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    Die zehn legendärsten Hotels

    Viele existieren seit 100 Jahren und mehr, die Mächtigsten, Reichsten, und Berühmtesten dieser Welt haben in diesen Hotels ihre Häupter zur Ruhe gebettet. Manchmal geht aber auch eine Ära zu Ende, wie im Fall des Waldorf Astoria in New York. Aus diesem Anlass: die zehn legendärsten Hotels der Welt.

    #1 Hotel Sacher, Wien

    Hotel Sacher, Wien

    Einen Weltruf genießen sie beide, Hotel und Torte, doch es war die Mehlspeis’, die als erstes "erfunden" wurde. 1832 angefertigt vom Kochschüler Franz Sacher, weil der Küchenchef erkrankt war. 44 Jahre später eröffnet sein Sohn Eduard im ehemaligen Theater am Kärntnertor, in dem 1824 Beethovens Neunte Sinfonie uraufgeführt worden war, das "Hotel de l’ Opera". Dass sich gleich gegenüber der Bühnenausgang der k.u.k. Hofoper befand, sollte sich als Glücksfall erweisen, denn die Opernsänger und -sängerinnen wurden schnell zu Dauergästen der neuen Herberge. Bald schon war nicht mehr vom "Hotel de l’ Opéra", sondern vom "Sacher" die Rede. 1896 wurde das Hotel auch offiziell umgetauft. Die Tradition, ein Künstlertreffpunkt zu sein, hat bis in die Gegenwart Bestand. Herbert von Karajan, Leonard Bernstein, Plácido Domingo, José Carreras zählten zu den Stammgästen. Der Musikkritiker Marcel Prawy wohnte bis zu seinem Tod 2003 sogar als Dauergast im Sacher, aber auch gekrönte Häupter, Staatsmänner, Diplomaten und Politiker, wie Edward VIII., Elizabeth II., Prinz Philip, Fürst Rainier, Gracia Patricia, John F. Kennedy und Kofi Annan logierten hier. Das Sacher verfügt über 149 Zimmer.
    DZ ab 420 Euro

    #2 Ritz, Paris

    ritz, Paris

    César Ritz hatte eine Vision, als er 1898 sein Grandhotel an der Place Vendôme Nummer 15 eröffnete: Er wollte nichts Geringeres als das „ideale Hotel“ schaffen. Assoziiert wird es mit seinen berühmten Gästen wie Coco Chanel, die hier von 1936 bis zu ihrem Tode 1971 lebte und es „ma maison“ („mein Haus“) nannte. Lady Diana Spencer verbrachte 1997 die letzten Stunden ihres Lebens im Ritz. Ihr Lebensgefährte, der ägyptische Milliardär Al-Fayed, hatte es 1979 gekauft. Das Ritz in Paris verfügt über jeweils 71 Zimmer und Suiten.     
    DZ ab 1100 Euro

    #3 Del Coronado, San Diego

    Del Coronado, San diego

    Als das del Coronado 1888 in San Diego direkt am Strand gebaut wurde, war es das größte Urlaubshotel der Welt. Als eines der ersten Hotels überhaupt wurde es bereits beim Bau mit elektrischem Licht ausgestattet – überprüft von Thomas Edison höchstpersönlich. Heute ist „The Del“, wie es die Einheimischen nennen, eines der wenigen erhaltenen Exemplare eines hölzernen viktorianischen Strandhotels. Legendär wurde es nicht zuletzt als Kulisse für viele Hollywood-Produktionen, etwa dem Billy Wilder-Klassiker „Manche mögen’s hießt“ mit Marilyn Monroe und Tony Curtis in den Hauptrollen. Das Hotel verfügt über
    900 Zimmer.    
    DZ ab 480 Euro

    #04 Copacabana Palace, Rio

    Copacabana Palace, rio

    Das Belmond Copacabana Palace ist eines der glamourösen Wahrzeichen von Rio de Janeiro, direkt am berühmtesten Sandstrand der Welt, der Copacabana. Seit seiner Eröffnung 1923 beherbergt das Hotel im Art-Deco-Stil die Reichen und Schönen der Welt, die die ein oder andere Anekdote hinterlassen. So erzählt man sich, dass Regisseur Orson Welles in einem Anfall von Wut einen Fernseher aus einem der Fenster des Copacabana Palace in den Hotel-Pool geworfen haben soll. Das Hotel verfügt über 239 Zimmer und Suiten.    DZ ab 420 Euro

    #5 Mandarin Oriental, Bangkok

    Mandarin Oriental, Bangkok

    Das erste Luxushotel Thailands und eines der ältesten Asiens wurde zehn Mal von der internationalen Jury der Fachzeitschrift „Institutional Investor“ zum besten Hotel der Welt gekürt. Seine Geschichte begann 1876, als zwei dänische Kapitäne am Chao-Phraya, Bangkoks Lebensfluss, ein einfaches Gasthaus für Seeleute eröffneten. Das Gebäude wurde bei einem Brand zerstört und 1884 neu aufgebaut. Dieser Bau steht noch heute und trägt den Namen Author’s Wing (Schriftsteller-Flügel). Schriftsteller, die sich von seinem kolonialen Flair inspirieren ließen, waren etwa Graham Greene, John le Carré und Somerset Maugham. Das Mandarin verfügt über 324 Zimmer und 44 Suiten.     
    DZ ab 530 Euro

