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    Was kommt nach der Grande Dame?

    WARSCHAU / VENICE. Erstmals seit 20 Jahren findet eine Judo-Europameisterschaft ohne Sabrina Filzmoser statt

    Seit gestern suchen in Warschau die besten Judoka des Kontinents ihre Meister. Erstmals seit 20 Jahren tun sie das jedoch ohne Sabrina Filzmoser. Die Welser Grande Dame, die seit ihrem Debüt 1998 in Oviedo (5.) keine Europameisterschaft ausgelassen hat, jagt derweil in Übersee dem Horizont über Florida hinterher. Die 36-Jährige, die in Venice die Ausbildung zur Berufspilotin macht, blickt mit ein wenig Wehmut nach Polen. „Ich wäre gerne hingeflogen“, verrät sie.

    Die zweifache Europameisterin (2008, 2011) lässt gerade ihre Karriere ausklingen. Möglich, dass sie im Herbst noch das eine oder andere Turnier in Angriff nimmt. Doch so genau weiß sie das im Augenblick selbst nicht.

    Wer Filzmosers Verletzungs-Historie nur ansatzweise kennt, den wird ihre imposante EM-Serie überraschen. Egal ob Bandscheibenvorfall, Schulterblessur oder kaputter Ellbogen – sie biss sich immer auf der Matte durch. „Ich weiß nicht, ob es jedes Mal sinnvoll und durchdacht war, aber gegeben habe ich stets alles“, sagt die dreifache Olympia-Teilnehmerin.

    Doch was kommt nach ihr? Aus oberösterreichischer Sicht hält im elfköpfigen ÖJV-Team in Warschau einzig Daniel Allerstorfer die Fahnen hoch. Das Schwergewicht aus St. Peter am Wimberg wird morgen zum Auftakt der Klasse über 100 Kilo auf Lokalmatador Maciej Sarnacki treffen. Ein schwieriges Unterfangen für den 24-Jährigen, der im Head-to-Head mit 1:3 im Hintertreffen liegt.

    Von einer ähnlichen Serie wie Filzmoser ist der Heeressportler, der seinem fünften EM-Start entgegenblickt, noch ein großes Stück entfernt. „Auch wenn Sabsis Fußstapfen riesig sind, brauche ich dennoch keinen mehr, der mir bei großen Meisterschaften die Hand hält“, schmunzelt der 125-Kilo-Brocken, der in Rio bereits Olympia-Erfahrung sammelte.

    Mit dem Welser Kimran Borchashvili und dem Kirchhamer Max Hageneder verpassten zwei weitere Oberösterreicher den Sprung zur EM knapp.

    Medaillentipp aus Tirol

    Österreichweit ist der Generationenwechsel bereits vollzogen worden. An die Stelle von Filzmoser und des zurückgetretenen Ludwig Paischer kämpften sich Kathrin Unterwurzacher und Bernadette Graf ins Rampenlicht. Da die Olympia-Fünfte Graf Warschau wegen der Nachwirkungen einer Schulter-OP auslässt, lastet die Medaillenlast hauptsächlich auf der Vorjahres-Zweiten Unterwurzacher. Die Tirolerin ist heute in der Kategorie bis 63 Kilo im Einsatz.

    Reinhold Pühringer, 21.04.2017, 00:04 Uhr

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