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    Porto ist Leben pur

    Porto ist Leben pur

    Portugals nördliche Hafenmetropole lockt dank ihrer einzigartigen Altstadt immer mehr Touristen zum Städteurlaub zwischen Keramikfliesen, Fadoklängen und Portweinverkostungen.

    Porto, Portugals zweitgrößte Stadt nach Lissabon, liegt ein Stückchen südlicher als Rom. Der Lage am Atlantischen Ozean und dessen kalten Strömungen verdankt die 220.000 Einwohnerstadt aber ein ganzjährig gemäßigtes Klima. Während ein paar Kilometer landeinwärts heiße, trockene Sommer die Trauben des Portweins reifen lassen, erwacht die Stadt am Nordhang der Douro-Mündung mitunter im feuchten Nebel.

    Porto heißt Hafen, leiht seinen Namen aber auch dem süßen, schweren Wein aus dem Douro-Tal. Der "Vinho do Porto" fand seinen Ursprung einst aus einer Not heraus. England lag mit Frankreich im Streit, und so mussten englische Kaufleute eine Alternative für französischen Rotwein suchen. Fündig wurden sie in Portugal. Doch der empfindliche Wein überstand den Transport über den stürmischen Atlantik nicht. Um ihn haltbarer zu machen, mischten schlaue Mönche während der Gärung ein wenig hochprozentiges Destillat bei. Dadurch stoppte der Gärprozess und der Zucker blieb erhalten. Der so gewonnene, schwere Süßwein konnte unbeschadet nach England gebracht werden, wo er sich seit dem 18. Jahrhundert größter Beliebtheit erfreut.

    Portweinverkostungen gehören in Porto zum touristischen Pflichtprogramm. Praktisch alle großen Weingüter des Landes präsentieren stolz ihre edlen Tropfen. Dabei werden stets die drei Grundsorten gereicht: ein Ruby, ein Tawny und der "White Port". Seine Reife erhält Port nach frühestens zwei Jahren Lagerung. Diese erfolgt jedoch nicht in den heißen Bergen des Douro-Tals, sondern in Vila Nova de Gaia, jener Stadt, die Porto an der Mündung des Flusses in den Atlantik gegenüber liegt und mit ihr eine urbane Einheit bildet. Riesige Kellereien, die in den weichen Sandstein gegraben wurden, können auf geführten Touren besichtigt werden.

    In Vila Nova de Gaia liegen auch die Flusskreuzfahrtschiffe vor Anker (siehe unten). Von hier genießt man den schönsten Blick auf Portos ikonographische Altstadt und die mächtige Eisenbrücke, die als modernes Wahrzeichen die Städte über den Douro verbindet.

    Das Bauwerk gilt als Meilenstein der Ingenieurskunst und wird fälschlicherweise von vielen Reiseführern Gustav Eiffel zugesprochen. Tatsächlich zeichnete der weit weniger bekannte Belgier Théophile Seyrig für Konstruktion und Bau der nach dem seinerzeitigen König "Pont Luis I" benannten Brücke verantwortlich. Mit Eiffel verband ihn zuvor eine Bürogemeinschaft.

    Seit 2011 führt eine moderne Seilbahn vom Flussufer auf die obere Ebene des fast 50 Meter hohen Spannbauwerks. Diese ist Fußgängern und der Straßenbahn vorbehalten.

    "Unsere Brücke gehört mit der Altstadt Portos zum UNESCO-Welterbe", erzählt Ana Paula Dionisio da Conceicao Gil. Portugiesische Namen sind meist so kompliziert, weil Eltern und Ehegatten mit angeführt werden. "Sagt einfach Paula zu mir", erleichtert die Fremdenführerin die Ansprache.

    Über die Pont Luis I tauchen wir mit dem Touristenstrom mitten in den historischen Kern von Porto. Die Kathedrale Sé do Porto mit dem Bischofspalast thront über den romantisch engen Gässchen der Ribeira, wie die Altstadt genannt wird. Von oben sieht man zahlreiche Baukräne, die sich emsig drehen, Lasten heben und senken. Das ganze Land und besonders die Hauptstadt des Nordens erleben derzeit einen ungeheuren Aufschwung.

     

    "Der Tourismus hat sich in den letzten Jahren praktisch verdoppelt", erzählt Paula, "und ein Haus zu renovieren ist steuerlich viel günstiger, als neu zu bauen." Dank dieser Politik zieht in das einzigartige historische Ensemble der Ribeira nach der Wirtschaftskrise wieder Leben ein. Viele Geschäfte, Hotels, Pensionen und Büros sind schon hinter den jahrhundertealten Granitfassaden entstanden.

