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    Flugzeug auf der Startbahn

    AK-Test: Was tun, wenn der Urlaub platzt?

    LINZ/ WIEN. Fällt der Traumurlaub ins Wasser, müssen Stornokosten entrichtet werden. Der AK-Konsumentenschutz hat zwölf Anbieter überprüft: Sieben sind dabei positiv aufgefallen, einer ist durchgefallen.

    Dieses Problem ist leider vielen Reisenden bekannt: Der Sommerurlaub ist gebucht - und plötzlich kommt etwas Unvorhergesehenes dazwischen: Eine Krankheit, ein Unglücksfall oder ein Jobwechsel, und die geplante Reise muss storniert werden. Da es bei Reisebuchungen kein gesetzliches Rücktrittsrecht gibt, fallen in der Regel Stornokosten an. Diese sind meist zeitlich gestaffelt – je näher der Abreisezeitpunkt rückt, desto höher werden sie. Der AK-Konsumentenschutz hat die Bedingungen von zwölf Pauschalreiseanbietern verglichen und große Unterschiede vor allem in der Höhe der Stornokosten festgestellt:

    Sieben Reiseanbieter fallen positiv auf, einer fiel durch

    Am besten schnitten jene Veranstalter ab, die in den Vertragsbedingungen Stornosätze nach den derzeit geltenden allgemeinen Reisebedingungen (ARB 1992) vorsehen. Abweichungen davon sind zulässig, wenn der Reiseanbieter bei Vertragsabschluss deutlich darauf hinweist und Einsichtnahme in die Bedingungen ermöglicht.

    Splashline, Alltours, Thomas Cook und FTI verlangen bei Pauschalreisen bereits Monate vor Reiseantrittsdatum ein Viertel des Reisepreises. Unabhängig davon, ob Konsumenten ihren Urlaub also zwei oder fünf Monate vor Antrittsdatum absagen, fallen bereits deutliche Kosten an.

    Am schlechtesten im Vergleich schnitt der Reiseveranstalter THV Reisen ab, der bei Flug- und Schiffreisen bereits ab zwei Monate vor Antritt der Reise die Hälfte der Reisekosten verrechnet und ab dem 19. Tag vor Reiseantritt den gesamten Reisepreis verlangt.

    Konsumentenschützer raten zu Stornoversicherung

    Konsumentenschützer raten, sich für den Fall des Nichtantrittes entsprechend abzusichern: Reiseversicherungen könnten bei Fällen wie schwerer Krankheit, Unfall, Schwangerschaft sowie bei Ereignissen wie der Einberufung zum Bundesheer oder dem Nichtschaffen der Matura die Stornokosten übernehmen, vorausgesetzt, das Ereignis ist versichert. Bei manchen Anbietern ist im Paket bereits eine Reiseversicherung inkludiert.

    Auch bei einigen Kreditkarten ist eine Stornoversicherung inkludiert. Diese unterliegt eigenen Versicherungsbindungen. Bei einigen Versicherungen ist es nötig, dass der gesamte Reisepreis mit derselben Kreditkarte bezahlt wurde und das Service gilt manchmal nur für den Karteninhaber. Urlauber sollten sich in jedem Fall vorab über die Konditionen informieren. Bei Eintritt des Versicherungsfalles sollte der Versicherer unverzüglich mit allen erforderlichen Unterlagen und Nachweisen informiert werden. Andernfalls kann es passieren, dass die Kosten nicht vollständig übernommen werden.

    Im Ernstfall gilt: Nicht zu lange zuwarten

    Muss eine Reise tatsächlich abgesagt werden, sollte der Kunde keinesfalls zu lange zuwarten. Generell gilt: Je kurzfristiger die Absage, desto höher werden die Stornokosten. Aus Beweisgründen sollte die Stornierung jedenfalls schriftlich und per eingeschriebenen Brief erfolgen und eine Kopie davon behalten werden. Eine Stornierung zum ehestmöglichen Zeitpunkt ist außerdem wichtig, damit der Veranstalter die Reise noch anderwertig vergeben kann. In diesem Fall kann eine Reduzierung verlangt werden, wenn der Vertragspartner keine plausiblen Gründe für die hohen Gebühren mitteilen kann.

    Bei Spezialreisen, Last Minute-Angeboten oder Reiseveranstaltern mit Sitz im Ausland können die Stornogebühren erheblich von den allgemeinen Reisebedingungen abweichen und deutlich höher sein. Dasselbe gilt für Hotelunterkünfte, Ferienwohnungen, Kreuzfahrten oder Linienflugreisen zu Sondertarifen. Vor der Buchung einen Blick in die Vertragsbedingungen zu werfen, kann auf jeden Fall nie schaden.



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    nachrichten.at, 10.04.2017, 12:01 Uhr

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