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    "Das ist ja kein Basar hier"

    "Das ist ja kein Basar hier"

    Vor dem morgigen Heimspiel gegen den WAC hatte Fußball-Bundesligist SV Guntamatic Ried am Bezirksgericht Ried ein anderes Match zu bestreiten. Das Duell Jürgen Werner gegen Ried geht in die Verlängerung.

    Dort ging gestern der Prozess gegen die International Football Investment GmbH (IFI) in die erste Runde.

    Die IFI, eine Spielervermittlungsagentur von LASK-Berater Jürgen Werner, verlangt von den Innviertlern eine Provision in der Höhe von 160.000 Euro. Der Grund: Man möchte 20 Prozent der 800.000 Euro Ablösesumme, die Ried einst für den Transfer von Thomas Murg zum SK Rapid erhalten hat. Die OÖN hatten bereits vor einigen Wochen exklusiv über den Streit berichtet.

    Murg ist zwar kein Spieler, der zur Agentur von Werner zählt, allerdings will Werners Agentur jene rund 200.000 Euro vorfinanziert haben, die Ried an die Wiener Austria überweisen musste, um Murg zu erhalten. Bei der SV Ried, gestern durch Finanzvorstand Roland Daxl und Anwalt Christian Breit vertreten, sieht man das anders. Man will den Transfer über einen Kredit bei der eigenen Hausbank finanziert haben. Bei der IFI spricht man hingegen von einer früher häufig praktizierten fixen Vereinbarung mit dem damaligen Manager Stefan Reiter. Der gestern vor Gericht anwesende Jürgen Werner erwähnte im Zusammenhang damit die oft zitierte "Handschlagqualität" der SV Ried.

    Richterin Birgit Rieß legte bei der gestrigen ersten Tagsatzung beiden Parteien gleich zu Beginn einen außergerichtlichen Vergleich ans Herz. "Ich gehe davon aus, dass Sie auch in Zukunft miteinander Verträge abschließen wollen. Es wäre nicht gut, die Tür voreilig zuzuschließen."

    Doch die Fronten sind verhärtet. "Es hat Versuche für einen Vergleich gegeben, aber da sind wir so weit auseinandergelegen, das hat überhaupt keinen Sinn", sagte Daxl. Die Replik von Werner: "Du hast doch gesagt, es wird kein Angebot geben, also kann ich nicht sagen, wie weit wir auseinander sind."

    Leichte Annäherung

    Laut Daxl habe der Verein einen Betrag von 30.000 Euro angeboten. Für die IFI müsste es schon ein sechsstelliger Betrag mit der Ziffer eins vorne sein. Rieß: "Dann sind sie genau 70.000 Euro auseinander." Daraufhin merkte Werner an: "Das ist ja kein Basar hier."

    Nach längerem Hin und Her näherte man sich von 50.000 Euro (Angebot SV Ried) auf 65.000 plus Zinsen (IFI) an. Ein langer Prozess würde nicht nur weitere hohe Kosten verursachen, laut Rieß müssten da auch "alle Finessen des Fußballgeschäfts" öffentlich gemacht werden. Das könnte zu negativer Presse führen ...

    Nach 90 Minuten wurde der Prozess auf Ende Mai vertagt. Sollte es in der Zwischenzeit zu keiner außergerichtlichen Lösung kommen, werden bei der nächsten Verhandlung auch Rieds Ex-Manager Stefan Reiter und Austria-Geschäftsführer Markus Kraetschmer befragt.

    Thomas Streif, 21.04.2017, 00:04 Uhr

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