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    Im Elfer-Krimi hatte Dänemark das Happy-end

    Im Elfer-Krimi hatte Dänemark das Happy End

    BREDA. Fußball-EM: Der Final-Traum ist geplatzt – ÖFB-Frauen verschossen beim 0:3 vier Elfer. Mit Dänemark oder Gastgeber Niederlande wird es einen Premieren-Europameister geben.

    Ist das bitter! Um 20.40 Uhr war der Erfolgslauf von Österreichs Fußballfrauen gestoppt und Dänemark im EM-Endspiel. Der Elfmeterpunkt, dem die rot-weiß-rote Auswahl im Viertelfinale gegen Spanien noch mit einem Lächeln entgegengelaufen war, wurde ihr gestern vor 10.000 Zuschauern in Breda zum Verhängnis.

    Schon in der regulären Spielzeit war Sarah Puntigam per Strafstoß gescheitert (13.), nach 120 torlosen Minuten musste die Entscheidung im Shootout fallen. Alle drei angetretenen ÖFB-Spielerinnen scheiterten. Zuerst Laura Feiersinger, die wie Puntigam rund zwei Meter über die Querlatte schoss. Anschließend Viktoria Pinther und Verena Aschauer, die das linke Eck anvisiert hatten, aber an Torfrau Stina Lykke Petersen scheiterten. Dänemark gewann 3:0. Klar, dass nach dem K.o. Tränen flossen.

    Die Zuversicht war so groß, das Ziel zum Greifen nah gewesen. "Wenn wir eine Chance kriegen, wollen wir natürlich zupacken", hatte Teamchef Dominik Thalhammer vor dem Anpfiff gesagt. Herz und Leidenschaft waren wie gehabt dabei, einzig das Zielwasser fehlte. "Die Enttäuschung ist groß, weil wir so nahe dran waren. Die Nervenstärke hat diesmal gefehlt, die Sicherheit war nicht da", analysierte der Coach: "Im Grunde können wir stolz sein." In der Tat.

    "Wenn man vier Elfmeter nicht nützt, ist es extrem traurig. Das müssen wir erst einmal verdauen", sagte Kapitänin Viktoria Schnaderbeck. Die Partie war von großem Einsatz und Intensität geprägt. Das lief nicht ohne Schmerzen ab.

    Billa schied verletzt aus

    Ein gestrecktes Bein von Kildemoes nahm die bemitleidenswerte Nicole Billa in der 39. Minute brutal aus dem Spiel. Die ehemalige Kickbox-Junioren-Weltmeisterin, die im letzten EM-Test gegen Dänemark (4:2) am 6. Juli zwei Tore erzielt hatte, zog sich eine schwere Verletzung im linken Fuß zu.

    Der nächste Ausfall im rot-weiß-roten Team, das beim Abspielen der Hymnen als große Geste der Geschlossenheit das Trikot von Lisa Makas hochhielten. Die 25-Jährige hatte sich im Viertelfinale den bereits dritten Kreuzbandriss in ihrer noch jungen Karriere zugezogen. "Ich schaue trotzdem optimistisch in die Zukunft und hoffe, dass die Mädels das schaffen", sagte Makas. Ihr Wunsch hätte durchaus in Erfüllung gehen können. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte verfehlte ein Kopfball von Virginia Kirchberger nur knapp das Ziel.

    Nach Seitenwechsel sollte Dänemark Fahrt aufnehmen, bei einem Sörensen-Kopfball (54.) und einem Harder-Schuss (61.) stellte ÖFB-Torfrau Manuela Zinsberger ihre Klasse unter Beweis. In der Verlängerung verfehlten Troelsgaard Nielsen (107.) und Katrine Veje (114.) ihr Ziel nur knapp. Im Elfmeterschießen zeigten die Siegerinnen dann jene Kaltschnäuzigkeit, die Österreichs Damen fehlte.

    Niederlande im Finale

    Das Finale der Frauen-Fußball-EM lautet Dänemark gegen Gastgeber Niederlande. Die "Oranjes" setzten sich in Enschede etwas überraschend gegen England mit 3:0 durch. Die Treffer erzielten Vivianne Miedema (22.), Danielle van de Donk (62.) und Millie Bright (90./Eigentor).

    Video: Stimmungsbericht aus Breda

    OÖN, 04.08.2017, 00:04 Uhr

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