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    EM-Aufstieg rückt nach Niederlage in weite Ferne

    EM-Aufstieg rückt nach Niederlage in weite Ferne

    POREC. Österreichs Handballer unterlagen in ihrem ersten Gruppenspiel Weißrussland 26:27 - nun kommen aber erst die großen Brocken

    Österreichs Handball-Nationalteam steht nach dem ersten Auftritt bei der Handball-EM in Kroatien bereits mit dem Rücken zur Wand. Die von Patrekur Jóhannesson betreute Truppe musste sich mit dem 26:27 (12:14) gegen Weißrussland jenem Team geschlagen geben, welches von der Papierform her als einziges in der Reichweite der ÖHB-Sieben liegt.

    Lediglich auf den Rängen hatte man die Oberhand: 600 rot-weiß-rote Schlachtenbummler – so viele wie noch nie bei einem Handball-Großereignis – waren der Auswahl nach Porec gefolgt und sahen, dass der nachnominierte und erst auf der Anreise an einer Autobahnraststation eingesammelte Vytas Ziura von Beginn an das Vertrauen geschenkt bekam. Der 38-Jährige konnte sich in der zweiten Halbzeit einige Male gut in Szene setzen, getragen wurde das ÖHB-Spiel allerdings von Torhüter Thomas Bauer und Jungstar Nikola Bilyk, der mit acht Toren Österreichs bester Werfer war.

    Zwei Meter langer Sargnagel

    Zwar kämpfte sich Österreich nach einem zwischenzeitlichen Vier-Tore-Rückstand (37.) auf einen Treffer heran, dass am Ende doch die Weißrussen als Sieger vom Feld gingen, lag zu einem wesentlichen Teil am zwei Meter großen Uladzislau Kulesh, der den Österreichern sieben Tore einschenkte. "Wir sind fassungslos", sagte Routinier Robert Weber. "Wir sind an uns selbst gescheitert."

    Trotz Niederlage hatte einer im österreichischen Team dennoch Grund zur Freude: Romas Kirveliavicius: Der 29-Jährige war am Tag vor dem Match zurück nach Wien gereist, um bei der Geburt seiner Tochter dabei zu sein, die früher als erwartet kam. "Ein unschlagbares Gefühl", sagte der Jungvater, der gestern Mittag wieder zur Mannschaft gestoßen war.

    Die besten Teams des Planeten

    Der dritte Gruppenplatz, der zum Aufstieg in die Hauptrunde reicht, ist in weite Ferne gerückt: Morgen (18.15 Uhr live in ORF Sport+) wartet mit Frankreich der amtierende Weltmeister. Dessen Auftaktspiel gegen Norwegen – zugleich die Neuauflage des letztjährigen WM-Finals – war zu Redaktionsschluss noch nicht beendet. Auch bei den Skandinaviern, auf die Österreich am Dienstag trifft, sind die Erwartungen hoch. Damit ist klar: Von nun an ist jeder rot-weiß-rote Punktgewinn Sensation. "Wir müssen schauen, dass wir gewinnen, so schwierig es auch wird", sagte Bilyk. "Wir haben sicher noch nicht aufgegeben."

    Reinhold Pühringer aus Porec, 12.01.2018, 20:16 Uhr

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