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    3:2 – Black Wings verdienten sich das Glück des Tüchtigen

    Joel Broda: "Wir haben Linz geliebt und hier unser zweites Zuhause gefunden"

    LINZ / ARIZONA. Black-Wings-Crack Joel Broda spricht im OÖN-Abschiedsinterview über seine emotionalsten Momente in Linz, den Abschied und seine Zukunft.

    124 Spiele, 107 Punkte. Nur ein Spiel verpasst, in zwei Jahren bei den Black Wings. Wer in Linz über Joel Broda spricht, redet über einen beständigen Punktegaranten, der praktisch fast in jedem seiner Spiele eine Torbeteiligung aufweisen kann. Trotzdem wird dem sympathischen Angreifer für die kommende Saison in Linz kein Vertrag mehr angeboten. Der 28-Jährige meldete sich bei den OÖN exklusiv aus dem Urlaub in Arizona.

     

    Sie haben zwei Jahre lang das Jersey der Black Wings getragen und müssen jetzt Abschied nehmen. Wie schwer fällt es, nun weiterzuziehen?

    Es war ziemlich traurig für mich und meine Frau. Wir haben Linz geliebt und haben hier unser zweites Zuhause gefunden. Wir haben viele Freunde gefunden - im Team und in der Stadt.

    Was war entscheidend für den Abschied aus Linz?

    Das Team will einen großen Umbruch. Ich bin ja nicht der einzige, der gehen muss. Wir wären gerne hierher zurückgekommen, also war es ziemlich enttäuschend. Aber wer weiß, vielleicht war das noch nicht das Ende dieses Kapitels, vielleicht sehen wir uns wieder. Man sieht sich immer zweimal, und im Eishockey ist das sehr oft der Fall.

    Sie sind bereits zurück in Übersee, was war das erste, das Sie nach der Ankunft gemacht haben?

    Wir sind bis Ende April in Arizona auf Urlaub mit der Familie meiner Frau. Wir genießen die Zeit hier und entspannen. Hoffentlich geht es sich aus, mal eine Runde Golf zu spielen. Ende April reisen wir dann zurück nach Saskatchewan und dann startet für mich das Training für die nächste Saison.

    Was ist der weitere Plan für die kommende Saison?

    Ich will ein neues Team finden und versuchen, die Meisterschaft zu gewinnen. Unser Team in Linz war heuer sehr nahe dran am Titel - oder zumindest am Finale. Und deshalb verstehe ich die Entscheidung nicht wirklich, dass es einen großen Umbruch braucht. Aber ich habe durch den verpassten Einzug ins Finale Hunger auf mehr bekommen.

    Was war der emotionalste Moment in Ihrer Zeit in Linz?

    Ich werde mich immer daran zurückerinnern, dass ich meine Tochter nach den Spielen mit auf's Eis genommen habe. Der emotionalste Moment war sicher jener, als wir in Spiel 6 heuer gegen Salzburg ausgeschieden sind. Nicht nur, weil Philipp Lukas seine Karriere nach 18 Jahren in diesem Verein beendet hat, sondern alles zusammen. Wir haben im Spiel hart gearbeitet, sind in Rückstand geraten aber unser Fans haben uns so laut angefeuert. Es war ein Wahnsinn.

    Was werden Sie am meisten an den Black Wings vermissen?

    Auf jeden Fall meine Teamkollegen. Wir hatten eine großartige Chemie im Team, eine der besten, die ich jemals in einer Kabine hatte. Auf der anderen Seite natürlich die außergewöhnlichen Fans. Sie waren die lautesten in der Halle, egal, wo wir gespielt haben. Und natürlich, wie gut wir vom Verein behandelt wurden. Das Management und die Mitarbeiter haben sich sehr um uns gesorgt und alles für uns getan.

    Und an Linz generell?

    Es ist eine großartige, schöne Stadt und die Gemeinschaft mit den Leuten, die wir hier kennengelernt haben.

    Gibt es einen Ort, an dem Sie künftig Eishockey spielen möchten?

    Ich genieße es sehr, in Österreich und der EBEL zu spielen. Aber wir müssen erst sehen, welche Möglichkeiten sich über den Sommer bieten.

    Sie würden also gern in der EBEL bleiben?

    Definitiv.

    Wenn Sie als Gegner nach Linz kommen würden, was würden Sie Ihren Teamkollegen über die Black Wings erzählen?

    Das Team wird sich von heuer stark unterscheiden. Aber was ich definitiv sagen kann ist, dass sie sehr gut in Heimspielen sein werden und dass man sie nie besiegt hat, solang die Schlusssirene nicht ertönt ist.

    Wie würden Sie die Zeit in Linz in einem Satz beschreiben?

    Es war eine großartige Erfahrung, die wir nie vergessen werden.

    Wie werden Sie den Verein und die Zeit hier in Erinnerung behalten?

    Immer als sehr positive Erfahrung. Es war ein bisschen enttäuschend, wie es geendet hat, aber wir blicken vielmehr auf die vielen positiven und lustigen Erinnerungen zurück. Und an die guten Freunde, die wir hier gefunden haben.

    Welche Ziele haben Sie in Ihrem Leben noch vor sich?

    Es war in dieser Saison eine große Veränderung, Vater zu werden. Und ich hoffe, dass ich weiter lerne und wachse - um der beste Vater und Ehemann zu sein, den man sich vorstellen kann.

    Gibt es etwas, das Sie Ihren Fans noch mitteilen möchten?

    Danke für all eure Unterstützung und die Anfeuerungen in den letzten zwei Jahren. Es war eine Ehre, für euch zu spielen. Ich hoffe, dass ihr mit einer guten Erinnerung an meine Zeit in Linz zurückdenkt. Jeder Spieler, der das Trikot in der nächsten Saison tragen wird, kann sich glücklich schätzen, von euch unterstützt zu werden.

    Markus Prinz, 22.04.2018, 18:23 Uhr

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