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    Ein Österreicher und der Buddha-Jahrmarkt

    Ein Österreicher und der Buddha-Jahrmarkt

    Hue Shou aus Oberndorf an der Melk ist seit 17 Jahren Mönch im Fo-Guang-Shan-Kloster.

    "An das Café Hummel in der Josefstadt und die Himbeertorte mit Schlag. Davon träume ich noch." So antwortet Hue Shou auf die Frage, was er aus Österreich vermisst. Gerhard Fröschl, wie der buddhistische Mönch heißt, stammt aus Oberndorf. "Dem unberühmten Oberndorf bei Melk, nicht dem anderen", sagt der große, kahlgeschorene Mann mit den sympathisch beredten Augen. Das andere ist die "Stille-Nacht-Gemeinde" im Bundesland Salzburg.

    Hue Shou hat viel ausprobiert im Leben, bevor er im Buddhismus und über den Umweg Südafrika (zehn Jahre) im Fo-Guang-Shan-Kloster in Kaohsiung seine Bestimmung gefunden hat. Hier, im größten Tempel Taiwans, arbeitet er als Gästebetreuer und führt deutschsprachige Besucher durch die imposante Anlage. Seit 17 Jahren ist er Mönch im Tempel des Mahayana-Buddhismus, der Glaubensrichtung, der sein Kloster angehört.

    Nonnen in der Überzahl

    Die Zahl der Mönche und Nonnen im Haupttempel (es gibt weltweit rund 200 Zweigtempel, einen in Wien) beziffert er mit 300 bis 400. Wobei die Nonnen in der Überzahl sind. "Auf zehn Nonnen, kommt nur ein Mönch", erzählt er dem Frühaufsteher nach der Morgenandacht (5.50 Uhr). Und fügt hinzu: "Unser Abt hat Frauen sehr gerne." Dabei umspielt ein vielsagendes Lächeln seine Mundwinkel.

    Wie der weltgewandte Vater eines Sohnes (ein Musikfreak) sich auch sonst eine klare Sicht auf Ordensgründer Hsing Yun und den ihm eigenen Zugang zur Vermarktung des Buddhismus bewahrt hat. Nicht nur Besichtigungen der teilweise an einen Jahrmarkt erinnernden Tempelanlage sind möglich, Übernachtungen, Buddhismus-Lehrstunden und -tage ebenso.

    Alles nicht gratis. Von "freiwillig, verpflichtenden Spenden", spricht Hue Shou (1000 Taiwan-Dollar, umgerechnet 30 Euro pro Übernachtung). Denn, Erhalt und Ausbau des Klosters sind aufwändig. Und Steuerabgaben sollen die Einnahmen nicht schmälern. Nach Österreich führe sein Weg nicht mehr zurück. Schließlich sei sein Pass lange abgelaufen – und die Staatsbürgerschaft "erloschen".

    Information Fo Guang Shan: www.fgs.org.tw

    10.04.2017, 00:04 Uhr

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