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    Wo das Los entscheidet

    Wo das Los entscheidet

    Einige Nationalparks in den USA sind so überlaufen oder das Ökosystem ist so empfindlich, dass die Zahl der Besucher rigoros beschränkt wurde. Besuchsgenehmigungen werden dann per Los erteilt.

    Mit Overtourism kennen sich die US-Nationalparks schon lange bestens aus. Mehr als 200 Millionen Besucher strömen jährlich in die über 300 Nationalparks. Besonders im Sommer wird’s eng. Sowohl die Unterkunftskapazitäten wie auch die Infrastruktur reichen dann nicht aus, um dem Massenansturm gerecht zu werden und zugleich die Natur zu schützen. Auch die gerade angekündigte Eintrittspreiserhöhung um bis zu fünf US-Dollar auf meist 35 US-Dollar wird niemanden vom Besuch abhalten. Um die Zahl der Gäste zu begrenzen, setzen daher einige Parks aufs Glück und verlosen ihre Besuchsgenehmigungen. Wer dabei sein will, der muss sich schriftlich bewerben und eine Gebühr bezahlen. Gewinnt er die Eintrittserlaubnis, werden selbstverständlich der Parkeintritt sowie die Kosten für die oft vorgeschriebene geführte Tour fällig.

     

    Coyote Buttes – Wellen aus Sandstein

    Bizarr geformte Wellen aus Sandstein, die sich über das Wüstengebirge der Coyote Buttes im Grenzgebiet zwischen Arizona und Utah ziehen, gehören zu den fotogensten Naturwundern Amerikas. Leider bedingt der poröse Sandstein, dass die sanft geschwungenen Strukturen im Stein höchst fragil sind. Tausende von Menschen, die unsensibel darüber laufen, würden die Pracht zerstören. Deswegen ist die tägliche Besucherzahl auf 20 begrenzt. Zehn Plätze werden online verlost und die restlichen zehn Lizenzen vor Ort ebenfalls im Losverfahren vergeben.

    Grand Canyon – Raften ohne Guide

    Mit fast fünf Millionen Besuchern zählt der Grand Canyon zu den beliebtesten Nationalparks Amerikas. Die meisten Besucher bestaunen von den steil abfallenden Kliffrändern aus den gewundenen Lauf des Colorado. Wer auf dem Fluss zwischen Lees Ferry und Diamond Creek im eigenen Tempo und Schlauchboot heruntertreiben wollte, musste bis 2012 bis zu 27 Jahre auf die Erlaubnis warten! Seitdem entscheidet eine Lotterie über die jährlich 460 Lizenzen für die 12- bis 25-tägigen Trips. Wer nicht beim ersten Versuch eine Raftingerlaubnis gewinnt, rückt bei der nächsten Verlosung nach vorne, wenn er sich weiterhin bewirbt.

    Yosemite Park – Half-Dome-Wanderung

    Rund 27 Kilometer lang ist der Rundweg auf den Half Dome – das Wahrzeichen des Yosemite Parks in Kalifornien. Es ist eine ziemlich anspruchsvolle Tagestour, die nur zwischen Mai und Oktober erlaubt ist. In dieser Zeit werden die Klettersteige und Pfade des Berges gewartet. Trotzdem dürfen nur 300 Wanderer täglich auf den Gipfel. Selbst wer werktags anreisen kann, hat bei der Verlosung nur eine Chance von sieben Prozent, einen der begehrten Permits zu ergattern. Fürs Wochenende sinken die Chancen gar auf zwei Prozent. Also am besten so früh wie möglich bewerben!

    Denali Road – 150 Kilometer Natur pur

    Zu einer der beliebtesten Straßen Alaskas gehört die Denali Road durch den gleichnamigen Park entlang der Alaskakette. Denali heißt auch der mit über 6000 Metern höchste Gipfel weit und breit. Wegen der landschaftlichen Schönheit und der wilden Tiere wurde die nur 150 Kilometer lange Straße von bis zu 2000 Autos pro Tag in der Hochsaison befahren. Zu viel, befand die Parkbehörde und beschränkte die Zahl der Wagen auf täglich 400 inklusive der kommerziellen Reisebusse. Das bedeutet, dass jährlich nur 1600 Lizenzen für Privatfahrer ausgegeben werden.

    McNeil River State Game Sanctuary – Braunbären bestaunen

    Dieser nur 55 Kilometer lange Fluss in Alaskas Osten beherbergt eines der größten Braunbärenreservate. Im Sommer begeben sich fast 150 von ihnen an den Fluss, um Lachs zu fischen. Von 7. Juni bis 25. August sind täglich zehn Beobachter zugelassen. Wer ein Los gewinnt, ist berechtigt, vor Ort zu campen, das Reservat zu besuchen und an den geführten Bärenbeobachtungen teilzunehmen.

     

    Weitere Infos

    Coyote Buttes: Bewerbungsgebühr: 5 US-Dollar, Eintritt: 7 US-Dollar, www.blm.gov/az/paria/obtainpermits.cfm?usearea=CB

    Grand Canyon: Bewerbungsgebühr: 25 US-Dollar, Kaution: 200 bis 400 US-Dollar, www.nps.gov/grca/planyourvisit/weightedlottery.htm

    Yosemite Park: Bewerbungsgebühr: 10 US-Dollar (weitere 10 US-Dollar bei gewonnener Lizenz), Eintritt: 35 US-Dollar (ab Juni 2018), www.nps.gov/yose/planyourvisit/hdpermits.htm

    Denali Road: Bewerbungsgebühr: 15 US-Dollar Eintritt: 25 US-Dollar www.nps.gov/dena/planyourvisit/road-lottery.htm

    McNeil State River Game Sanctuary: Bewerbungsgebühr: 30 US-Dollar, Eintritt: 525 US-Dollar (inklusive Campingplatz und begleiteter Bärenbeobachtung), www.adfg.alaska.gov/index.cfm?adfg=viewingpermits.mcneil_overview

     

    Tinga Horny, 05.05.2018, 15:00 Uhr

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