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    Repo Grünbachplatz

    Der Grünbachplatz: Das Neustädter Herz pulsiert kräftig

    Die Neustadt gilt gemeinhin als sehr gut funktionierender Stadtteil – quasi Kleinstadt in der Stadt.
    • Selbstbewusst: Die Geschäftsleute sind erfolgreich und bestechen durch Charme, Humor und Selbstbewusstsein.
    • Verbannt: Vom namensgebenden Bächlein ist längst nichts mehr zu sehen - nach vielen Überflutungen wurde es gezähmt.

    Grünbachplatz

    Maßgeblich beeinflusst wird das positive Lebensgefühl durch die intakte Nahversorgung. Nur der Freitag-Wochenmarkt wartet auf die Wiederbelebung.

    Die Neustädter Geschäftsleute treten daher auch selbstbewusst auf. Das wissen Wirtschaftsreferent, Vizebürgermeister Peter Lehner und Stadtmarketingdirektor Peter Jungreithmair aus vielen Gesprächen.

    Am Grünbachplatz zeichnen sich die Kaufleute durch großen Optimismus aus: Wirkt diese positive Grundstimmung auf die Kunden? Das lässt sich nicht mit Sicherheit beantworten, nette Gespräche sind hier aber an der Tagesordnung.

    Vom namensgebenden Grünbach fehlt am Südende der Neustadt jede Spur. Das nahe Gaspoltshofen entspringende Bächlein hatte oft zu massiven Überschwemmungen geführt: Durch die Nutzung einer aufgelassenen Schottergrube als Entlastungsgerinne ist die Gefahr gebannt. Der Grünbach gurgelt durch Röhren und versickert dann in einer Grube vor Marchtrenk.

    Seinen Namen erhielt der Grünbachplatz 1889. Am damaligen Bahnübergang legte die Stadt einen etwa quadratischen Platz an, an dem sich die alten strahlenförmig einlaufenden Straßen treffen konnten. Im Stadtplan 1888 sind auf diesem Platz nur drei Häuser vermerkt; mit Ausnahme des Friedhofes (1886 errichtet) war alles offenes Feld. 1916 wurde der Bahnübergang durch die Karlsbrücke ersetzt. Nach ihrem Abriss ging 1960 die Neustadt-Unterführung in Betrieb.

    Wissenswertes über den Grünbachplatz 

    • 1909: Grünbachplatz und Grünbachstraße wurden nach dem gleichnamigen Bach benannt, der in Gaspoltshofen entspringt. Er führte oft zu weitläufigen Überflutungen. Das letzte große Hochwasser gab es im Jahr 1909.
    • 35: 35 Jahre existiert das Café Fellini am Grünbachplatz 16. Ein Gunskirchner Konditor hatte das Lokal als Filiale gegründet. Heute gehört es Petra Walch, die vom Banker bis zum Straßenkehrer alle Gästeschichten bewirtet. 

    Yoga am Grünbachplatz

    Repo Grünbachplatz

    Den Körper wieder ins Lot bringen

    In seiner Praxis mit Blick auf den Grünbachplatz behandelt der Physiotherapeut Manfred Pesendorfer Menschen jeden Alters, sogar bereits Babys. Berufsbegleitend hat er eine sechsjährige Zusatzausbildung in Osteopathie absolviert. „In der Osteopathie wird der Patient als Einheit betrachtet. Man arbeitet nicht nur dort, wo der Patient Schmerzen verspürt, denn der Körper ist vernetzt wie ein Zahnradsystem. Er gehört wieder ins Lot gebracht“, sagt Pesendorfer. Bei Babys könne es durch die Geburt zu Verspannungen kommen. Stillprobleme könnten in der Folge auftreten oder die Neugeborenen schreien sehr viel. „Bereits mit ein, zwei Therapiesitzungen kann man bei Neugeborenen gute Erfolge erzielen“, weiß Pesendorfer aus seiner Erfahrung.

    Bei älteren Patienten stehen klassische Beschwerden wie Rückenleiden und Nackenschmerzen durch einseitige Belastung und Bewegungsmangel im Vordergrund. Im Frühling, wenn die schweren Blumentöpfe wieder aus dem Keller getragen werden müssen, hinterlasse das ebenfalls oft Spuren, so der Physiotherapeut. Mit kurzen Übungen will er seine Patienten motivieren, regelmäßig etwas für ihren Körper zu tun, nicht nur wenn die Kreuzschmerzen wieder einmal besonders schlimm sind. „Ich lasse etwa effektive Yogaübungen mit einflie- ßen. Übungen, die man zwei, drei Minuten täglich macht, können bereits sehr viel bringen.“

    Auffallend sei die zunehmend schlechte Haltung von Kindern und Jugendlichen, die viel Zeit mit ihrem Handy verbringen. Der zusätzliche Medienkonsum vor Fernseher oder Computer und der damit einhergehende Bewegungsmangel verschärfen das Problem noch. „Jugendliche kommen teilweise jetzt schon in die Praxis, weil sie Schmerzen haben. Wichtig ist, gegenzusteuern, den Teufelskreis zu durchbrechen und mehr auf eine aufrechte Haltung zu achten.“ 

    Interview

    straßenrepo wels-grünbachplatz

    Interview mit Christian Rosenberger

    Der gebürtige Welser (52) führt seit 2004 ein Optikergeschäft. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

    1. Was sind die Stärken der Geschäfte auf dem Grünbachplatz?


      Die Persönlichkeiten der Unternehmer: Ob das Bäcker Gerhard Stöbich, Orthopädieschuhmacher Gerhard Sperl oder Wirt Markus Irger ist: Sie sind für ihre Kunden da und leben das auch.
       
    2. Was fehlt am Grünbachplatz?


      Ein durchgängiger Geschäftemix: Es wäre schön gewesen, wenn sich Intersport bei uns und nicht in Wels-Nord niedergelassen hätte. Aber solche Entscheidungen können weder die Kaufleute noch das Stadtmarketing beeinflussen. Es fehlt der versprochene Blumenschmuck vor den Geschäften und eine Weihnachtsbeleuchtung in der Qualität des Stadtzentrums.
       
    3. Was wünschen Sie sich von den Welser Politikern und den Bürgern?


      Von Politik und Stadtmarketing, dass sie endlich akzeptieren, dass die Neustadt „Mitten in Wels“ ist. Die gleichnamige Shopping-Initiative des Stadtmarketings hört bei den Geschäften in der Schubertstraße auf: Dabei machen bei manchen Stadtmarketing-Aktionen mehr Neustädter als Innenstadt-Kaufleute mit: wie beim Oster-Shopping im Vorjahr. Von Konsumenten wünsche ich mir, dass sie beim Einkauf überlegen, wo der Händler seine Steuern abliefert – in einer Steueroase oder in Österreich: Fahr nicht fort, kauf im Ort! 

    10.04.2015, 00:04 Uhr

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