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    Thermen-Luxus nach ungarischer Façon

    Thermen-Luxus nach ungarischer Façon

    Bad Sarvar im Süden der Bäderstraße hat mit dem Spirit Hotel Thermal Spa einen Leitbetrieb der Oberklasse.

    Da und dort spürt man in Ungarn noch die alten Zeiten, etwa wenn man an einem Bahnhof wie jenem in Györ nach Auskunft fragt und wegen mangelnder Sprachkenntnisse ohne Antwort bleibt.

    Ganz anders geht das in Bad Sarvar, am unteren Ende der nahe dem Burgenland gelegenen Bäderstraße, speziell im Fünf-Sterne-Superior-Haus Spirit Hotel Thermal Spa, dem mit Abstand ersten Haus in der alten westungarischen Stadt. Ein Anruf im Hotel nach der nächtlichen Ankunft am Bahnhof zeigt schon, wie das Haus tickt: Der Gast sucht sich die Sprache aus, in der er kommunizieren will. Binnen zehn Minuten ist dank der freundlichen Rezeptionistin das Taxi da. Beim eigenen Versuch hatte die Taxizentrale beteuert, es sei mit mehr als einer Stunde Wartezeit zu rechnen.

    Thermen-Luxus nach ungarischer Façon

    Rundum-Service, Kompetenz und unbedingte Freundlichkeit sind in dieser Kategorie weltweit das A und O - und eben auch hier. Selbst die Zimmermädchen sind sprachenkundig und von ausgesuchter Freundlichkeit.

    Gästen, die mit dem Auto kommen, wird das Gepäck schon vor dem Eingang versorgt und das Auto garagiert, während sie einchecken und bei den Concierge-Damen eventuelle spezielle Wünsche äußern können, was Menü, Zimmer oder Ausflugsorganisation betrifft.

    Der vor knapp zehn Jahren im Auftrag von drei ungarischen Investoren erbaute Hotel- und Spa-Komplex der Luxusklasse holt laut General Manager Andras Kaisinger seinen "Spirit" aus den Ur-Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft, was insgesamt den Geist der Nachhaltigkeit ergebe. Beim Eintritt empfängt einen schon vor der Rezeption eine Art Lichtdom mit Glasdach, an dessen kreisrunder Basis 46 Grad warmes Wasser der Urquelle aus 1056 Metern Tiefe fließt, das auch die elf Heilwasserbecken speist.

    Thermen-Luxus nach ungarischer Façon

    Das zart violette, meditative Licht um den Brunnen bringt die Gäste in entspannt- ruhige Stimmung, die sie nicht mehr verlässt. Grelles Licht, außer jenem, das die Sonne schickt, gibt es im ganzen Hotel nicht. Nicht in den 270 komfortablen Zimmern und Suiten (alle mit Balkon und Blick auf die kleine Seengruppe oder ein nahes Wäldchen), nicht in den 22 Becken (teils im Freien) und Whirlpools umfassenden Therapie- und Spa-Bereich. Und schon gar nicht in den neun Saunen, von der obligaten finnischen über eine Rosen- und eine Stollensauna, ein römisches Laconium bis zum Frigidarium für Kältebeständige. Nicht weit davon erinnert ein türkisches Hammam mit seinen Pflege- und Schwitzritualen an osmanische Zeit.

    Schnelle Wirkung

    Sehr warmes Heilwasser, einige Längen im 25-Meterbecken und Aquatraining haben beim Schreiber dieser Zeilen schon Ende des zweiten Tages ihre Wirkung getan. Der 20-Minutenmarsch in die Stadt Sarvar, einst Ungarns Reformationszentrum, heute anerkannter Kurort mit imposanter Burg (samt Museum) im Zentrum, vergeht auf federleichten Beinen wie im Flug.

    Am Abend lockt dann das Buffet, das Küchenchef Attila Borda und sein Team angerichtet haben und das reichhaltig und vielfältig ist wie jenes zum Frühstück: Vorspeisen von klassischen Antipasti über Gemüseterrinen bis zu Pasteten, fünf oder sechs Hauptspeisen (mitteleuropäisch, mediterran), dazu verschiedenste Salate und Gemüse, 17 europäische Käsesorten und Süßes, warm und kalt. Gute Gründe also, am nächsten Morgen einige Längen mehr zu schwimmen.

     

    Ausgezeichnet: Das Spirit Hotel Thermal Spa in Bad Sarvar gilt in Ungarn als Vorzeigebetrieb der Thermenszene. Das vielfach ausgezeichnete Haus, zuletzt 2017 als ungarisches "Hotel des Jahres" und "Best Destination Spa in Europe", versteht sich als Wellness-, Beauty- und Heilbad, das mit Angebotsfülle Gäste aus Ungarn, Österreich und auch Russland anzieht.

    In der Fünf-Sterne-Superior-Kategorie kann gemessen an Österreich mit günstigeren Preisen aufgewartet werden: Doppelzimmer (plus Therme) pro Nacht 274 Euro.

     

    Josef Achleitner, 24.02.2018, 15:00 Uhr

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