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    In Linz glänzten diesmal die Helden aus der zweiten Reihe

    In Linz glänzten diesmal die Helden aus der zweiten Reihe

    LINZ. Oberbank Linz Donau Marathon: Robert Kipkemboi wurde vom "Mitläufer" zum Sieger, Lemawork Ketema schaffte die EM-Quali.

    Optimales Wetter, das stärkste Elite-Feld, das man in Linz jemals auf die Beine gestellt hat und ein Top-Star mit dem Prädikat "Weltklasse" – der von den OÖNachrichten und der LIVA organisierte 17. Oberbank Linz Donau Marathon hatte ein perfektes Drehbuch – und dann lief es doch ganz anders. Der Sonntag wurde zum großen Tag für die Helden aus der zweiten Reihe. Mit mehr als 20.000 Aktiven und Zehntausenden Zuschauern entlang der Strecke erlebte Linz am Wochenende wieder ein besonderes "Pflaster-Spektakel".

    Während der offenbar nach einer Verletzungspause doch nicht ganz fitte Top-Favorit Geoffrey Mutai bereits nach zehn Kilometern den Anschluss an die Spitzengruppe verlor und dann irrtümlich schon zur Hälfte ins Ziel lief wurde sein kenianischer Landsmann Robert Kipkemboi vom "Mitläufer" zum Sieger.

    Ein heißes Rennen

    Der 29-Jährige wollte im Windschatten der Eliteläufer in Linz eigentlich nur seine persönliche Bestzeit verbessern, zum Favoritenkreis zählte er nicht. Mit der Siegerzeit von 2:10:23 Stunden blieb er dann nur knapp über seiner persönlichen Rekordmarke. "Es war sehr heiß, ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung", sagte ein erschöpfter aber glücklicher Kipkemboi im Ziel. Der Kenianer war nach einer Tempoverschärfung ab Kilometer 34 plötzlich allein an der Spitze und brachte seine Führung ins Ziel. Neben dem schwülen Wetter hatte er dabei auch etwas Gegenwind zum Gegner.

    Wie ein Sieger fühlte sich auch der schnellste Österreicher mit äthiopischen Wurzeln. Lemawork Ketema kam als Sechster in 2:14:35 ins Ziel und knackte damit souverän das Limit für die EM im August in Berlin (2:17 Stunden). Die großartige Stimmung in Linz hat ihn auf den letzten Kilometern förmlich ins Ziel getragen.

    Das Resümee von Marathon-Mann Günther Weidlinger, der das Elite-Feld verpflichtet hat, fiel so aus: "Mit dem Rennverlauf bin ich nicht ganz zufrieden, aber die Atmosphäre war wirklich toll."

    Der große Favorit als Irrläufer

    Geoffrey Mutai kam versehentlich bereits nach der Hälfte der Strecke ins Ziel.

    Geoffrey Mutai gehört mit einer Bestzeit von 2:03:02 Stunden zu den schnellsten Marathonläufern des Planeten. In Linz überquerte der Kenianer bereits nach 1:07:28 die Ziellinie – versehentlicherweise. Der 36-Jährige war am Taubenmarkt nicht wie vorgesehen auf die Promenade abgebogen, sondern geradeaus ins Halbmarathonziel gelaufen. Was war geschehen? Mutai musste nach langer Verletzungspause bei Kilometer zehn abreißen lassen. Während die Spitzengruppe den richtigen Weg nahm, liefen der außer Sichtweite geratene Mutai und ein Tempomacher geradeaus. Das Duo war vor dem Ziel sichtlich irritiert, glaubte, dass der Kurs vielleicht gar in der Rathausgasse weitergehe. Doch dort war wegen Absperrgittern kein Durchkommen.

    Der große Favorit als Irrläufer

    „Ich wollte die ganze Distanz laufen. Zwar war ich körperlich noch zu schwach, aber das hätte mir geholfen, um wieder in Form zu kommen“, sagte Mutai, dem so etwas noch nie passiert war. Renndirektor Günther Weidlinger räumte zwar ein, dass man die Läufer durch Ordner besser hätte leiten müssen, jedoch seien die Sportler davor im Briefing auch genau über den Streckenverlauf instruiert worden. Nur gut, dass Mutai an diesem Tag nicht um den Sieg mitlief.

    16.04.2018, 00:05 Uhr

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