    Die weißblauen Fliesen

    Eine weitere Charakteristik Portos eröffnet sich wenige Schritte die Avenida Dom Afonso Henriques hinab in der Estação São Bento, dem Innenstadtbahnhof. Die historische Abfahrtshalle zählt zu den am häufigsten besuchten Sehenswürdigkeiten: Auf riesigen Azulejos, weiß-blauen und bunten Keramikfliesen-Bildern, stellte der Künstler Jorge Colaço die Geschichte Portugals szenisch dar. Die Ausdruckskraft der Bildsprache ist überwältigend, und so mancher klagt nach dem Besuch im Bahnhof über Nackenschmerzen.

    Porto ist Leben pur

     

    Den weiß-blauen Fliesen begegnen wir auf Schritt und Tritt: Die Kirche des heiligen Ildefonso (Igreja Paroquial de Santo Ildefonso) am Hügel hinter dem Bahnhof, ein paar Schritte weiter jene des Hl. Antonios (Igreja de Santo António dos Congregados) oder die der Karmeliter (Igreja do Carmo) gegenüber der Universität: Sie alle verfügen über prächtige, meterhohe Fliesenbilder auf ihren Außenmauern.

    Aber auch imposante Jugendstilbauten prägen das Stadtbild. Besonders die Avendida dos Aliados, die unterhalb des Rathauses einen mächtigen Stadtplatz bildet, wird von phantasievollen Jugendstilbauten gesäumt. Portos Altstadt ist ein harmonisch zusammenhängendes, architektonisches Gesamtkunstwerk.

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    Wem die Erkundung zu Fuß die teils steilen Straßen bergauf, bergab zu mühsam wird, der kann sich bequem in eine der abenteuerlichen Oldtimer-Straßenbahnen setzen, die auf drei Linien die Stadt durchschneiden und auch bis zur Mündung des Douros in den Ozean führen.

    Wir möchten am Abend noch eine andere kulturelle – ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählende – Seite Portos kennenlernen: Wir fragen Paula nach einem möglichst authentischen Fadolokal. Sie schickt uns ganz nahe am Sé do Porto in eine winzige Eckgasse. Mit Sonnenuntergang sind die Touristen verschwunden. Das "Casa da Mariquinhas" ist von außen ganz unauffällig, und auch innen unaufdringlich gemütlich. Dafür birgt die Speisekarte opulent vielfältige regionale Köstlichkeiten. Nicht lange lehnen die zwölfsaitige portugiesische und die klassische Gitarre an der Wand. Drei Männer beginnen ohne Ansage oder elektronischer Verstärkung einfach zu musizieren – berührend, traurig, herzzerreißend – soviel Schwermut geht unter die Haut, genauso wie der Portwein ins Blut. Porto ist Leben pur.

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    Es muss nicht immer Fado sein.

     

    Anreise: mit Lufthansa Direktflüge ab München ab ca. 270 Euro hin- und retour, ab Linz via Frankfurt ab ca. 240 Euro hin und retour. Hotels in der Altstadt von 35 Euro aufwärts. Ein Städteurlaub in Porto lässt sich hervorragend mit einer Flusskreuzfahrt am Douro kombinieren.

     

    OÖN-Moser-Reisen-Kreuzfahrt mit dem modernsten Douro-Schiff

    Mit einem funkelnagelneuen Schiff ist die 4. OÖN-Fluss- und Genusskreuzfahrt mit Moser Reisen vom 30. Juni bis zum 7. Juli 2018 im portugiesischen Dourotal unterwegs. Die „MS Douro Splendour“ mit ihren 62 luxuriös ausgestatteten Kabinen legt von Porto ab und steuert historische Städte mit romantischen Gassen und prunkvollen Palästen an.

    Das 80 Meter lange und elf Meter breite Luxusschiff verfügt über Sonnendeck, Swimming Pool, Spa und Fitnessraum. Die stilvolle Einrichtung von Restaurant, Bar, Aufenthaltsräumen sowie Kabinen ist aus edlen Hölzern gefertigt, die Bäder sind in glänzendem Chrom und exklusivem Marmor gehalten.
    Als Extra wird auf der Kreuzfahrt wieder die beliebte OÖN-Weinshow mit Sommelier-Ausbildner Hans Stoll geboten.

    Preis: Kreuzfahrt bei Buchung bis 31. Jänner ab 1199 Euro, Anreisepaket mit Flug nach Porto und retour 399 Euro, Ausflugspaket für sechs Ausflüge 245 Euro.

    Buchung: Moser Reisen, Karin Schmidt, Tel. 0732 / 2240-22

     

    Martin Duschek, 13.01.2018, 00:04 Uhr

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