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    Real Madrid wackelte, fiel aber nicht: Titelverteidiger trotz 1:2 im Finale

    MADRID. Atlético hatte nach 16 Minuten 2:0 geführt, Isco zerstörte den Traum

    Das Fußball-Champions-League-Endspiel 2017 am 3. Juni (20.45 Uhr) in Cardiff heißt Juventus Turin gegen Real Madrid. Der Titelverteidiger aus Spanien verlor zwar das Semifinal-Retourmatch bei Atlético Madrid 1:2 (1:2), stieg aber mit dem Gesamtscore von 4:2 letztlich souverän auf.

    Wer geglaubt hatte, dass sich nach Reals 3:0-Erfolg im Hinspiel vor acht Tagen Langeweile im Vicente Calderon ausbreiten würde, sah sich getäuscht. Atlético lief mit unglaublichem Spirit und dem Mute der Verzweiflung auf den Rasen, der sprichwörtlich brannte. Der Außenseiter war angetreten, um das Unmögliche möglich zu machen. Nach 16 Minuten schien die Sensation zum Greifen nah.

    Erst hatte Saul Niguez einen Corner per Kopfball-Torpedo zum 1:0 veredelt (12.), 180 Sekunden später pfiff der türkische Referee Cüneyt Cakir nach einer Attacke von Raphael Varane an Fernando Torres Elfmeter. Antoine Griezmann rutschte weg und traf trotzdem zum 2:0 (16.). Allerdings hätte Goalie Keylor Navas den zentralen Versuch mit ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl parieren können. War aber nicht so.

    Härte war Trumpf

    Das „Weiße Ballett“ wirkte geschockt, Atlético stand den „Königlichen“ auf den Füßen, das Aggressionspotenzial wuchs. Jene Emotionen, die man im ersten Kräftemessen vermisst hatte, waren auf einmal Programm. Viele Fouls, Verbalduelle, wilde Gesten - dieses „Derbi madrileno“ ließ kaum Wünsche offen.

    Cakir zückte bis zur 37. Minute fünf Mal Gelb. Der Notizblock des Unparteiischen füllte sich, auch in Sachen Tore. In der 42. Minute schrieb Real an, weil Karim Benzema drei Atlético-Akteure austanzte, Kroos fand und Isco den Abpraller versenkte - 2:1. Eine Verlängerung war damit ausgeschlossen und die Aufgabe für das Team des Trainer-Vulkans Diego Simeone wieder eine Mission impossible.

    Atlético musste 5:1 gewinnen. Das sollte nicht gelingen, weil sich Real zusammenriss und Navas glänzend gegen Carrasco und Gameiro hielt (66.). Die Uhr tickte gnadenlos, Atlético nahm nicht das bedingungslose Risiko, das es gebraucht hätte, um die große Überraschung zu schaffen.

    Gegen Juventus wird es um keine Spur einfacher. Die „Alte Dame“, die Monaco mit dem Gesamtscore von 4:1 in die Schranken gewiesen hat, ist in Hochform. „Das Finale war nicht unser Ziel, das bedeutet nichts, wir wollen gewinnen“, sagte Super-Torhüter Gianluigi Buffon. Der bedeutendste Titel im Europacup fehlt dem 39-jährigen Weltmeister noch in seiner Trophäensammlung.

    10.05.2017, 22:40 Uhr

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