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    Goethe an der Schotterbank

    Goethe an der Schotterbank

    Bergsteigen, Raften, Klettern, Krisenintervention, Komposition, Texten ... Die Interessen und Fähigkeiten des Naturvermittlers Gebhard Alber aus Steyr sind so vielfältig wie das Leben.

    Ich tue, was mir taugt." So lautet das Motto von Gebhard Alber – zumindest seit er vor neun Jahren seinem geregelten Leben ade gesagt hat. 15 Jahre lang war der studierte Soziologe bei der pro-mente-Kriseninterventionsstelle angestellt, mit 40 stieg er aus. "Wann, wenn nicht jetzt?", dachte er sich damals, und seither lebt er seine vielfältigen Interessen intensiv aus.

    Schon in Jugendtagen war der Steyrer viel an Flüssen und auf Bergen unterwegs. "Das Gefühl, damit ein riesiges Geschenk unmittelbar leben zu dürfen, verstärkt sich von Jahr zu Jahr", sagt er. Ein wenig davon will er vermitteln, in Naturerfahrungsworkshops für alle Altersklassen. Das bietet er nicht nur an Schulen an, sondern auch innerhalb des Veranstaltungsreigens "Naturschauspiel". Eines seiner Angebote hebt sich von üblichen Angeboten deutlich ab. Der Titel: "Goethe groovt".

    Geheimratslied

    "Ich wollte einmal bei einer Outdoor-Führung zum Nachdenken anregen und habe ein Lied eingebaut", erzählt der Gitarrist. "Das wurde gut angenommen." Der Text dazu stammte vom guten, alten Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe, der nach wie vor als bedeutsamster Dichter im deutschen Sprachraum gilt.

    Alber, der ursprünglich Schriftsteller werden wollte und in seiner Jugend für Kurzgeschichten sogar zwei Preise bekam, beschäftigt sich schon länger mit der Vertonung großer Meister. Auf der neuen CD "Pilger" werden neben Goethe auch Texte von Hesse, Morgenstern, Fontane, Nietzsche oder Rilke in mitreißende, rockige bis jazzige Auftrittsroben gehüllt.

    Es sind überraschend moderne Interpretationen, die Alber und Bandkollegen Stephan Mastnak (Kontrabass), Manfred Seifriedsberger (Schlagwerk, Querflöte) und Mathias Eidenberg (E-Gitarre) da abliefern. Die Lieder laden nicht nur zum Nachdenken ein, sondern überzeugen durch Kraft und Intensität. Warum das so ist? "Die wirklich guten, einwendigen Sachen bleiben gut und sind auch nach 200 Jahren brandaktuell, weil sie Herz und Kopf berühren", sagt Alber. Er ist auch der Kopf hinter dem erfolgreichen Kinderlied- und -buchprojekt "Zwerg Zatsch", dessen siebte CD derzeit entsteht. Auch hier legen die Musiker Wert darauf, die Musik auch für Erwachsene konsumierbar zu machen und keine halben Sachen abzuliefern. Oder, wie Goethe im Gedicht "Das Beste" spricht:

    Wenn dir’s in Kopf und Herzen schwirrt was willst du Bessres haben! Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben!

    Naturschauspieltermine mit Gebhard Alber ab 30. April. "Goethe groovt" spielen am 9. Juni auf der Ruine Losenstein, am 30. Juni im "Röda" in Steyr.

    Zur Person

    Name: Gebhard Alber; 49 Jahre, drei Kinder, in Lebenspartnerschaft

    Beruf: Outdoorguide, Raftingguide, Seilgartentrainer, Liedermacher, Musiker, Autor, Soziologe

    Internet:
    www.goethegroovt.at
    www.zatsch.com
    www.naturschauspiel.at

    Klaus Buttinger, 15.04.2017, 00:04 Uhr

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