    #6 Hotel Adlon, Berlin

    Hotel Adlon, Berlin

    Welches Hotel kann schon von sich behaupten, als ersten Gast einen Kaiser begrüßt zu haben? Tatsächlich tat Kaiser Wilhelm II. weit mehr, als 1907 der erste Gast des Adlon zu sein. Er half dem Hotelier Lorenz Adlon bei der Bauplatzbeschaffung, denn auch das Berlin der Kaiserzeit sollte, wie alle anderen Metropolen, endlich mit einem Luxushotel glänzen. Vom Hochadel als Residenz genützt, von Königen und Kaisern, Intellektuellen und Politikern gleichermaßen frequentiert, erhob es sich schon bald zum Mythos, dem selbst zwei Weltkriege nichts anhaben konnten. Erst als im April 1945 die ersten Granaten Unter den Linden einschlugen, hörte das Adlon auf, Hotel zu sein, wurde für kurze Zeit zum Lazarett umfunktioniert, bevor es kurz nach der Kapitulation Berlins bis auf eine Seitenmauer niederbrannte. 1997 wurde es in Anlehnung an den berühmten Vorgänger an selber Stelle wiedererbaut. Das Adlon verfügt über 304 Zimmer und 78 Suiten.     
    DZ ab 240 Euro.

    #7 Cipriani, Venedig

    Cipriani, Venedig

    1956 träumte Guiseppe Cipriani, Gründer der Harry’s Bar in Venedig, von einem Hotel unweit des lebendigen Markusplatzes in Venedig, das Ruhe und Privatheit bieten sollte. Zwei Jahre später wurde das 6-Sterne-Hotel Cipriani eröffnet. In seiner mehr als fünfzigjährigen Geschichte stiegen in diesem Juwel unzählige Persönlichkeiten ab – unter anderem Sophia Loren, Ronald Reagan, Liz Taylor, Giorgio Armani und George Clooney, für den hier der Cocktail „Buona Notte“ kreiert wurde zu Ehren seines Films „Good Night, and Good Luck“. So viel Ehre verpflichtet natürlich, ein Teil der Hochzeitsfeierlichkeiten von Clooney und Amal Alamuddin vor zweieinhalb Jahren fand im Cipriani statt. Das Hotel verfügt über 95 Zimmer.    
    Z ab 600 Euro

    #8 Chelsea Hotel, New York

    Chelsea Hotel, new york

    Mark Twain schrieb hier, Bob Dylan komponierte Lieder, Leonard Cohen lebte lange hier – und widmete dem Ort mit „Chelsea Hotel #2“ gar einen Song, Jimi Hendrix und Janis Joplin kosteten hier die wilden Sechziger in vollen Zügen aus. Drogenexzesse, wilde Partys, Gäste, die mit Kunstwerken zahlen – das war in dem zwölfstöckigen Backsteingebäude, das 1885 als Appartementhaus errichtet und 1905 in ein Hotel umgewandelt wurde, normal. Vor sechs Jahren wurde die Künstlerherberge wegen Verkaufs und Renovierung geschlossen, Dauermieter durften bleiben.

    #9 Savoy, London

    Savoy, London

    Gäste, die in venezianischen Gondeln speisen, ein Baby-Elefant mit einer meterhohen Geburtstagstorte auf dem Rücken – den Ruf, das dekadenteste Hotel der Welt zu sein, eilte dem Savoy bereits bald nach seiner Eröffnung 1889 voraus. Aber auch mit Luxus wurde nicht gegeizt. Als erstes Hotel in Europa verfügte man über Bäder mit fließend Wasser und elektrische Aufzüge. Lange Zeit galt das Savoy als erste Anlaufstelle für Hollywood-Stars, Milliardäre, Präsidenten und Könige: Winston Churchill war Stammgast im Savoy, die junge Prinzessin Elizabeth zeigte sich hier erstmals mit Prinz Philip, auch der Krönungsball 1953 fand im Savoy statt.
    2007 hatte man das einzige Mal geschlossen. Der neue Eigentümer, ein saudischer Prinz, investierte in eine 200 Millionen Pfund teure Komplettsanierung, die drei Jahre in Anspruch nahm. Eine gewisse Dekadenz lässt auch das neue Savoy nicht vermissen: Teppiche mit Leopardenfellmuster, ein Barinterieur, das im üppigen Gold-Schwarz erstrahlt, und eine Royal Suite, die aus einer acht Zimmer-Flucht samt klimatisiertem Schuhschrank besteht.        
    DZ ab 460 Euro

    #10 Waldorf Astoria, New York

    waldorf astoria, new york

    Auch diese Hotel-Legende hat im Laufe ihrer mehr als 120-jährigen Geschichte viele prominente Gesichter beherbergt – Marilyn, Sinatra, Königin Elisabeth II. und mehr als ein Dutzend US-Präsidenten logierten im Waldorf Astoria. Errichtet 1893 vom Unternehmer William Waldorf Astor zunächst an der Fifth Avenue, musste es 1929 dem Empire State Building Platz machen, wurde jedoch zwei Jahre später an der Park Avenue als das größte, höchste und teuerste Hotel der Welt wiedereröffnet. Sein exklusiver Ruf hatte seit seinem Verkauf 2014 arg gelitten, seit 1. März ist diese Hotel-Legende Geschichte. Das Waldorf wurde auf unbestimmte Zeit geschlossen. Ein Großteil der mehr als tausend Zimmer soll in Luxuswohnungen umgewandelt werden, höchstens ein kleiner Teil soll ein Hotel bleiben.

     

     

     

     

     

     

     

     

    Roswitha Fitzinger, 12.03.2017, 00:04 Uhr

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