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    Russland begnadigt – IOC beendet Olympia-Sanktionen

    Russland begnadigt - IOC beendet Olympia-Sanktionen

    MOSKAU. Trotz scharfer Kritik der führenden Anti-Doping-Agenturen.

    Seit gestern ist es hochoffiziell: Das Internationale Olympische Komitee hat den Ausschluss Russlands aufgehoben. Die Entscheidung erfolgte nur kurz nach dem Ende der Winterspiele und trotz zweier russischer Dopingfälle in Pyeongchang.

    "Das ROK ist wieder vollständiges Mitglied der internationalen olympischen Familie", sagte Alexander Schukow, der Präsident des Olympischen Komitees Russlands (ROK), gestern. Wegen massiver und staatlich geduldeter Dopingvergehen bei den Winterspielen 2014 in Sotschi hatten nur 168 Russen unter neutraler Flagge an den Winterspielen in Südkorea teilnehmen dürfen. Eigentlich war erwartet worden, dass die russischen Sportler bereits anlässlich der Schlussfeier am Sonntag wieder mit ihren Fahnen einmarschieren könnten. Doch aufgrund der positiven Dopingproben des Curlers Alexander Kruschelnizki und der Bobfahrerin Nadeschda Sergejewa wurde die Sperre doch noch verlängert.

    Die Verbannung der Russen endete nun allerdings nur mit leichter Verspätung. Von den führenden Anti-Doping-Agenturen war der Beschluss des IOC, die Bewährungsfrist für die Russen nur um wenige Tage auszuweiten, scharf kritisiert worden. "Das ist ein weiterer kurzlebiger Deal. Der Umgang des IOC mit diesem Thema hat sich von ,schlecht’ zu ,schlechter’ entwickelt", hieß es in einer Presseerklärung. Stattdessen sollte der Beobachtungsstatus für Russland "bis Tokio 2020 fortgesetzt" werden.

    Russlands Präsident Wladimir Putin feierte die Aufhebung hingegen wie einen Sieg. Man könne den Russen vieles wegnehmen, aber nicht den Charakter, sagte er bei einem Empfang für die Olympioniken am Mittwoch. Putin würdigte das Eishockey-Team, das bei der Siegerehrung trotz Verbots die russische Hymne gesungen habe. Der internationale Kampf gegen Doping müsse zudem gerechter und transparenter werden. Trotz vieler Beweise sieht sich Moskau beim Doping weiter zu Unrecht an den Pranger gestellt und spricht von einer westlichen Verschwörung.

    "Schlechteste Entscheidung"

    Doping-Kronzeuge Grigori Rodschenkow warnte das IOC schon während der Winterspiele in Südkorea davor, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben. "Es wäre die schlechteste Entscheidung", sagte der in die USA geflüchtete Ex-Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors der britischen BBC: "Das IOC sollte zeigen, wie beständig es im Kampf gegen Doping ist."

    OÖN, 01.03.2018, 00:04 Uhr

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