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    Ein magisches Film-Universum

    Eintauchen in die zauberhafte Welt von Harry Potter: Die Warner Bros. Studio Tour bei London zeigt den Zauber des Filmemachens. Die Magie des Phänomens Harry Potter ist in allen Winkeln zu spüren.

    Mit offenem Mund und staunendem Blick schlenderte Harry Potter im „Stein der Weisen“ gemeinsam mit Hagrid erstmals durch die Winkelgasse. Genau diesen Gesichtsausdruck werden die Besucher in der Warner Bros. Studio Tour London nicht mehr los, wenn sie in die zauberhafte Welt eintauchen, die J. K. Rowling der Menschheit geschenkt hat. Das Ticket zur Tour fühlt sich an, als hätte man gerade selbst den Brief aus Hogwarts bekommen. Durch den mächtigen Portikus der Zauberschule geht es auch gleich in die „Große Halle“. Dort ist wegen der Feuerkelch-Sonderschau ebendieser aufgebaut und natürlich durch Dumbledors Alterslinie geschützt. An diese halten sich die Besucher auch brav – Muggels ausgeschlossen, versteht sich. Solche sind aber in der Potter-Welt ohnehin nur selten zu finden. Man fällt zwar in Muggel-Kleidung nicht auf, ist aber auch in vollem Zauber-Ornat nicht übertrieben gekleidet. Genau genommen steht jener Feuerkelch in der Halle, der dank Spezialeffekt die Namen der Champions des Trimagischen Turniers ausspucken kann – und das natürlich auch tut. Das holzgeschnitzte Original gibt es später auf der Tour in der Vitrine zu sehen.

    Nach der Großen Halle geht es in eine noch viel größere – die beiden Studio-Hallen tragen sinnigerweise die Bezeichnungen J und K. Diese beherbergen unzählige Requisiten, Kostüme und Sets der filmischen Zauberwerke. Hermines Kleid etwa, das sie im „Feuerkelch“ zum Weihnachtsball trug. Anders als in der Buchvorlage ist es wegen des blassen Teints Emma Watsons lila und nicht blau. „Emma Watson hatte große Angst, das Kleid zu beschädigen, deswegen hat sie es mit großer Vorsicht getragen. Dann ist sie doch damit gestürzt. Das Kleid und Emma haben den Sturz aber gut überstanden“, erzählt Jade, eine der zahlreichen „Interactors“. Diese machen die Studio-Tour erst richtig interessant, überraschen sie doch auch die „Reinblüter“ unter den Fans immer noch mit Hintergrund-Details und Geschichten über den Dreh.

    Rupert Grint, der in den Filmen Harrys Freund Ron Weasley gab, musste weniger Ehrfurcht vor seinem Weihnachtsball-Kostüm haben, wurde es doch aus alten Vorhängen geschneidert. Anders als sein Vater Arthur Weasley – dessen ramponiertes Filmoutfit war in Wirklichkeit von Versace, zu sehen im Fuchsbau. Dort herrscht dann auch wirklich Magie. Mittels Handwedeln lässt man ein Messer Karotten schneiden, bürstet eine Pfanne, bügelt oder strickt an einem Schal. Wahrlich düster ist es vor dem Familiengrab der Riddles. Doch weil auch Hexen nach ihrem Tod keine Kinder mehr bekommen können, mussten die Daten auf dem Grabstein in der Post-Produktion angepasst werden. Tom Marvolo Riddle – besser bekannt als Lord Voldemort – kam demnach 1915 zur Welt, während Mutter Marry schon 1913 gestorben sein soll.

    Butterbier schmeckt...

    Bei allen Kulissen, Requisiten und Kostümen handelt es sich um mit viel Detailverliebtheit hergestellte Originale. Einer Prüfung der Details halten die Requisiten durchaus stand. Da gibt es handbeschriftete Fläschchen mit Zaubertrank-Ingredienzien oder Phiolen mit Dumbledors Erinnerungen. Dann gibt es den Scherzartikel-Laden der Weasley-Zwillinge in der Winkelgasse, die an sich schon einen Besuch der Studio-Tour wert wäre. Mehr als 40.000 Produkte, Zeitungsseiten oder Bucheinbände wurden extra für die Filme gestaltet. Alles passt perfekt in die filmische Welt. Fast alles; denn eher unspektakulär kommt der „Fahrende Ritter“ im Außenbereich der Ausstellung daher – jener Bus, der gestrandete Zauberer aufliest. Auch die Brücke von Hogwarts ist im Film imposanter als am Set. Das passt zum unweit davon verkauften Butterbier, von dem zu kosten die meisten Kenner abraten.

    Pflicht-Selfies am Gleis 9 3/4

    Richtig groß wird es dafür im Verbotenen Wald, im Zaubereiministerium oder am Gleis 9 3/4. Ein Selfie vor dem Hogwarts-Express oder mit einem halb in der Wand versenkten Gepäckswagerl gehört zum Pflichtprogramm. Im Green-Screen-Bereich kann man per Besen durch London und über die Ländereien von Hogwarts fliegen. Im Gryffindor-Umhang freilich – es gibt zwar auch andere, die wollen aber nicht viele anlegen.

    Wie viele Menschen auch hinter der Kamera an der epochalen Filmreihe mitgewirkt haben, wird nicht nur in Olivanders Zauberstabladen ersichtlich – denn jede Zauberstabbox trägt einen Namen eines Mitwirkenden –, sondern auch in den Werkstätten. Perücken, Hüte, Masken und vieles mehr musste angefertigt werden, halbherzige Kompromisse gab es bei den Dreharbeiten nicht. So wurde für die Außenaufnahmen von Hogwarts das gesamte „Schulgelände“ nachgebaut.

    Addiert man sämtliche Mann-stunden, die für den Bau und die Anpassung des Modells anfielen, so kommt man auf eine Summe von 74 Jahren! Erst nachdem dieses Modell ausgiebig bestaunt ist, mündet die Tour im Souvenirladen. Dort gibt es vom Touristen-Ramsch bis hin zu exklusiven Repliken alles rund um die Filme.

    Emma Watson hatte Angst, das Kleid zu beschädigen. Rupert Grint hat sogar alte Vorhänge
    angezogen.“

     

    Anreise und Tickets

    Mit der „Warner Bros. Studio Tour London – The Making of Harry Potter“ haben Besucher während eines Rundgangs die einmalige Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der Harry-Potter-Filme zu werfen. Die Attraktion befindet sich rund 30 Kilometer nordwestlich von London, in Leavesden. Dort wurden alle acht Teile der bis heute erfolgreichen Filmreihe der Welt gedreht.

    Nach dem eindrucksvollen Feuerkelch-Feature, das noch bis 23. September zu sehen ist, wird es pünktlich zu Halloween düster, wenn die dunklen Künste im Zentrum der Studio-Tour stehen. Dann wird schon wieder alles für das weihnachtliche „Hogwarts im Schnee“ vorbereitet.

    Die Tickets müssen im Voraus gekauft werden und kosten für Erwachsene 39 Pfund mit dem „Saver Ticket“, regulär 41 Pfund, für Kinder 31 Pfund beziehungsweise 33 Pfund. www.wbstudiotour.co.uk/de/tickets

    Regelmäßige Shuttlebusse verkehren zwischen Watford Junction und der Studio Tour. Die Fahrtdauer beträgt ca. 15 Minuten. Busse fahren ab 9.20 Uhr alle 20 Minuten. Hin und Rückfahrt kosten 2,50 Pfund.

    Thomas Fellhofer, 05.05.2018, 00:04 Uhr

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