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    Blech gewordener Reisetraum

    Blech gewordener Reisetraum

    Was tun, wenn man zum ersten Mal Vater geworden ist? Richtig. Familie in einen 1979er-Bulli packen und dann 22.000 Kilometer die Atlantikküste raufstottern – so wie Marcus Haid.

    "Setzten wir uns einfach mal in den Bus und schauen wir, was passiert." Das stand am Beginn der Reise der damals jungen Familie. Vier Monate war der Sohn von Marcus Haid und seiner Frau alt, als sie nach Gibraltar gefahren sind, um dann die komplette Atlantikküste bis zum Nordkap hinauf zu fahren. "Ohne zu wissen, was passiert, ohne Drehbuch", sagt der Innsbrucker. "Ich wollte das einfach auch einmal mit meiner Familie erleben." Mit "das" meint er die Magie des Reisens.

    Schon als Kind ermöglichten ihm seine Eltern Ende der 1970er-Jahre gemeinsame Urlaube in den USA. Dieser Reisevirus hat ihn dann mit zunehmendem Alter gänzlich ergriffen. Er gab seinen Beruf bei einer Agentur in San Francisco auf und konzentrierte sich fortan ausschließlich auf seine beiden Hobbys, das Reisen und die Fotografie. Recht erfolgreich, denn derzeit tourt er mit mehreren Vorträgen parallel durch Österreich, Deutschland, die Schweiz und auch Schottland, das zu einer zweiten Heimat für ihn geworden ist. Nebenbei publiziert der 46-Jährige auch in namhaften Branchenmagazinen.

    Blech gewordener Reisetraum
    Blech gewordener Reisetraum

    Ohne Ersatzteilkiste geht nichts

    Aber warum mutete er seiner jungen Familie ausgerechnet einen knapp 40 Jahre alten Bulli zu? "Weil dieser Bus der Blech gewordene Inbegriff des Reisens für so viele Menschen ist, die so viele schöne Erinnerungen an dieses Auto knüpfen. Bei vielen Vorträgen erzählen mir die Menschen stolz, dass sie zu Hause auch immer noch einen Bulli haben." Der Nachteil: Bei so einem Gefährt ist immer etwas defekt. Ohne Ersatzteilkiste kommt man also nicht weit.

    Blech gewordener Reisetraum

    Doch genau darum gehe es beim Reisen schlussendlich auch, meint Haid. Abenteuer, Skurrilitäten und Erlebnisse zu sammeln, an die man sich ein Leben lang erinnern kann. "Es sind diese wunderbaren, prägenden Erinnerungen, die man an ein Abenteuer knüpft. Man muss es nur wagen. Immer, wenn sich mir eine Chance aufgetan hat, dann habe ich sie auch ergriffen, und es ist meistens etwas Tolles dabei herausgekommen. Man darf nicht darauf warten, bis irgendwann einmal der passende Moment kommt, denn dann wird man es im Endeffekt nie gemacht haben."

    Blech gewordener Reisetraum

    Und dass man auch mit einem Kind immer noch wunderbare Abenteuer abseits des ohnehin abenteuerlichen Alltags erleben kann, das will Haid auch in seinem Vortrag vermitteln. "Wir haben natürlich beim ersten Kind auch nicht gewusst, was alles auf uns zukommt, aber wir haben uns darauf eingelassen und uns einfach in den Bus gesetzt."

    Was dabei rausgekommen ist, zeigt Marcus Haid am 6. April im Kino Steyr (19.30 Uhr).

     

    Zur Person

    Name: Marcus Haid, 46 Jahre aus Innsbruck, zwei Kinder

    Beruf: Haid hat Management und Marketing studiert und danach sechs Jahre in England und den USA gearbeitet. Mittlerweile ist er hauptberuflich als Reise-Vortragender tätig.

    Internet: mh-reisefotografie.at

    Manfred Wolf, 31.03.2018, 00:04 Uhr

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