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    Kirchschläger: „Das Finanzielle war nicht der Grund“

    LINZ. Der Linzer Verteidiger spricht im OÖN-Interview über seinen Wechsel nach Graz, was ihn dazu bewogen hat und was ihn in der steirischen Landeshauptstadt erwarten wird.

    Nach 178 EBEL-Einsätzen für die Black Wings ist nun Schluss. Erik Kirchschläger wechselt die Seiten und wird in der kommenden Saison für die Graz 99ers auf dem Eis stehen. Wir baten den 22-Jährigen zum OÖN-Interview:

     

    Erik, wie geht es Ihnen?

    Gut, danke. Mir geht’s immer gut.

    Hat Sie die Zeit, in denen der Wechsel nach Graz fixiert wurde, nicht belastet?

    Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich freue mich auf die neue Aufgabe. Es ist eine neue Chance für mich – dem kann und darf man nicht negativ gegenüber stehen.

    Was hat schlussendlich den Ausschlag für den Wechsel zu den 99ers gegeben?

    Ich habe das schon in den letzten Jahren im Kopf gehabt, irgendwann einmal die Tapeten zu wechseln. Und dann hat es sich mit Graz ziemlich gut ergeben. Der Trainer hat sich schon gemeldet, auch mit Daniel Oberkofler habe ich schon telefoniert und mich erkundigt, wie die Dinge in Graz so ablaufen und wie es ist, für die 99ers zu spielen.

    Aber ist es sportlich nicht ein Abstieg, wenn man von einem Halbfinal-Stammgast zu einem Verein wechselt, der die Saison 2017/18 auf dem letzten Platz abgeschlossen hat?

    Das verstehen viele nicht. Aber Fakt ist, dass ich in der letzten Saison keinen Schritt nach vorne machen konnte. Ich hatte gleich viel Eiszeit wie in der Saison davor. Der Wechsel kommt deshalb, weil ich mir erhoffe, in Graz mehr Eiszeit zu bekommen und den nächsten Schritt machen zu können. Das wichtigste ist die Praxis – und da habe ich in Graz eine bessere Perspektive.

    Stimmt es, dass Sie den Vertrag in Linz aus finanziellen Aspekten nicht angenommen haben? Der Präsident hat Ihren Abgang im OÖN-Interview damit begründet.

    Nein, absolut nicht. Ich weiß nicht, warum der Präsident so etwas sagt. Das war sicher nicht der ausschlaggebende Grund.

    Trotzdem wurden Sie in allen Aussendungen im Black-Wings-Kader für die kommende Saison angeführt. War der ursprüngliche Plan für die neue Saison, in Linz zu bleiben?

    Grundsätzlich schon. Aber in den Aussendungen wurden die Jungen einfach dazugeschrieben, ohne noch ein Wort mit ihnen darüber gesprochen zu haben. Mich hat das gewundert. Weil daheim hat man mich gefragt, ob ich denn verlängert hätte. Was ich natürlich verneint habe, weil noch kein Vertrag vorgelegen ist.

    Und dann kam das Angebot der 99ers?

    Ja, der Kontakt besteht seit der WM-Vorbereitung mit dem Nationalteam.

    Es ist der erste Vereinswechsel in Ihrer Karriere. Was wird sich in Graz für Sie ändern?

    So ziemlich alles. Die größte Veränderung ist ganz sicher, von daheim auszuziehen. Derzeit wohne ich noch daheim bei meiner Mama, aber ich habe mir unabhängig vom Engagement in Graz schon überlegt, dass es jetzt einmal Zeit wird (lacht).

    Sie haben eine Freundin aus Linz. Wird sie Sie nach Graz begleiten?

    Im ersten Jahr nicht, weil sie noch fertig studiert. Aber ich habe ja für drei Jahre unterschrieben, da wird sie in der zweiten und dritten Saison nachkommen. Das wäre der Plan.

    Und wie wird sich das Sportliche für Sie verändern?

    Ich denke, dass ich in der Mannschaft eine andere Rolle haben werde. Der Trainer hat mir versprochen, dass ich mindestens der sechste Verteidiger sein werde, also sieht es nach wesentlich mehr Eiszeit aus. Das kommt mir entgegen. Die Eiszeit im Powerplay muss man sich in Graz verdienen, was ich gut finde.

    Wie beginnt das Projekt Graz für Sie? Wie bereiten Sie sich darauf vor?

    Im Grunde genommen hat es schon begonnen. Ich trainiere wie in den letzten beiden Jahren in einer Gruppe mit Mark Reinthaler auf der Gugl und das werde ich auch so weiterführen bis Ende Juli. Dann werde ich nach Graz ziehen und ab 1. August beginnt das Mannschafttraining. Dazwischen werde ich immer wieder einmal nach Graz fahren und mir die Wohnung und die Trainingsumgebung ein bisschen anschauen. Es geht um ein Kennenlernen – auch mit den Mitarbeitern im Verein.

    Wie groß ist Ihre Vorfreude auf die bekannten Teamkollegen Daniel Oberkofler und Kevin Moderer?

    Ich freue mich extrem auf sie. Es ist immer gut, wenn man jemanden im Team kennt. Obi (Daniel Oberkofler, Anm.) hat mir schon jetzt wertvolle Informationen gegeben, Modi (Kevin Moderer, Anm.) hat sich sofort angeboten, falls ich Hilfe beim Umzug brauche. Das ist nicht selbstverständlich.

    Was werden Sie an Linz am meisten vermissen – abgesehen von Familie und Freundin?

    Linz ist mein Daheim, ich bin seit ich vier bin immer in dieselbe Eishalle gegangen. Klar werde ich das vermissen. Und damit verbunden sind natürlich auch die Fans. Bei denen möchte ich mich hier an dieser Stelle recht herzlich bedanken. Sie haben mich zum EBEL-Youngster der Saison gewählt, sie haben uns immer lautstark angefeuert, sie waren immer freundlich zu mir – und dafür möchte ich Danke sagen.

    Was werden Sie neuen Kollegen über die Black Wings erzählen?

    Dass es sehr laut ist bei ihnen und dass man als Gastmannschaft nicht in eine Schockstarre verfallen darf. Linz wird auch in der nächsten Saison wieder sehr viel Talent in der Mannschaft haben.

    Wann waren Sie das letzte Mal in der Gästekabine der Linzer Eishalle?

    Puh, das ist bestimmt schon zehn Jahre her. Ich bin schon gespannt, ob sich da etwas verändert hat. (lacht).

    Mit welchem Gefühl werden Sie in die KeineSorgen Eisarena zurückkehren?

    Mit einem sehr guten. Ich freue mich jetzt schon darauf. Gegen bekannte Gesichter zu spielen hat immer einen Reiz und gibt eine Extra-Motivation. Vor allem, wenn man von Freunden und Familie herzeigen kann, was man drauf hat.

    Haben Sie Angst, von den Schnitzelsemmerl dick zu werden? Bekanntlich gibt’s ja in der steirischen Haupstadt die besten Schnitzelsemmerl der Liga.

    Ach ja? Das wusste ich gar nicht. Dann weiß ich schon, was ich dort einmal kosten muss.

    Wir wünschen alles Gute für Ihren weiteren Weg!

    Danke!

    Markus Prinz, 24.05.2018, 15:41 Uhr

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