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    Wer hat im OÖ-Derby die besseren Karten?

    Wer hat im OÖ-Derby die besseren Karten?

    LINZ. Erste Liga: Blau-Weiß Linz empfängt heute (18.30 Uhr) die SV Ried

    Vorhang auf für das erste OÖ-Derby dieser Saison in der Ersten Fußball-Liga! Heute (ab 18.30 Uhr im Liveticker auf nachrichten.at) gibt es mit dem Duell zwischen Blau-Weiß Linz und der SV Guntamatic Ried im Linzer Stadion eine echte Premiere: Noch nie trafen die beiden Vereine in ihrer Klubgeschichte in der Meisterschaft aufeinander. Nur einmal gab es eine Begegnung: 2006 warfen die Innviertler den FC-Linz-Nachfolgeverein aus der ersten Cuprunde. Vor dem ersten OÖ-Derby in dieser Spielzeit stellt sich die Frage: Welches Team hat nach bescheidenen Saisonstarts die besseren Karten?

    0:1 Das Budget: Auch wenn Ried als Liga-Krösus mit dem höchsten Budget bisher bewiesen hat, dass Geld keine Tore schießt und auch keine Siege bringt: Aufgrund der klar besseren Qualität des Kaders gehen die Innviertler als Favorit in das Derby. Sie stehen nach dem 0:4 in Liefering auch unter Druck – müssen in diesem Spiel unbedingt liefern. Wie gut kommt der Absteiger damit zurecht?

    1:1 Das Stadion: Vielleicht der größte Trumpf der Blau-Weißen: Im Linzer Stadion fühlen sie sich wohl, das haben sie auch vergangene Saison bewiesen und auch die starken Gegner stets in Bedrängnis gebracht. Umgekehrt hat sich Ried im Linzer Stadion immer schwer getan. Wenn auch mit anderen Spielern und einem anderen Gegner – sowie in einer anderen Liga…

    2:1 Die Form: Der Sieg gegen Kapfenberg war zwar glücklich, für die Blau-Weißen war es aber eine Moralinjektion zur besten Zeit. Diese Mannschaft lebt vom Kampf- und Teamgeist. Und mit diesem Sieg im Rücken wird Blau-Weiß heute ähnlich geschlossen wie in der Vergangenheit auftreten. Ried hingegen konnte bisher nur über einzelne Spielphasen überzeugen.

    Wer hat im OÖ-Derby die besseren Karten?

    3:2 Die Trainer: Blau-Weiß-Coach Günther Gorenzel hat nach dem schwachen Start sein System adaptiert: Die Linzer sind zum erfolgreichen 4-2-3-1 der Vorsaison zurückgekehrt. Ried-Trainer Lassaad Chabbi zieht hingegen sein Ding gnadenlos durch. Das Red-Bull-System ist extrem laufintensiv. Noch passieren zu viele Fehler, auch offensiv läuft das Werk nicht rund. Keiner der beiden Trainer konnte bisher voll überzeugen – ein Punkt für beide.

    3:3 Die Einzelspieler: Oft werden solche Spiele von starken Einzel-Aktionen entschieden. Die besseren Einzelspieler haben sicher die Innviertler mit Marko Stankovic, Clemens Walch oder Julian Wießmeier in den Reihen. Vor allem Wießmeier, der Spieler der Saison des Vorjahrs, war bisher im Ried-Trikot ein Schatten seiner selbst. Heute wird er doppelt motiviert sein. Einerseits, um es seinen Kritikern zu zeigen. Andererseits, weil er heute in jenem Stadion gegen jenen Spieler spielt, der ihm den dunkelsten Tag seiner Karriere bescherte. Nach einem schweren Foul von Blau-Weiß-Spieler Ante Anic erlitt Wießmeier einen Schien- und Wadenbeinbruch und fiel ein halbes Jahr aus. Heute kehrt er nach Linz zurück.

    OÖN-Prognose: Wenn Blau-Weiß ähnlich kämpferisch auftritt wie in Kapfenberg, wird es für Ried die nächste harte Nuss, die es zu knacken gilt.

    Nur Blau-Weiß mit Oberösterreichern

    Ried gegen Blau-Weiß Linz – ganz Oberösterreich blickt heute in das Linzer Stadion zum einzigen OÖ-Derby der höchsten beiden Spielklassen.

    Doch ist es wirklich ein so brisantes Lokal-Duell? Blickt man auf die möglichen Aufstellungen der beiden Teams, trägt eigentlich nur Blau-Weiß dazu bei: Beim Stahlstadtklub werden heute acht gebürtige Oberösterreicher in der Startelf stehen. Kurios: Beim Gegner aus dem Innviertel könnte es sein, dass kein Einziger von Beginn weg dabei ist. Innenverteidiger Thomas Reifeltshammer und Stürmer Thomas Fröschl sind bei Ried-Trainer Lassaad Chabbi nämlich alles andere als gesetzt. Im Sommer kamen zwar 14 neue Spieler zum Bundesliga-Absteiger – mit dem Schwanenstädter Thomas Mayer aber nur einer aus dem eigenen Bundesland. Ganz anders bei Blau-Weiß: „Ich habe bewusst bei der Kaderplanung darauf geschaut, dass wir viele Oberösterreicher im Kader haben. Die Leute sollen sich mit uns identifizieren können“, sagt Sportchef David Wimleitner.

    Ob ihm das auch bei einer weiteren Verpflichtung gelingt? Nachdem die langen Ausfälle von Kreuzer und Krainz bestätigt wurden, könnten die Linzer noch einmal aktiv werden. Weil der österreichische Markt aber nicht mehr viel hergibt, wird auch im Ausland gesucht.

    Tabellen und Statistiken

     
     

    Raphael Watzinger und Harald Bartl, 11.08.2017, 00:04 Uhr

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