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    Urlaub mit gutem Gewissen

    Urlaub mit gutem Gewissen

    Alles bio, naturnah und dann noch dieser Ausblick – Barbara Eidenberger konnte die Kamera fast nicht aus der Hand legen.

    Urlaub in den Bergen – da gehört ein Foto vom Ausblick dazu. Vielleicht auch zwei, wenn besonders schöne Stimmung herrscht. Mancherorts wird man aber fast dazu gezwungen, zu übertreiben. Ein Foto ganz in der Früh, eines im Abendlicht, eines vor dem Regen, eines danach; noch eines, weil die Wolken so tief hängen, und eines, weil es so schön klar ist.

    Keine Sorge, niemand wird gezwungen, sich all diese Fotos auch anzusehen. Aber im Hotel Grafenast auf 1300 Metern Seehöhe in Schwaz kann man einfach nicht anders. Vor allem, wenn man eines der Zimmer mit Panoramafenster ergattert hat. Und falls nicht, eignet sich die Terrasse als Foto-Ausgangspunkt, während man den Bio-Kaffee nach dem Bio-Mittagessen genießt.

    Genuss, Bio und Ruhe – das ist es, was Hotelchef Peter Unterlechner bieten möchte: "Wir sind hier wie auf einer Insel in der Natur." Und das schon seit 111 Jahren. So lange ist es her, dass Unterlechners Urgroßvater den Flecken Erde samt Hütte kaufte. Dieses zwar nicht runde, aber für Zahlenfans umso ansprechendere Jubiläum wird heuer gefeiert. "Jeden Monat am 11. gibt es eine Besonderheit, ein Konzert oder eine Ausstellung", sagt Unterlechner.

    Vieles hat sich in den 111 Jahren verändert, manches hat man bewusst gleich gelassen. Zum Beispiel die alte Stube – oder dass es weder Fernsehen noch W-LAN gibt. Eltern, die mit Nachwuchs im Grafenast urlauben, müssen sich also einiges einfallen lassen. Wandern, zum Beispiel entlang des "Wegs der Sinne", bietet sich an. Oder auch eines der vielen familientauglichen Ausflugsziele in der Region Karwendel (siehe nebenstehende Tipps).

    Mit der Seilbahn – die das Bild von Natur und Ruhe doch etwas stört – auf das Kellerjoch oder mit dem E-Mountainbike auf einem der zahlreichen Wege strampeln – Möglichkeiten gibt es unzählige. Sie zu finden, erfordert etwas Eigenengagement. Aber sich durch die Infomaterialien zu lesen, ist nur halb so schlimm, wenn man in der einen Hand den Folder und in der anderen einen Bio-Aperol hält. Und zwischendurch einen Blick auf die Aussicht wirft. Nicht, dass man die Gelegenheit für ein Foto verpasst.

    Bio-Hotel mit Gemeinwohl-Bilanz

    Das Hotel Grafenast ist Teil der Vereinigung Bio-Hotels und war auch das erste Haus in Tirol, das ganz auf Bio umstellte. Hausherr Peter Unterlechner geht noch einen Schritt weiter und bietet einen CO2-neutralen Urlaub an.

    Im Durchschnitt werden bei einer Hotelübernachtung mit Halbpension 25 Kilogramm CO2 verbraucht. Im Grafenast hat man diesen Wert auf 5,6 Kilogramm reduziert. Und damit die Öko-Bilanz stimmt, wird dafür Kompensation bezahlt.

    Außerdem wird für das Grafenast nicht nur eine betriebswirtschaftliche Bilanz, sondern eine Gemeinwohlbilanz erstellt. Darin werden alle Aktivitäten des Hotels auch danach bewertet, wie sie auf die allgemeine Lebensqualität jetzt und in Zukunft wirken.

    Ausflugstipps

    Ein Haus, in dem alles anders ist. Möbel an der Decke, die Fenster unten und das alles noch dazu leicht zur Seite gekippt. Das macht den Rundgang zu einem Abenteuer mit vielen lustigen Fotomotiven. Achtung: Schwindelgefahr!

    Direkt neben dem verkehrten Haus findet sich das Schmetterlinghaus, in dem die eigentlichen Stars die Papageien sind. Die Vögel sind sehr kontaktfreudig, lassen sich füttern und halten. Dazu gibt es zahlreiche Insekten zu bestaunen.

    Silberbergwerk: Begonnen hat der Silberabbau im Jahr 1409 – und mit Unterbrechungen bis in die 1990er gedauert. Eine spannende Reise tief in den Berg und in die Geschichte der Region.

     

     

    Barbara Eidenberger, 09.06.2018, 00:04 Uhr

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