung „Coach of the Year“ in der East Coast Hockey League (2000/01) kommt nicht von ungefähr. Zuletzt war Ward übrigens bei den Madison Capitols (USHL) als General Manager und Cheftrainer engagiert, 2016 trat er von seinem Amt zurück.

    Jetzt beginnt eine neue Ära unter einem Mann, der kein Schreihals, aber ein Kommunikator und akribischer Arbeiter ist und sich selbst als „Lehrer“ sieht, der „alle gleich behandeln“ wird, glaubt zumindest Linz-Manager Christian Perthaler. Bei Wards seit 20 Jahren über die Bühne gehenden „Hockey and Sons“-Sommercamps in Minnesota finden sich jährlich 500 Kinder mit ihren Eltern ein und lernen, wie sie im Sport miteinander umgehen können.

    Zwei Center werden gesucht

    Respekt, Einsatz und Professionalität sind wichtige Basics auf dem Weg zum Erfolg. „Mein Bauchgefühl sagt, dass es passt, aber am Anfang wird es sicher nicht einfach für ihn, weil er ja eine Mannschaft übernimmt, die er nicht selber zusammengestellt hat“, sagt Perthaler, der den Coach am kommenden Dienstag in Oberösterreich empfangen wird.

    Ward, der sich in der vergangenen Saison aus privaten Gründen eine Auszeit nahm, wird aus Minneapolis einfliegen und sich um die finalen Transfers kümmern. Die Wings brauchen noch zwei Top-Center. Für die Defensive ist nach dem Abgang des Kanadiers Brett Palin (vorerst) kein neuer Legionär vorgesehen.

    Der sehr talentierte 19-jährige Gerd Kragl soll seine Chance bekommen. Ein sehr guter Ansatz.

    Alexander Zambarloukos, 19.04.2017, 22:04 Uhr

    Mehr zum Thema
    Mehr Black Wings
    Black Wings Übersicht
    Zurück Zum Seitenanfang