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    Formel 1: Ist die Mercedes-Ära zu Ende?

    SHANGHAI. Drei Rennen in Serie ohne Mercedes-Sieg, das hat es in der seit 2014 andauernden Ära der V6-Turbo-Hybridmotoren in der Formel 1 bis Shanghai nicht gegeben.

    Nachdem Sebastian Vettel mit dem Ferrari die ersten zwei und Daniel Ricciardo am Sonntag in China mit dem Red Bull den dritten Saisonlauf gewonnen hat, dominiert eine Frage die Königsklasse: "Ist die Sieges-Ära von Mercedes vorbei?" 

    Zwar übernahm Mercedes in China dank der Plätze zwei und vier durch Valtteri Bottas und Lewis Hamilton wieder die Führung in der Konstrukteurswertung. In der Tat scheint es in der Formel 1 aber eine Wellenbewegung zu geben, nach der alle vier oder fünf Jahre die Dominanz eines Teams in sich zusammenbricht. Man erinnere sich an die Siegesläufe von Ferrari, McLaren oder Williams. Zuletzt war das auch Red Bull Racing passiert. Hatte man von 2010 bis 2013 vier Jahre lang alle zu holenden Titel gewonnen, übernahm danach schlagartig Mercedes die Vorherrschaft.

    Allerdings löste damals hauptsächlich der Wechsel zu den neuen Motoren die Trendwende aus. Während Mercedes plötzlich die beste Power-Unit stellte, hinkten Red Bull und Ferrari seitdem hinterher. "Es ist offensichtlich in allen Sportarten unvermeidbar, dass das Gewinnen ab einem gewissen Punkt schwieriger wird oder überhaupt aufhört", weiß Red Bulls Teamchef Christian Horner aus eigener Erfahrung.

    Das Potenzial ist groß

    Dennoch wunderte sich Horner nach dem dritten Saisonlauf: "Mercedes hat immer noch ein sehr schnelles Auto. Eigentlich ist es unglaublich, dass sie heuer noch keinen Grand Prix gewonnen haben. Damon Hill, Weltmeister von 1996, ergänzte. "Es sieht ziemlich danach aus, als ob es gerade einen Wechsel in der Turbo-Hybrid-Ära gibt."

    Dabei hatte es selbst nach den Vorsaison-Testfahrten noch ganz danach ausgesehen, als ob die Dominanz der "Silberpfeile" wie gewohnt weitergehen wird. Mehr als die Sieglosigkeit überrascht freilich, dass man bei Mercedes derzeit meist in ratlose Gesichter blickt. Speziell auf der Rennstrecke in China, die als Mercedes-Piste gilt. "Wir waren einfach das ganze Wochenende hinten nach", gestand Mercedes Teamchef Toto Wolff.

    „Seit Melbourne kontinuierlich abgebaut“

    Aber bei der ganzen Panikmache sind mehrere Dinge nicht zu übersehen. Ohne die vom Red-Bull-B-Team ausgelöste Safety-Car-Phase wäre das Rennen in Shanghai womöglich mit einem Sieg für Bottas ausgegangen. Noch sind 18 Rennen zu fahren und auch 2017 hatte Vettel nach sechs Rennen 25 Punkte Vorsprung auf Hamilton, ehe dieser die Trendwende schaffte und am Ende noch souverän Champion wurde.

    Bittere Moment erlebt gerade auch Hamilton. Seit Platz zwei beim Saisonauftakt in Melbourne geht es für den Engländer ergebnismäßig nur bergab. China war das sechste Rennen in Folge ohne Sieg für den 33-jährigen Weltmeister, das ist ihm zuletzt beim Übergang der Saisonen 2015/16 (8 Rennen) nicht mehr passiert. "Wir haben seit Melbourne kontinuierlich abgebaut", stellte er frustriert fest.

    OÖN-Sport/APA, 16.04.2018, 17:09 Uhr

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