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    Übermorgenland

    Dubai, mit dem Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, sei ein modernes Babel, sagt Hartmut Fiebig. Eine "durchgeknallte" Stadt, in einer faszinierenden Welt.

    "Reisen fand ich immer extrem bereichernd. Es hat mir den Kopf geöffnet, neue Gedanken sowie Freunde geschenkt und mein Leben so viel reicher gemacht", sagt Hartmut Fiebig. Sein Plädoyer für Weltoffenheit ist frei von Worthülsen. Es ist untermauert mit positiv prägenden Erfahrungen und wunderschönen Bildern, die er seit frühester Kindheit gesammelt hat. Das liegt wohl auch, aber nicht nur, daran, dass er in zwei Welten aufgewachsen ist. In Deutschland und Ägypten, dort wo sein Vater acht Jahre lang als Deutschlehrer gearbeitet hat.

    Mit 16 Jahren ist er nach Deutschland zurückgekehrt. Die Mentalität in der Heimat war ihm zwar nicht fremd, dennoch überkam ihn das Gefühl, zu "fremdeln". "Ich bin mit manchem in Europa nicht klargekommen, also bin ich früh wieder los, um zu sehen, wie andere Menschen leben", sagt der Fotograf und Reisejournalist. Nach Matura und Zivildienst radelte er also los, vom Bodensee bis zum Südzipfel von Afrika. Für ein bürgerliches Leben war er rasch verdorben. Sein Studium der tropischen Agrarwissenschaft hat er zwar abgeschlossen, jedoch war er nie in diesem Bereich tätig. Es blieben die Reisen, die Kulturen und die Menschen, die auf ihn eine viel größere Faszination ausübten. Allen voran Kenia, der Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate.

    Und in diesen Ländern hat Fiebig neben Deutschland auch seine Zelte aufgeschlagen. "Ich lebe die Vorzüge dieser drei Welten. Das Schöne ist, dass jede Region andere Licht- und Schattenseiten hat. Ich habe bei diesen Ländern sowohl die Außen- als auch die Innensicht, sehe dadurch vielleicht manches klarer, was viele als normal empfinden", sagt Fiebig.

    Tradition und Weltoffenheit

    Es ist eben diese Pluralität, die sich in Kultur, Kulinarik und Tradition manifestieren, die es ihm angetan hat. Aber auch die Weltoffenheit. Und bei letzterem führt er vor allem Dubai ins Treffen, das mit seinem Burj Khalifa, dem mit 829,8 Metern höchstem Gebäude der Welt, eine Art modernes Babel ist, wie Fiebig es nennt. Zwar müsse man die Tradition hier suchen, dennoch "macht der Mix an Kulturen und Religionen, den die ganzen Gastarbeiter mitgebracht haben, den Reiz aus. Vom indischen Lichterfest bis zum bayerischen Oktoberfest – hier kann man alles erleben. "Es ist eine faszinierende und mit ihrer Jagd nach Rekorden durchgeknallte Stadt".

    Wem das Traditionelle eher behagt, so wie Fiebig, dem empfiehlt er den Oman. "Denn gerade die Menschen im Oman sind extrem offen. Hier gibt es ein Ausmaß an Gastfreundschaft, dem ich sonst nirgends auf der Welt begegnet bin. Auch Landschaft und Natur sind beeindruckend schön."

    Generell seien der Oman und die Emirate, die Fiebig als "Übermorgenland" tituliert, wunderbare Reiseziele. Die Halbinsel Musandem, wo man wunderbar tauchen könne, die Wüste Rub al-Chali, mit 750.000 Quadratkilometern die größte Sandwüste des Planeten und die spektakulären Gebirgs- und Meereslandschaften seien in jedem Fall eine Reise wert. "Und es ist eine sehr sichere Gegend, was es vor allem für Frauen interessant macht", sagt Fiebig, der auch fließend Arabisch spricht.

    Es sei die Einfachheit des Reisens, die einen belehren könne. Und diese Einfachheit gespickt mit seinen beeindruckenden Bildern und Erfahrungen, gibt er in seinen Vorträgen weiter.

    Oman & Emirate, 5. Februar in Kirchdorf (Kino) und Steyr (City Kino), jeweils 19.30 Uhr.

    Manfred Wolf, 04.02.2018, 15:00 Uhr

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